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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Fantastikforschung</journal-title>
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<publisher-name>Open Library of Humanities</publisher-name>
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<subject>Rezensionen</subject>
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<article-title>Hercenberger, Daniel. <italic>Zombies in der Kirche. Das Zombie-Motiv als Allegorie der S&#228;kularisierung in T<sc>he</sc> W<sc>alking</sc> D<sc>ead</sc> und F<sc>ear the</sc> W<sc>alking</sc> D<sc>ead</sc></italic>. Transcript 2021.</article-title>
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<surname>Puckhaber</surname>
<given-names>Carolin</given-names>
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<email>c.puckhaber@web.de</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Carl von Ossietzky Universit&#228;t Oldenburg / Fakult&#228;t IV Human- und Gesellschaftswissenschaften, Ev. Theologie und Religionsp&#228;dagogik, DE</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2023-08-01">
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<license-p>Die Zeitschrift f&#252;r Fantastikforschung ist eine Open-Access-Zeitschrift mit Peer-Review-Verfahren der Open Library of Humanities. &#169; 2022 Der/die Autor*innen. Dieser Open-Access-Beitrag ist lizensiert durch die Creative-Commons-Grundlizenzen in der Version 4.0 (Creative Commons Namensnennung 4.0 International, welche die unbeschr&#228;nkte Nutzung, Verbreitung und Vervielf&#228;ltigung erlaubt, solange der/die Autor*in und die Quelle genannt werden). Vgl. <uri>https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de</uri>.</license-p>
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<p>Review of <italic>Zombies in der Kirche</italic> by Daniel Hercenberger.</p>
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<fig><graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zff-11-1-10338-g1.png"/></fig>
<p>In seiner Dissertation <italic>Zombies in der Kirche. Das Zombie-Motiv als Allegorie der S&#228;kularisierung in T<sc>he</sc> <sc>Walking</sc> D<sc>ead</sc> und F<sc>ear the</sc> W<sc>alking</sc> D<sc>ead</sc></italic> nimmt sich Daniel Hercenberger dem Vorhaben an, einen Zusammenhang zwischen der popul&#228;ren Darstellung von Zombies und der S&#228;kularisierungstheorie herzustellen, indem er die im Titel genannten Fernsehserien im Hinblick auf die Forschungsfrage analysiert, &#187;inwiefern der Zombie-Topos als Allegorie der S&#228;kularisierung gelesen werden k&#246;nnte&#171; (14).</p>
<p>Zu diesem Zweck untersucht er in einem ausf&#252;hrlichen Theorieteil sowohl sakrale R&#228;ume als Teil der Kirchenkrise (27&#8211;48), die komplexen Urspr&#252;nge und Interpretationskontexte von Zombies (49&#8211;96) sowie die S&#228;kularisierungsthese (106&#8211;109), bevor er diese Themen in zwei weiteren Kapiteln verbindet und vertieft (127&#8211;190). Anschlie&#223;end kombiniert er verschiedene film- und religionstheoretische Ans&#228;tze, um eine spezifisch theologische Filmanalyse zu entwickeln (191&#8211;208). Diese wendet er nach einem inhaltlichen &#220;berblick der beiden Serien (209&#8211;226) auf ausgew&#228;hlte Szenen, Situationen, Werbeformate und Charaktere der Serien an (227&#8211;320), um seine Ergebnisse anschlie&#223;end kurz und pr&#228;gnant zusammenzufassen und diese auf seine Forschungsfrage r&#252;ckzubeziehen (321&#8211;332). Dabei kommt er zu dem Ergebnis, dass die Darstellung der Zombies in den T<sc>he</sc>-W<sc>alking</sc>-D<sc>ead</sc>-Reihen (T<sc>he</sc> W<sc>alking</sc> D<sc>ead</sc> [<xref ref-type="bibr" rid="B2">US 2010&#8211;2022, Idee: Frank Darabont</xref>], F<sc>ear</sc> T<sc>he</sc> W<sc>alking</sc> D<sc>ead</sc> [<xref ref-type="bibr" rid="B1">US 2015&#8211;, Idee: Dave Erickson, Robert Kirkman</xref>]) durchaus als Parallele zur S&#228;kularisierung verstanden und interpretiert werden k&#246;nnen und dass die Serien deren Folgen auf dramatische Art und Weise inszenieren (325 f.).</p>
<p>Hercenberger f&#252;hrt die verschiedenen Ans&#228;tze und Hintergr&#252;nde bez&#252;glich der Motivik des Zombies im Theorieteil so weit aus, dass er sogar Aspekte erarbeitet, die nur am Rande mit den Zombies in Verbindung gebracht werden k&#246;nnen<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref>, wodurch er eine breite Grundlage f&#252;r seinen Forschungsteil liefert. Die Thematisierung der S&#228;kularisierung hingegen ist auf vier Seiten vergleichend betrachtet stark verk&#252;rzt. Dabei reduziert er die Thematik teilweise so sehr, dass auf die Kritik und insbesondere auch die Gegenthese der S&#228;kularisierungstheorie nur am Rande und in Fu&#223;noten eingegangen wird:</p>
<disp-quote>
<p>Auf die Gegenthese einer R&#252;ckkehr der Religion bzw. Wiederkehr der G&#246;tter wird hier nicht eingegangen, weil die S&#228;kularisierung mit dem Horrorgenre kontextualisiert werden soll. Die durch die S&#228;kularisierung entstandene Sehnsuchts-Leerstelle wird im Lichte der Wiederkehr der Religion durch einen gewissen Optimismus im Kino durch Filme, welche die Religion oder Mythen thematisieren, aufgegriffen (109, Anmerkung 77).</p>
</disp-quote>
<p>Das f&#252;hrt dazu, dass die viele Aspekte des Diskurses der S&#228;kularisierungstheorie nicht betrachtet und insbesondere die grunds&#228;tzliche Umstrittenheit der Theorie innerhalb des wissenschaftlichen Kontextes (siehe hierf&#252;r u. a.: <xref ref-type="bibr" rid="B3">Pollack</xref>) nicht deutlich werden. Dabei h&#228;tte eine Gegen&#252;berstellung der verschiedenen Thesen in Bezug auf die Serien einen potenziell sehr fruchtbaren Ansatz dargestellt, der zu einer schl&#252;ssigeren Argumentation h&#228;tte f&#252;hren k&#246;nnen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Hercenberger bereits im Theorieteil vereinzelt Kurzanalysen der Serien vorwegnimmt, um seine Standpunkte zu st&#252;tzen, anstatt diese erst in dem daf&#252;r vorgesehenen Analyseteil vorzunehmen.</p>
<disp-quote>
<p>Madison wurde durch die Destruktion der intakten Gesellschaft ihrer urspr&#252;nglichen Funktion als Psychologin &#8211; und somit als Repr&#228;sentantin eines areligi&#246;s &#8211; rationalisierten Subsystems, das dem Menschen versucht Stabilit&#228;t und Hilfe im Leben zu bieten, ihrer p&#228;dagogischen Hoheit entmachtet. Unterstrichen wird Madison damit als s&#228;kulares Sinnbild in Anlehnung an CG. Jungs Feststellung des Glaubens an die Wissenschaft, weshalb heute Menschen den Psychiatern die Fragen stellen, &#187;die fr&#252;her in den Bereich der Theologie geh&#246;rt h&#228;tten&#171; (104).</p>
</disp-quote>
<p>Es kommt hinzu, dass in den Literaturverweisen zu den Szenen der Serien lediglich die Staffel und die Folgen angegeben werden und nicht mit Zeitstempeln o. &#196;. gearbeitet wird, was Nachvollziehbarkeit und &#220;berpr&#252;fbarkeit erschwert. Es soll an dieser Stelle aber durchaus betont werden, dass Hercenberger im Theorieteil mit einem breiten Wissen &#252;berzeugt, bei dem eine leidenschaftliche wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der popkulturellen Verarbeitung verschiedener religi&#246;ser und/oder Zombie-Topoi im Horrorgenre sp&#252;rbar wird. Dabei beweist der Autor vor allem sein Geschick, eine Vielzahl an Literatur zu spezifischen Aspekten so gegen&#252;berzustellen und zu kontextualisieren, dass daraus ein leicht &#252;berschaubarer Einblick in das Feld erm&#246;glicht wird, was insbesondere zu Beginn des dritten Kapitels deutlich wird (49&#8211;52). Besonders eindrucksvoll ist die Herleitung der theologischen Filmanalyse, die Hercenberger vorlegt. Dabei verkn&#252;pft er bereits vorhandene film- und religionstheoretische Analyseformen so miteinander, dass er einen hermeneutischen Ansatz entwickelt, der m&#246;glichst ertragreiche Ergebnisse bez&#252;glich seiner Forschungsfrage erzielen soll und kann (199&#8211;202).</p>
<p>Im Analyseteil versucht Hercenberger seinem Theorieteil entsprechend dem hohen Anspruch einer ganzheitlichen Besprechung aller Facetten der Darstellungsweisen gerecht zu werden. Sein Vorgehen und Bem&#252;hen dabei sind zwar bemerkenswert, jedoch h&#228;tte der Arbeit auch hier gelegentlich eine Fokussierung gutgetan. So fehlt bei der Besprechung des Intro-Soundtracks beispielsweise eine musikwissenschaftliche Grundlage, weshalb die Analyse sehr oberfl&#228;chlich bleibt und zur Beantwortung der Fragestellung wenig beitragen kann (229). Dies f&#252;hrt leider auch dazu, dass manche Argumentationen, wie beispielsweise die Interpretation eines Kerzenleuchters als nicht nur religi&#246;ses, sondern eindeutig christliches Element im Serienintro, zu kurz kommen und daher nicht schl&#252;ssig erscheinen (236). Allgemein l&#228;sst sich kritisieren, dass eine multireligi&#246;se Betrachtung fehlt, da Religionen jenseits des Christentums fast g&#228;nzlich &#252;bergangen werden. Gleichwohl schafft Hercenberger es, theologische Inhalte und Reflexionen aus dem Material herauszuarbeiten, die den theologischen Diskurs rund um die Relevanz der Untersuchung von Popul&#228;rkultur und insbesondere dem Genre des Horrors stark bereichern. Dabei werden nicht nur seine filmtheoretischen Qualit&#228;ten deutlich, sondern auch seine bibelwissenschaftlichen, indem er eine schon fast exegetische Einordnung der lediglich in einer Szene kurz erscheinenden Bibelstelle (Offb 16,17) im Kontext der Serie vornimmt (243&#8211;246). Die fehlende Auseinandersetzung mit der Gegenthese der S&#228;kularisierung f&#252;hrt dazu, dass interessante Interpretationen au&#223;envorgelassen werden. So beschreibt Hercenberger das Kapellenereignis der ersten Folge der zweiten Staffel folgenderma&#223;en:</p>
<disp-quote>
<p>So ist auf den ersten Blick anzunehmen, dass auf den Kirchenb&#228;nken drei Betende sitzen, die ihren Blick auf die gro&#223;e Christusfigur im Altarraum gerichtet haben [&#8230;] Schnell offenbart sich jedoch durch ein einsetzendes Kr&#228;chzen, dass es sich bei den vermeintlich Betenden um Zombies handelt, womit die anfangs spirituelle Stimmung dem Horror gem&#228;&#223; ins Gegenteil verkehrt wird und nun grausige Fratzen in Nahaufnahmen pr&#228;sentiert werden (248).</p>
</disp-quote>
<p>Hercenberger zieht hier zwar die Parallele zur Christmette der Toten, dennoch h&#228;tte man an dieser Stelle auch aus religionssoziologischer Perspektive weiter ausf&#252;hren k&#246;nnen, warum die Zombies auf den Kirchenb&#228;nken einen betenden Eindruck machen. W&#228;re es m&#246;glich anzunehmen, dass selbst Zombies Restst&#252;cke von Religiosit&#228;t in sich tragen und Kirchen weiter Anziehungskraft auch auf sie ausl&#246;sen k&#246;nnen? Dieser Aspekt h&#228;tte zu interessanten Ergebnissen f&#252;hren k&#246;nnen.</p>
<p>Den qualitativen H&#246;hepunkt seiner Arbeit bietet Hercenberger dann aber mit der Analyse der Figuren Father Gabriel (263&#8211;283) und Nick Clark (300&#8211;315), in der er sorgf&#228;ltig die verschiedenen Lebensstationen der Figuren auf ihre theologischen Topoi untersucht und gekonnt in Verbindung einerseits mit der Theodizee und andererseits mit Identit&#228;tskrise und S&#228;kularisierung bringt, wodurch er auch seine theologisch-systematischen F&#228;higkeiten pr&#228;sentiert. Dadurch wird deutlich, dass seine Arbeit sich nicht nur auf die pop-theologische Auseinandersetzung mit der S&#228;kularisierungsthese an sich beschr&#228;nkt, sondern einen ausf&#252;hrlichen theologischen Korpus miteinbezieht. Durch die Verbindung mit der These entstehen Verflechtungen, die insbesondere im Horrorgenre deutlich werden. (277&#8211;284).</p>
<p>Es l&#228;sst sich festhalten, dass Hercenberger Arbeit trotz einiger Schw&#228;chen eine hohe theologische und filmwissenschaftliche Relevanz vorweist, die dazu veranlassen sollte, nicht nur die allgemeine Popkultur mehr ins Zentrum theologischer Auseinandersetzungen zu verlagern, sondern vor allem dem Horrorgenre an sich mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Auch wenn man selbst kein:e Vertreter:in der S&#228;kularisierungsthese sein sollte, lohnt es sich, diese Arbeit zu betrachten, da sie viele wichtige Anst&#246;&#223;e f&#252;r die Thematik liefern kann und Freir&#228;ume f&#252;r Diskussionen bietet.</p>
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<back>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>Siehe hierf&#252;r u. a.: &#187;Die Auftritte der Zombies k&#246;nnen entsprechend ansatzweise mit den Totent&#228;nzen formal in Verbindung gebracht werden, wobei die Bewegungen der Zombies in keiner Weise der Fr&#246;hlichkeit und &#252;berbordenden Beweglichkeit eines Totentanzes &#228;hneln&#171; (73).</p></fn>
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<title>Autorin</title>
<p>Carolin Puckhaber studiert an der Carl von Ossietzky Universit&#228;t Oldenburg den Master of Arts &#214;kumene und Religionen sowie den Master of Education mit den F&#228;chern Ev. Religion und Mathematik. Am Institut der Ev. Theologie und Religionsp&#228;dagogik arbeitet sie als studentische Hilfskraft in der Kirchengeschichte f&#252;r das Fach Latein. Sie ist Gr&#252;ndungsmitglied der Ludobande (Interdisciplinary network of young academics for Game Studies) und im Zentralkomitee des Arbeitskreises Geschichtswissenschaften und digitale Spiele (AKGWDS).</p>
<p>Forschungsinteressen: Theologie &amp; Popul&#228;rkultur, Religionswissenschaften, Games Studies, Gender Studies.</p>
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<title>Konkurrierende Interessen</title>
<p>Die Autorin hat keine konkurrierenden Interessen zu erkl&#228;ren.</p>
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<title>Filmografie</title>
<ref id="B1"><label>1</label><mixed-citation publication-type="journal">F<sc>ear</sc> T<sc>he</sc> W<sc>alking</sc> D<sc>ead</sc>. Idee: Dave Erickson, Robert Kirkman. US 2015&#8211;.</mixed-citation></ref>
<ref id="B2"><label>2</label><mixed-citation publication-type="journal">T<sc>he</sc> W<sc>alking</sc> D<sc>ead</sc>. Idee: Frank Darabont. US 2010&#8211;2022.</mixed-citation></ref>
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<title>Zitierte Werke</title>
<ref id="B3"><label>3</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Pollack</surname>, <given-names>Detlef</given-names></string-name>, <chapter-title>&#187;S&#228;kularisierung&#171;</chapter-title>. <source>Handbuch Religionssoziologie</source>, <publisher-name>Springer</publisher-name>, Hg. <string-name><given-names>Detlef</given-names> <surname>Pollack</surname></string-name>. Springer, <year>2018</year>, <fpage>303</fpage>&#8211;<lpage>327</lpage>. DOI: <pub-id pub-id-type="doi">10.1007/978-3-531-18924-6_12</pub-id>.</mixed-citation></ref>
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