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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Fantastikforschung</journal-title>
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<subject>Rezension</subject>
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<article-title>Charles, Alec. <italic>Out of Time. The Deaths and Resurrections of</italic> Doctor Who. Peter Lang, 2015. Hills, Matt. <italic>Doctor Who: The Unfolding Event &#8212; Marketing, Merchandising and Mediatizing a Brand Anniversary</italic>. Palgrave Macmillan UK, 2015.</article-title>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Leuphana Universit&#228;t L&#252;neburg, DE</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2019-08-27">
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<license-p>This is an open-access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC-BY 4.0), which permits unrestricted use, distribution, and reproduction in any medium, provided the original author and source are credited. See <uri xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/</uri>.</license-p>
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<p>Book review.</p>
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<p>2015 erschienen zwei Publikationen, die sich im weitesten Sinne beide mit dem Zusammenhang von D<sc>OCTOR</sc> W<sc>HO</sc> und Temporalit&#228;t befassen. In <italic>Out of Time. The Deaths and Resurrections of Doctor Who</italic> widmet sich Alec Charles einer Analyse der titelgebenden Tode und Wiederauferstehungen des Doctors, Time Lord und Protagonist der BBC-Serie D<sc>OCTOR</sc> W<sc>HO</sc> (UK 1963&#8211;, Idee: Sydney Newman, C. E. Webber, Donald Wilson). Die M&#246;glichkeit einer Wiedergeburt des Titelhelden, die immer auch mit einem Besetzungswechsel einhergeht, bildet, so Charles, ein zentrales Element der Serie. Um diese Ereignisse gruppieren sich Momente von &#187;persistence and change&#171; (5), die es gleichzeitig erlauben, mit dem Ton der Serie frei zu spielen und doch einen Kern an Werten und Grundthemen aufrecht zu erhalten (vgl. 7). So erneuert sich mit einem neuen Doctor nicht nur der Protagonist, auch die Serie selbst kann sich verj&#252;ngen und ver&#228;ndern (vgl. 55 f., 60), ohne f&#252;r die Zuschauer unkenntlich zu werden. Dabei werden diese mit einem Held konfrontiert, von dem unklar ist, ob er nur ein neues Gesicht hat, oder zu einer komplett neuen Person geworden ist, der aber dennoch meist als derselbe Mann wahrgenommen wird. Charles stellt die philosophische &#220;berlegung an, ob der Doctor eigentlich wiederaufersteht, wenn er scheinbar weder Aussehen, noch Erinnerungen, noch den Charakter seiner vorherigen Manifestationen besitzt (vgl. 56 f., 107 ff), und fragt gleichzeitig, was die Figur des Doctors wie auch die Serie zu einer Einheit werden l&#228;sst.</p>
<p>Die Darstellung von Wiedergeburt ist, laut Charles, bestimmend f&#252;r den Kern der Serie und die damit verkn&#252;pften Themen &#187;time, divinity and death&#171; (6). Mit der Eigenschaft der Regeneration sind dabei mehrere widerspr&#252;chliche Aspekte der Charakterisierung des Doctors verkn&#252;pft, die Charles verfolgt. Zum einen kennzeichnen die Wiederauferstehungen den Time Lord als eine Art Messias-Figur. Nicht nur bestimmt das &#187;quasi-Christ image of the cruciform Time Lord&#171; die Darstellung der &#187;regenerations of the ninth, tenth and eleventh&#171; (139) Doctor, auch die Form der Verehrung der fiktiven Figur durch die Fans zeigt religi&#246;se Z&#252;ge (vgl. 139 f.). Gleichzeitig konstruieren viele Folgen der Serie den Doctor als Heilsbringer und Retter der Menschheit. Zum anderen waren in der Literatur des neunzehnten Jahrhunderts Wiederg&#228;nger jedoch klar negativ gekennzeichnet: &#187;Inexplicable magical resurrections tended to the province of such profoundly unholy revenants as diabolical vampires and manmade ghouls&#171; (15). Charles erkl&#228;rt, dass Auferstehung nun auch Helden zugestanden wird, wei&#223;t jedoch auf eine Reihe von Figuren hin, die in D<sc>OCTOR</sc> W<sc>HO</sc> nach Unsterblichkeit trachten. Dieses Unterfangen wird stets als &#187;state of decadence and of parasitism&#171; (75) inszeniert und problematisiert so einerseits die Konnotationen der Unsterblichkeit des Doctors und stellt andererseits die Unsterblichkeit dem Tod als &#187;fate worse than death&#171; (65) gegen&#252;ber. Charles erg&#228;nzt, dass der Doctor nur bedingt als unsterblich bezeichnet werden kann. Vielmehr stellt er f&#252;r den Time Lord einen Prozess der Verschiebung fest. Der Doctor &#187;keeps relentlessly not dying&#171; (67) und ist damit eine Figur die &#187;not infinite life but indefinite life&#171; (71) besitzt. Dies r&#252;ckt den Doctor n&#228;her an die Menschen, deren Lebensspanne ebenfalls einen Endpunkt besitzt, der nicht definiert ist und so jeden Tag aufs Neue verschoben wird (vgl. 128). Gleichzeitig werden dem Doctor menschliche Begleiter zur Seite gestellt, die diesen an die menschliche Zeit oder Zeit generell binden (vgl. 72) und mit denen und f&#252;r die er stets M&#246;glichkeiten eines Aufschubs des Todes mittels der Neuordnung von zeitlichen Abl&#228;ufen verhandelt (vgl. 111).</p>
<p>Charles wirft in seinem Buch einige interessante Fragen auf und tr&#228;gt elementare Einsichten zur Serie zusammen. Die Behauptung, Themen wie Zeit, Tod und Wiederauferstehung seien im Kern der Serie verankert und bildeten ein Fundament, das &#252;ber Jahrzehnte, Schauspieler und Autoren hinweg ein Stammpublikum sowie neue Generationen an Zuschauern fasziniert, &#252;berzeugt. Bedauerlicherweise sind diese Ausf&#252;hrungen Bestandteil eines gr&#246;&#223;tenteils unstrukturierten Ganzen, welches das Buch zu einem wenig vergn&#252;glichen Leseerlebnis macht. <italic>Out of Time</italic> hat keine Einleitung und keine klare These, so dass der Argumentation ein roter Faden fehlt. Oft bleibt es ein R&#228;tsel, was gewisse Ausf&#252;hrungen genau mit D<sc>OCTOR</sc> W<sc>HO</sc> zu tun haben oder aber zu welcher Diskussion sie gerade genau beitragen. Auch schweift das Buch immer wieder ab, um &#228;hnliche oder angrenzende Thematiken am Beispiel von anderen Serien zu erl&#228;utern. So listet Charles etwa raumeinnehmend Serien auf, bei denen eine Rolle einen Besetzungswechsel erfahren hat oder in der B&#246;sewichte oder Helden wieder auferstanden sind. Dies tr&#228;gt meist wenig zu einem tieferen Verst&#228;ndnis von D<sc>OCTOR</sc> W<sc>HO</sc> bei und verw&#228;ssert die Argumentation so stark, dass D<sc>OCTOR</sc> W<sc>HO</sc> mitunter ganz aus dem Blick ger&#228;t.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus l&#228;sst es <italic>Out of Time</italic> an Genauigkeit fehlen. Wohl der F&#252;lle des Materials geschuldet, welches alle Staffeln der Serie umspannt, blickt Charles eher auf die groben Zusammenh&#228;nge, als detailliert zu arbeiten. F&#252;r Freunde des Close Readings ist der Band daher von geringem Interesse. Besonders negativ f&#228;llt au&#223;erdem die extrem fehlerhafte Zitation auf. Zitate aus den einzelnen Folgen sind weder mit Zeitangaben noch anderen Quellenangaben versehen. H&#228;ufig ist unklar, aus welcher Folge gerade zitiert wird. Auch lassen sich D<sc>OCTOR</sc> W<sc>HO</sc> sowie andere besprochene Serien, nicht in der Bibliografie finden. Das theoretische Fundament der Arbeit weist ebenfalls L&#252;cken auf. So behauptet Charles etwa unreflektiert, dass die Geschichten von Rockefeller, Obama und Hitler alle &#228;hnliche Muster aufwiesen und als &#187;ascent to greatness&#171; (14) Narrative bezeichnet werden k&#246;nnten. Dies nicht genug, er widmet sich au&#223;erdem einer groben Analyse der Dramenstruktur von Shakespeare-St&#252;cken ohne jeglichen Bezug zur Dramentheorie. Aktuelle Diskussionen zur Serialit&#228;t werden ebenfalls ignoriert. Damit ist <italic>Out of Time</italic> ein Buch mit einer faszinierenden Idee im Zentrum, das leider an der Ausf&#252;hrung scheitert.</p>
<p>Matt Hills n&#228;hert sich in <italic>Doctor Who: The Unfolding Event &#8211; Marketing, Merchandising and Mediatizing a Brand Anniversary</italic> der Verkn&#252;pfung von Zeit und D<sc>OCTOR</sc> W<sc>HO</sc> von einer anderen Seite. Anhand des 50. Jubil&#228;ums der Serie untersucht Hills die Zusammenh&#228;nge unterschiedlicher paratextueller Bez&#252;ge, die sich um die Jubil&#228;umsfolge T<sc>HE</sc> D<sc>AY OF THE</sc> D<sc>OCTOR</sc> anordnen und das Jubil&#228;um als sich &#252;ber einen l&#228;ngeren Zeitraum entfaltendes Ereignis aufscheinen lassen.</p>
<disp-quote>
<p>The unfolding event [&#8230;] is prefigured via audience expectations, and producer-audience interactions, configured via an array of (para)textual materials, and subsequently refigured by audience understandings and further producer-audience exchanges, as well as by forms of cultural recognition (reviews, features and awards). (25)</p>
</disp-quote>
<p>&#196;hnlich der von Charles untersuchten Regenerationen des Doctors schafft das Jubil&#228;um einen Moment der Erneuerung, der es erlaubt, die Serie als jung und lebendig darzustellen (vgl. 9). Gleichzeitig wird dem gefeierten Produkt und &#252;ber dieses der f&#252;r die Produktion verantwortlichen BBC aktuellere Relevanz (vgl. 8, 42) und kulturelle Wertigkeit (vgl. 36) zugesprochen. Hills betont, dass diese Narrative besonders deutlich werden, wenn Paratexte nicht nur mit Blick auf ihren Bezug zum &#187;anchoring text&#171; (12) betrachtet werden, sondern gerade die Verbindungen der Paratexte zueinander, sowie deren Synergien und Widerst&#228;nde bei der Konstruktion des Ereignisses T<sc>HE</sc> D<sc>AY OF THE</sc> D<sc>OCTOR</sc> in den Fokus r&#252;cken. F&#252;r seine Untersuchung unterscheidet er zwischen Meta-Paratext, Inter-Paratext und Para-Paratext:</p>
<disp-quote>
<p>The anniversary meta-paratext constitutes a privileged framing of many other parartextual product and promotional bits of meaning, whilst inter-paratexts centrally reference other specific paratexts. Para-paratexts, meanwhile, work to (re)frame a targeted paratext. (16)</p>
</disp-quote>
<p>Drei Aspekte stehen dabei im Zentrum der Analyse: das Marketing und die Konstruktion der Marke D<sc>OCTOR</sc> W<sc>HO</sc>, Merchandisingartikel und deren Verflechtung mit dem Jubil&#228;um sowie schlie&#223;lich die mediale Pr&#228;sentation von T<sc>HE</sc> D<sc>AY OF THE</sc> D<sc>OCTOR</sc> als simultane Kino- und Fernsehausstrahlung, sowie 2- und 3D-Ereignis.</p>
<p>Mit <italic>Doctor Who: The Unfolding Event</italic> liefert Hills eine interessante Untersuchung, welche die Relevanz von Paratexten eindrucksvoll erl&#228;utert. Er f&#252;hrt etwa vor, wie Paratext und Markenbotschaft miteinander verwoben sind und wie im Netz des paratextuellen Zusammenspiels Botschaften, welche die Markenbotschaft unterwandern, verschwinden oder in Vergessenheit geraten (vgl. 48). Weiter zeigt er, dass Merchandising diskursive Macht besitzt. Dies wird am Beispiel der Jubil&#228;umsedition von <italic>Doctor Who Monopoly</italic> deutlich. Die &#187;monsters aand narrative threats are hierarchized, in line with the sets of <italic>Monopoly</italic> properties that move from the least to the most valuable&#171; (63). Die Spielwelt wird damit zur &#187;distorted, selective rendition of the Whoniverse&#171; (ebd.). &#196;u&#223;erst positiv zu bewerten ist zudem Hills n&#252;chterner Miteinbezug von Fans und Fandom in seine &#220;berlegungen. Statt diese als simple Opfer von kommerziellen Marketingstrategien zu zeichnen, wird ihnen hier eine zentrale Rolle im Prozess des sich entfaltenden Ereignisses zugesprochen. Fans antizipieren das Jubil&#228;um, verhandeln seine Bedeutung im Augenblick der Ausstrahlung und danach und konsumieren es in Form von Merchandising, das sp&#228;ter als Andenken Teil der Erinnerungen an das Ereignis wird.</p>
<p>Einzig an <italic>Doctor Who: The Unfolding Event zu</italic> kritisieren, w&#228;re wohl die Tatsache, dass Hills so selbstsicher und genau von Argument zu Argument wandert, dass er manchmal vergisst, seine LeserInnen mitzunehmen. Hier und da w&#252;nscht man sich, Hills w&#252;rde kurz innehalten und Begriffe genauer definieren, die man sich nun aus dem Zusammenhang erkl&#228;ren muss. Dies &#228;ndert jedoch nichts daran, dass der kompakte Band eine gelungene und spannende Arbeit darstellt.</p>
<p>&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;Anika Ullmann</p>
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<title>Autorin</title>
<p>Anika Ullmann promoviert an der Leuphana Universit&#228;t L&#252;neburg. Das Thema ihrer Disseration lautet <italic>Doing Youth: Hacker Youth Novels and the Robin Hood Principle</italic>. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Kinder- und Jugendliteraturtheorie, Queer Studies, Age Studies und Popul&#228;rkultur. Au&#223;erdem schreibt sie f&#252;r den Kinder- und Jugendmedienblog <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.footnoters.de/">Footnoters.de</ext-link>.</p>
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<title>Konkurrierende Interessen</title>
<p>Die Autorin hat keine konkurrierenden Interessen zu erkl&#228;ren.</p>
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