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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Fantastikforschung</journal-title>
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<article-title>Research, Slay, Repeat. Speicherung und Wiederholung in B<sc>UFFY THE</sc> V<sc>AMPIRE</sc> S<sc>LAYER</sc></article-title>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Bauhaus-Universit&#228;t Weimar, DE</aff>
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<license-p>This is an open-access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC-BY 4.0), which permits unrestricted use, distribution, and reproduction in any medium, provided the original author and source are credited. See <uri xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/</uri>.</license-p>
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<p>This article explores the way in which memory and repetition figures in the TV series B<sc>UFFY THE</sc> V<sc>AMPIRE</sc> S<sc>LAYER</sc>. On the one hand, it focuses on a number of storage media represented in BtVS &#8211; technical and non-technical as well as personal ones &#8211;, recording knowledge, events etc. and thus being able to re-play the past. On the other hand, if the horror genre is conceived of as an archive containing all of its motifs, characters and narratives, BtVS also works its way through this collection, re-using elements from it and adding to it. The essay investigates the series&#8217; relationship to this and other archives, memory and recollection.</p>
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<p>Die US-amerikanische Fernsehserie B<sc>UFFY THE</sc> V<sc>AMPIRE</sc> S<sc>LAYER</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B1">US 1997&#8211;2003, Idee: Joss Whedon</xref>)<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> ist zweifelsohne ein Meilenstein der Fernsehgeschichte. Sie dreht sich um Buffy Summers (Sarah Michelle Gellar), die im Alter von 17 Jahren von ihrer Bestimmung erf&#228;hrt, als Vampirj&#228;gerin gegen die M&#228;chte des B&#246;sen zu k&#228;mpfen. In jeder Generation, so will es die Serie, gibt es eine J&#228;gerin (&#187;slayer&#171;), die &#187;aktiviert&#171; wird, sobald ihre Vorg&#228;ngerin stirbt. Mit Superkr&#228;ften ausgestattet und von einer W&#228;chterin oder einem W&#228;chter (&#187;watcher&#171;) trainiert, stellt sie die Fortexistenz der Menschheit trotz allerlei d&#228;monischer Bedrohung sicher. Buffys Berufung ger&#228;t immer wieder in Konflikt mit den Bed&#252;rfnissen einer High-School-Sch&#252;lerin (und sp&#228;ter College-Studentin), Tochter, Freundin und ab der vierten Staffel auch &#228;lteren Schwester. Die Serie behandelt im Verlauf ihrer sieben Staffeln diverse Themen um Adoleszenz, Selbstfindung und Verantwortung, soziale und famili&#228;re Beziehungen usw. Wiederholt treten dabei Monster und Weltuntergangsszenarios als Metaphern f&#252;r die Krisen und Gefahren des Teenagerdaseins auf, beispielsweise wenn Buffys Freundin, die Hexe Willow, Suchtverhalten zeigt und Magie wie eine Droge von einem dubiosen Hexenmeister erh&#228;lt.<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref> Eine der Grundideen von B<sc>T</sc>VS, schreibt Dieter Wiene, sei &#187;simpel und naheliegend: Die Pubert&#228;t ist die H&#246;lle: der Lehrer ein Monster, der Freund ein Vampir, die Mutter versteht einen nicht und mit dem Mann, der sich anschickt, der neue Vater zu werden, stimmt auch offensichtlich etwas nicht&#171; (<xref ref-type="bibr" rid="B26">Wiene 42</xref>).<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref></p>
<p>Jenseits solcher Metaphorik wartet Joss Whedons Serie au&#223;erdem mit komplexen Figurenentwicklungen und einer frischen Selbstironie sowie Selbstreflexivit&#228;t auf und bietet eine Anzahl unkonventionell inszenierter Episoden. Beispielsweise experimentieren drei Episoden mit Ton und Musik: H<sc>USH</sc><xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref> kommt 27 von 44 Minuten ganz ohne verbale Kommunikation aus, weil eine Gruppe grinsender Monster s&#228;mtlichen Bewohnerinnen und Bewohnern Sunnydales die Stimmen geraubt hat. In T<sc>HE</sc> B<sc>ODY</sc><xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref> wird auf emotionale Art und Weise der Tod von Buffys Mutter sowie die Reaktion ihrer Freunde darauf behandelt &#8211; ganz ohne den Einsatz von Musik. Das Gegenst&#252;ck dazu bildet eine der unterhaltsamsten Episoden, O<sc>NCE</sc> M<sc>ORE WITH</sc> F<sc>EELING</sc>,<xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref> in der die Ankunft des D&#228;mons Sweet dazu f&#252;hrt, dass die Figuren immer wieder unvermittelt ins Singen und Tanzen verfallen. Das experimentelle, antiklimatische Finale der vierten Staffel R<sc>ESTLESS</sc><xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref> entf&#252;hrt uns in die surreale Alptraumwelt der Hauptfiguren, die nach geschlagener Schlacht vor dem Fernseher eingeschlafen sind. Ebenfalls erw&#228;hnenswert ist T<sc>HE</sc> Z<sc>EPPO</sc>,<xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref> in der die &#252;bliche Struktur von A- und B-Plot umgekehrt wird, sodass die pers&#246;nlichen Probleme einer Figur (Xander) in den Fokus geraten, w&#228;hrend die Apokalypse im Hintergrund von den anderen aufgehalten wird. S<sc>TORYTELLER</sc><xref ref-type="fn" rid="n9">9</xref> besteht aus Material, das die Nebenfigur Andrew mit der Handkamera aufgezeichnet hat, um die Aktivit&#228;ten Buffys und ihrer Freunde f&#252;r die Nachwelt zu dokumentieren &#8211; sollte Buffy den Weltuntergang auch diesmal erfolgreich verhindern. Teil dieser als Artefakt aus dem so genannten <italic>Buffyverse</italic> inszenierten Episode sind Andrews subjektiv-verf&#228;lschte &#252;berh&#246;hte Fiktionalisierungen der diegetischen Vergangenheit sowie &#228;hnlich fantastische, z. T. die &#196;sthetik von Werbespots adaptierende Clips zur Vorstellung einzelner Figuren.</p>
<p>W&#228;hrend solche unkonventionellen Episoden, ebenso wie die Selbstreferenzialit&#228;t von B<sc>T</sc>VS, bereits ausgiebig untersucht worden sind, fanden zwei der zentralen wiederkehrenden Themen der Serie bislang wenig Beachtung: Speicherung und Wiederholung. Vermittelt werden sie einerseits diegetisch durch diverse Speichermedien und -vorg&#228;nge, die ich in diesem Artikel schlaglichtartig entfalten m&#246;chte, und andererseits serien&#252;bergreifend durch das Verh&#228;ltnis von B<sc>T</sc>VS zum Horrorgenre selbst, verstanden als Archiv von Motiven, Figuren und Narrativen. Wiederholt wird in B<sc>T</sc>VS die (vermeintliche) Pr&#228;determination des eigenen Werdegangs problematisiert &#8211; insbesondere an Buffys Vorbestimmung als J&#228;gerin, die ihr gesamtes Leben beeinflusst. Prophezeiungen und deren Rekonstruktion aus Artefakten aus der Vergangenheit sind ein wichtiges Instrument in ihrem Kampf gegen D&#228;monen, wobei die Beschreibung vergangener Ereignisse h&#228;ufig auch eine Vorhersage der zuk&#252;nftigen ist. Eine in diesem Zusammenhang zentrale Figur ist Rupert Giles (Anthony Head). Er tritt zu Beginn der Serie seinen Posten als Bibliothekar der Sunnydale High School an und entpuppt sich als der Buffy zugeteilte W&#228;chter, d. i. ihr Ausbilder und Trainer. Als solcher fungiert er bis zu seiner Absetzung,<xref ref-type="fn" rid="n10">10</xref> bleibt danach aber in der N&#228;he Buffys, f&#252;r die er zu einer Vaterfigur geworden ist, und unterst&#252;tzt sie weiterhin. Wie unten gezeiget wird, verwaltet Giles Informationen auch auf einer Metaebene, au&#223;erhalb der Diegese. Als eins der Speichermedien in B<sc>T</sc>VS erweisen sich Objekte, insbesondere Waffen, die nicht nur Wissen, sondern auch F&#228;higkeiten &#8211; also Handlungswissen &#8211; zu bewahren und weiterzugeben verm&#246;gen. Schlie&#223;lich zeigt sich anhand der Episode B<sc>UFFY VS</sc>. D<sc>RACULA</sc><xref ref-type="fn" rid="n11">11</xref> exemplarisch das selbstreflexive und selbstironische Verh&#228;ltnis der Serie zu externen Archiven, bevor der letzte Teil dieses Artikels die strukturelle Wiederholung der Fernsehserie ebenso wie des J&#228;gerinnen-Narrativs und deren Aufhebung in der letzten Staffel beleucht.</p>
<sec>
<title>1. Archive und Meta-Archive</title>
<p>Eine h&#228;ufig wiederkehrende Struktur von Episoden bzw. auch episoden&#252;bergreifender Storylines in B<sc>T</sc>VS sieht vor, dass Buffy oder jemand aus ihrem Freundeskreis, der so genannten Scooby Gang,<xref ref-type="fn" rid="n12">12</xref> einem Monster begegnet, anschlie&#223;end zur Gruppe zur&#252;ckkehrt und davon berichtet. Dieser initiale Kontakt st&#246;&#223;t die gemeinsame Recherche an, die im Idealfall kl&#228;rt, welches Ziel das Monster verfolgt, und M&#246;glichkeiten aufzeigt, es zu besiegen. Mit diesem Wissen ausgestattet, konfrontieren die Scoobies das Monster und bannen die von ihm ausgehende Gefahr. Speichermedien sind essenziell f&#252;r diesen Prozess, weil sie Wissen bereitstellen, das der J&#228;gerin erlaubt, ihrer Berufung nachzugehen. Den systematischen und effizienten Zugriff darauf sichert die Verwaltung des Medienbestands, haupts&#228;chlich Giles&#8217; Sammlung textueller Quellen. Den ungeb&#228;ndigten &#220;berschuss an Informationen, den ein chaotisches Archiv bietet, sehen wir bruchst&#252;ckhaft im Vorspann von B<sc>T</sc>VS. Mit Ausnahme einer Episode (O<sc>NCE</sc> M<sc>ORE, WITH</sc> F<sc>EELING</sc>) beginnt die Serie mit einem Teaser und einer Titelsequenz. David Kociemba, der die Darstellung der Figuren in den Er&#246;ffnungssequenzen der ersten sechs Staffeln von BtVS untersucht hat, fasst zusammen:</p>
<disp-quote>
<p>The opening title sequences of B<sc>UFFY THE</sc> V<sc>AMPIRE</sc> S<sc>LAYER</sc> function as a microcosm of the series itself. They reveal the influence of the creators&#8217; perception of their audience and their own work, the medium&#8217;s narrative and artistic conventions, and the media industry&#8217;s own practices. They construct the series&#8217; past, shape the viewer&#8217;s present experience of the episode, and prepare the way for future narratives. (<xref ref-type="bibr" rid="B16">Kociemba 20</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Die Funktion der Titelsequenz als Mikrokosmos der Serie selbst l&#228;sst sich daran ebenso wie an der R&#252;ckschau ablesen. Beide bereiten die Zuschauenden auf zuk&#252;nftige Narrative vor. Die Titelsequenz zeigt u. a. die Hauptfiguren der Serie, wobei sie sich mit Zu- und Abg&#228;ngen solcher von Staffel zu Staffel und z. T. auch f&#252;r einzelne Episoden ver&#228;ndert.<xref ref-type="fn" rid="n13">13</xref> Ein Element, das in allen Er&#246;ffnungssequenzen von B<sc>T</sc>VS vorkommt und von Kociemba unerw&#228;hnt bleibt, ist die Schrift. Dabei handelt es sich nicht nur um den Serientitel, sondern auch um die Repr&#228;sentation einer Vielzahl schriftlicher Artefakte als Teil der Titelsequenz.</p>
<p>Diese lassen sich als Verweis auf die Bedeutung von Archiven und des darin gespeicherten Wissens in B<sc>T</sc>VS lesen. Zu Beginn der Titelsequenz sehen wir diverse textuelle Artefakte in chaotischer Anordnung. Sie erscheinen, verschwinden und verschmelzen miteinander. Als der Serientitel erscheint, setzt sich die flimmernde Bildfolge dahinter fort. Am Ende der Opening Credits erscheinen wieder Texte und Zeichnungen, zun&#228;chst mit einer Sequenz aus der Serie &#252;berblendet, dann formt sich &#252;ber diesen Texten erneut der Serientitel. Wof&#252;r diese einander &#252;berlagernden, in einem Geflimmer auftretenden Schriftst&#252;cke &#8211; Texte, Zeichnungen und Karten in mehreren Sprachen, zum Teil kopf&#252;ber &#8211; hier einstehen, ist das Chaos, durch das sich die Scooby Gang routiniert schlagen muss, um den jeweils entscheidenden Hinweis zu finden. Das Auffinden, Verwalten, Auswerten und Ordnen solcher Artefakte spielt also eine zentrale Rolle in der Serie, die sich konsequenterweise in der Titelsequenz spiegelt. Ebenso konsequent ist die zentrale Bedeutung Giles&#8217; als H&#252;ter des Archivs, das haupts&#228;chlich aus seiner Sammlung alter, in Leder gebundener B&#252;cher besteht. Auch die Figur selbst ist in mehrfacher Hinsicht mit der Vergangenheit verbunden: Als Engl&#228;nder ist Giles nicht nur ein Fremdk&#246;rper inmitten kalifornischer Teenager, er wird auch deutlich und wiederholt als Mitglied einer &#228;lteren Kultur markiert. Er stammt &#8211; ebenso wie die prominent auftretenden Vampire in B<sc>T</sc>VS &#8211; aus Europa, der &#187;Alten Welt&#171;, die mit Geschichte, Aberglaube und einer eigenen Form des Altmodischen assoziiert wird. In der ersten Episode, W<sc>ELCOME TO THE</sc> H<sc>ELLMOUTH</sc>,<xref ref-type="fn" rid="n14">14</xref> erz&#228;hlt Buffys Freundin Willow, Giles sei, bevor er nach Sunnydale kam, Kurator an einem britischen Museum gewesen &#8211; oder dem British Museum, sie sei sich nicht sicher. &#196;hnlich wird Oxford in C<sc>HOICES</sc><xref ref-type="fn" rid="n15">15</xref> zu dem Ort, &#187;where they make Gileses&#171; und Giles damit im Umkehrschluss zum Inbegriff und Repr&#228;sentanten der englischen Bildungs- und Universit&#228;tstradition erkl&#228;rt. Im Verlauf der Serie wird deutlich, dass er eine Anzahl antiker und mittelalterlicher Sprachen spricht, Datierungsmethoden beherrscht und als Autorit&#228;t auf dem Gebiet okkulter Artefakte gilt.<xref ref-type="fn" rid="n16">16</xref> Diese Ausrichtung zeigt, dass er neben seiner Qualifikation als Historiker, der am British Museum arbeiten k&#246;nnte, auch &#252;ber eine Ausbildung verf&#252;gt, die ihn spezifisch f&#252;r die Aufgaben eines W&#228;chters bef&#228;higt. Die Serie etabliert also eine Assoziation zwischen der Figur und archaischen sowie okkulten Kulturen und markiert Giles auf diese Weise als Tr&#228;ger eines Wissensbestands, der seine eigene Lebenszeit &#252;bersteigt, als eine Art anthropomorphes Archiv. Die Beschaffung und Interpretation von Wissen sind nicht nur Teil seiner Aufgabe als High-School-Bibliothekar, sondern auch derjenigen als Buffys W&#228;chter. H&#228;ufig geh&#246;rt dazu auch die Kompetenz, historische Texte nicht nur philologisch zu analysieren und in zeitgen&#246;ssisches Englisch zu &#252;bersetzen, sondern auch kulturell einzuordnen, d. h. in einer Sprache wiederzugeben, die Buffy und ihre Freundinnen und Freunde verstehen. <xref ref-type="bibr" rid="B18">McNeilly, Sylka und Fisher</xref> merken an, dass Giles damit entscheidend an der Entfaltung der Storyline der Serie beteiligt ist: &#187;The librarian is an unremarked figure of control. As the one who grants access to what was previously unknown, to the true nature of things, he governs the unfolding of events with clarity and ruthless accuracy&#171; (1). Indem er die Verteilung des Wissens selektiv kontrolliert, bestimmt der Archivar den Fortgang des Geschehens.</p>
<p>Welche Macht er beispielsweise &#252;ber Buffy hat, zeigt sich in der Episode H<sc>ELPLESS</sc>, in der er sie als Teil eines vom Rat der W&#228;chter etablierten Initiationsrituals mittels einer Droge ihrer Kr&#228;fte beraubt. In diesem Zustand wird die J&#228;gerin an ihrem 18. Geburtstag einer lebensbedrohlichen Situation ausgesetzt, die sie meistern muss. Giles&#8217; v&#228;terliche Gef&#252;hle und sein Verantwortungsbewusstsein gegen&#252;ber Buffy f&#252;hren dazu, dass er den Test abbrechen m&#246;chte und sie dar&#252;ber in Kenntnis setzt, was dazu f&#252;hrt, dass er seinen Posten als W&#228;chter verliert. Zus&#228;tzlich nimmt Giles eine Archivarfunktion ein, die sich &#252;ber die Diegese hinaus erstreckt. Wie bei Serien &#252;blich, diente bei der Fernsehausstrahlung eine R&#252;ckschau zu Beginn jeder Episode dazu, an fr&#252;here Ereignisse anzukn&#252;pfen und die Erinnerung daran aufzufrischen. Diese Selbstrekursivit&#228;t betont einerseits den seriellen Charakter des Formats, wiederholt andererseits zugleich selektiv. Denn statt einer Zusammenfassung der j&#252;ngsten Storylines wird hier eine Auswahl aus der gesamten Menge bisher ausgestrahlter Episoden pr&#228;sentiert. Die R&#252;ckschau fungiert als ein Prisma f&#252;r Erinnerungen und bringt vergangene, j&#252;ngste und zuk&#252;nftige Entwicklungen zusammen. Dabei ist es in B<sc>T</sc>VS Anthony Heads, also Giles&#8217;, Stimme, die die R&#252;ckschau mit &#187;Previously on B<sc>UFFY THE</sc> V<sc>AMPIRE</sc> S<sc>LAYER</sc> &#8230;&#171; einleitet. Das impliziert, wie Mattew Pateman bemerkt hat, entweder, dass Head hier schlicht als Schauspieler seine Stimme verleiht, ohne eine Verbindung zu seiner Rolle in der Serie herzustellen oder &#8211; und das ist die interessantere Lesart &#8211; dass Giles nicht nur eine diegetische Figur ist, sondern zugleich auch ein externer Kommentator (<xref ref-type="bibr" rid="B21">Pateman, <italic>Aesthetics</italic> 115</xref>). Das hie&#223;e wiederum, dass er auch auf einer Meta-Ebene als Bewahrer und Verwalter von Wissen fungiert: Aus dem alle vorherigen B<sc>T</sc>VS-Episoden enthaltenden Archiv w&#228;hlt er Ausschnitte aus, die in der aktuellen Episode referenziert werden und pr&#228;sentiert sie den Zuschauenden. Giles&#8217; Funktion als Archivar reicht also bis in den Paratext der Serie hinein. In diesem Zusammenhang verweisen <xref ref-type="bibr" rid="B18">McNeilly, Sylka und Fisher</xref> auf die Parallele zwischen dem W&#228;chter in der Serie, der auf englisch als <italic>watcher</italic> bezeichnet wird, ebenso wie wir Zuschauende: Giles, selbst <italic>watcher</italic>, erm&#246;glicht und &#252;berwacht in seiner Funktion als paratextueller Archivar auch unsere Rolle als <italic>watchers</italic>, indem er Informationen, die wir zu einem gegebenen Zeitpunkt &#252;ber die Serie erhalten, ausw&#228;hlt und streut. &#196;hnlich manipuliert innerdiegetisch der Rat der W&#228;chter das Wissen, das jedem einzelnen W&#228;chter und Giles wiederum das Wissen, das der Scooby Gang zur Verf&#252;gung gestellt wird. Die Archivverwaltung in B<sc>T</sc>VS erweist sich damit als eine hierarchisch strukturierte Kette von Macht- und Kontrollfunktionen, die einmal mehr auf die zentrale Bedeutung von Wissen f&#252;r die Serie verweisen.</p>
<p>Giles ist deshalb nicht nur die prim&#228;re Bezugsfigur der Scooby Gang, der Ort, an dem er meistens anzutreffen ist, wird zudem zu ihrem wichtigsten Treffpunkt: Die High-School-Bibliothek entwickelt sich zu einem Schutz- und Zufluchtsraum, an dem sich die Freunde versammeln, beraten, Strategien entwickeln und an den sie bei Angriffen fliehen. Zugleich, darauf hat William Wandless hingewiesen, erf&#252;llen die Recherchesitzungen der Scooby Gang eine gemeinschaftsstiftende Funktion (1). Die Zerst&#246;rung der Schule samt Bibliothek am Ende der dritten Staffel zieht deshalb eine Zerstreuung der Gruppe nach sich. Folglich ist die darauffolgende Staffel von einem Gef&#252;hl der Orientierungslosigkeit und Unsicherheit gekennzeichnet. Als Buffy in der ersten Episode von ihrem ersten Tag am College &#252;berw&#228;ltigt und &#252;berfordert ist, m&#246;chte sie sich, wie gewohnt, an Giles wenden und geht, da dieser jetzt arbeitslos ist, zu seiner Wohnung. Statt des erwarteten Herren im Tweed-Anzug empf&#228;ngt sie hier allerdings ein privater Giles: im Bademantel, in Gesellschaft einer ebenso leger gekleideten Frau, vor dem musikalischen Hintergrund von David Bowies &#187;Memory of a Free Festival&#171;.<xref ref-type="fn" rid="n17">17</xref> Diese Szene spielt nicht nur mit Buffys und mit unseren Erinnerungen an den ehemaligen Bibliothekar, in Kontrast zu denen dieser erste Auftritt seiner privaten Persona steht. Sie beinhaltet auch ein Musikst&#252;ck von 1970, ein Relikt aus der Vergangenheit, genauer aus Giles&#8217; eigener britischer Rocker-Jugend, das wiederum selbst in Erinnerung an ein Festival schwelgt. W&#228;hrend das Lied f&#252;r Giles nostalgische Qualit&#228;ten entfaltet, unterstreicht es zugleich die von Buffy empfundene St&#246;rung der gewohnten Ordnung, f&#252;r die es nicht mit Bedeutung aufgeladen ist und wom&#246;glich sogar fremdartig klingt. In dieser Sequenz beginnt die Invasion von Giles&#8217; privatem Raum durch die Scooby Gang. Nach und nach ersetzt seine Wohnung die High-School-Bibliothek als deren Treffpunkt, woran deutlich wird, dass letztere als Wissensanh&#228;ufung nicht an ihren physischen Raum gebunden ist, sondern an die Person des Archivars.<xref ref-type="fn" rid="n18">18</xref></p>
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<title>2. Wissen und dessen Orte</title>
<p>In Staffeln f&#252;nf und sechs wird deshalb Giles&#8217; neu erworbenes Gesch&#228;ft &#187;The Magic Box&#171; zunehmend zum Schutzraum f&#252;r Recherchen, Gespr&#228;che und andere intime Begegnungen der Gruppe. Die Serie unterstreicht so nicht nur die Bedeutung von Speichermedien, in dem Fall B&#252;cher, sondern auch die Rolle Giles&#8217; als Katalysator des Wissens, der dieses verwaltet und interpretiert und um den herum sich B&#252;cher und Artefakte ebenso wie die Scoobies als Wissenssuchende gruppieren. Die Texte, die dabei konsultiert werden, beschreiben nicht nur, wie Monster in der Vergangenheit bek&#228;mpft wurden, sondern sagen zugleich voraus, wie sie in der Zukunft bek&#228;mpft werden k&#246;nnen. Sie fungieren also als Erinnerungen und Prophezeiungen zugleich sowie als Instrumente zur Ver&#228;nderung der diegetischen Gegenwart. Jeder von ihnen ist eine selbsterf&#252;llende Prophezeiung, deren Aufzeichnung die Realit&#228;t modifiziert, nachdem sie von der Scooby Gang gelesen und in die Praxis umgesetzt wurde. Deshalb wird das rare, &#252;berlebensnotwendige Wissen in C<sc>HECKPOINT</sc><xref ref-type="fn" rid="n19">19</xref> sofort zur Ware, wenn der inzwischen mit Buffy verstrittene Rat der W&#228;chter Informationen &#252;ber ihre Staffelgegnerin Glory im Tausch gegen Buffys Wiederunterordnung unter seine Autorit&#228;t anbietet. Buffy dreht den Spie&#223; um, indem sie dem Rat anbietet, im Tausch gegen die Informationen die Welt zu retten; zugleich zeigt sich hier aber, dass Buffys F&#228;higkeiten nutzlos sind ohne das Wissen, wie das Monster zu besiegen ist. Besonders in den ersten drei Staffeln sind Giles, sein Archiv, die Recherchen und die daraus gewonnenen Informationen zentrale Bestandteile der Serie. Wissen, also medial gespeicherte Erinnerungen, rettet die Welt.<xref ref-type="fn" rid="n20">20</xref> Das wird auch innerdiegetisch thematisiert, wenn Xander zu Willow sagt: &#187;knowledge is the ultimate weapon&#171;.<xref ref-type="fn" rid="n21">21</xref> In seiner Funktion als Waffe kann Wissen die Welt aber auch vernichten. Deshalb sind die Gegner h&#228;ufig hinter denselben Informationen her, beispielsweise wenn Spikes Handlanger in Giles&#8217; Bibliothek einbrechen, um ein Buch zu stehlen,<xref ref-type="fn" rid="n22">22</xref> oder wenn Angel Giles selbst entf&#252;hrt, um von ihm die korrekte Ausf&#252;hrung des Rituals zur Belebung eines D&#228;mons zu erfahren.<xref ref-type="fn" rid="n23">23</xref> Mehrfach begegnet die Scooby Gang Wesen, die sich als nicht recherchierbar erweisen, was gro&#223;e Probleme bei deren Bek&#228;mpfung aufwirft. Sp&#228;testens ab der vierten Staffel wird allerdings auch die Scooby Gang zu einer recherchierbaren Gr&#246;&#223;e, wenn auch vorerst nur in m&#252;ndlicher &#220;berlieferung: Adam, der Cyborg-Hauptgegner, fragt hier Spike zu Buffy und den Scoobies aus und l&#228;sst diese Informationen in seine Kampfstrategie einflie&#223;en.<xref ref-type="fn" rid="n24">24</xref></p>
<sec>
<title>2.1. Mnemonische Objekte</title>
<p>Die Anglistin Mary Carruthers legt in <italic><xref ref-type="bibr" rid="B11">The Book of Memory</xref></italic>, ihrer Untersuchung zur Erinnerungskultur im Mittelalter, dar, dass B&#252;cher als nur eine M&#246;glichkeit unter vielen betrachtet wurden, um einen Text zu erinnern (8). Wie bei einer Einkaufsliste wurden Informationen in B&#252;chern aufgeschrieben, um sie vor dem Vergessen zu bewahren. Das Buch, so die Implikation, merke sie sich anstelle der Autorin und fungiere so als ein ausgelagertes Ged&#228;chtnis. Carruthers bezeichnet B&#252;cher in diesem Sinne als &#187;mnemonic objects&#171;. Ich m&#246;chte anregen, &#252;ber weitere solche Objekte nachzudenken. In B<sc>T</sc>VS nehmen beispielsweise Waffen die Funktion von &#187;mnemonic objects&#171; ein: Die Tatsache, dass Buffy &#252;berwiegend altert&#252;mliche Waffen benutzt, um gegen altert&#252;mliche Monster vorzugehen, springt erst dann ins Auge, wenn die Vampirin Darla mit zeitgen&#246;ssischen Handfeuerwaffen auf die mit einer Armbrust bewaffnete J&#228;gerin schie&#223;t.<xref ref-type="fn" rid="n25">25</xref> Im Verlauf der Serie treten au&#223;erdem wiederholt Waffen auf, die deshalb als besonders wirksam markiert werden, weil sie Erinnerungen an fr&#252;here K&#228;mpfe zu besitzen scheinen. Beispielsweise gibt die J&#228;gerin Kendra Buffy ihren &#187;Gl&#252;ckspfahl&#171; Mr. Pointy,<xref ref-type="fn" rid="n26">26</xref> den sie nach Kendras Tod beh&#228;lt. Dieser taucht in vier weiteren Episoden auf und wird von Buffy mit spezieller Aufmerksamkeit behandelt, was suggeriert, Kendra w&#252;rde ihr &#8211; vermittelt durch den Pfahl &#8211; zur Seite stehen. &#196;hnlich beh&#228;lt Buffy den Dolch der abtr&#252;nnigen J&#228;gerin Faith, nachdem sie diese ins Koma bef&#246;rdert hat. In Staffel zwei wird Buffy mit dem D&#228;mon Acathla konfrontiert, der vor Jahrhunderten nach einem Schwertsto&#223; ins Herz zu Stein erstarrt ist. Wird das Schwert &#8211; in Referenz an die Artussage &#8211; entfernt, erwacht der D&#228;mon zum Leben und &#246;ffnet ein Portal zu einer H&#246;llendimension.</p>
<p>Damit Buffy den D&#228;mon besiegen kann, wird ein Schwert ausfindig gemacht, das von dem Ritter geweiht wurde, der den D&#228;mon zuvor geschlagen hat, und das ihn offenbar deswegen wieder in Stein verwandeln kann. Acathla kann also nur mit bestimmten Waffen bek&#228;mpft werden &#8211; n&#228;mlich mit solchen, die mit seiner eigenen Vergangenheit verkn&#252;pft sind. Die Waffe des Ritters, der ihn zuvor bek&#228;mpft hat, scheint die Erinnerung an den erfolgreich gef&#252;hrten Kampf gespeichert zu haben und kann dessen Sieg deshalb wiederholen. Als &#187;mnemonic object&#171; funktioniert auch eine Sense, die Buffy in Staffel sieben findet, eine alte, speziell f&#252;r J&#228;gerinnen hergestellte Waffe mit einem an das Bajonett erinnernden Holzpfahl an der Spitze. Am Ende der finalen Staffel benutzt Willow, die im Verlauf der Serie zu einer m&#228;chtigen Hexe geworden ist, die in dieser Sense gespeicherte magische Energie, um alle potenziellen J&#228;gerinnen auf der Welt zu &#187;aktivieren&#171;. So erlangen auch diejenigen, die Buffy im Laufe der Staffel in Sunnydale versammelt hat, ihre F&#228;higkeiten und Kr&#228;fte und helfen ihr, ein letztes Mal die Apokalypse zu verhindern. Die Pr&#228;misse ist hier, dass die Waffe Erinnerungen an alle vergangenen J&#228;gerinnen gespeichert hat und diese auch wieder freisetzen kann. Sie enth&#228;lt nicht nur die Essenz des &#252;berindividuellen J&#228;gerinnendaseins, sie funktioniert auch, wie das Wissen in Giles&#8217; Archiv, das zugleich Erinnerung wie auch Prophezeiung ist, sowohl r&#252;ck- als auch vorw&#228;rtsgewandt in der Zeit: Die Energie vergangener J&#228;gerinnen kann auf zuk&#252;nftige J&#228;gerinnen &#252;bertragen werden &#8211; jede verstorbene J&#228;gerin spiegelt sich in einer neu &#187;aktivierten&#171;.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.2. Monstr&#246;se Archive</title>
<p>In den meisten F&#228;llen handelt es sich bei dem wertvollen Wissen in B<sc>T</sc>VS um solches &#252;ber Monster. Die drei lateinischen W&#246;rter, mit denen das Wort &#187;Monster&#171; verwandt ist, sind: <italic>monstrare</italic> &#8211; &#187;zeigen, weisen, bezeichnen&#171;, <italic>monere</italic> &#8211; &#187;erinnern, mahnen, warnen, zurechtweisen&#171; und <italic>monstruosus</italic>, ein Adjektiv, das &#187;widernat&#252;rlich&#171;, &#187;scheu&#223;lich&#171; oder &#187;ungeheuerlich&#171; bedeutet. Ein Monster ist also dasjenige, was durch seine ungeheuerliche Gestalt warnt. In der fr&#252;hen Neuzeit waren Monstrosit&#228;ten deshalb mit Missbildungen assoziiert, die als mahnendes Zeichen Gottes aufgefasst wurden. Das Monster in diesem Sinne gemahnt daran, ein gottgerechtes Leben zu f&#252;hren, indem es vor Augen f&#252;hrt, was diejenigen erwartet, die es nicht tun. Ab dem sp&#228;ten 18. Jahrhundert verschob sich die Bedeutung des Wortes hin zu mythologischen Mischwesen und Ungeheuern.<xref ref-type="fn" rid="n27">27</xref> Die Grenze zwischen Menschen und Monstern, die zumeist als Mischwesen auftreten, ist also schon immer unklar, permeabel und ambivalent &#8211; so auch in B<sc>T</sc>VS. Im Horror stellt das Monster &#8211; darauf komme ich weiter unten ausf&#252;hrlicher zu sprechen &#8211; eine St&#246;rung der Ordnung dar. Wie <xref ref-type="bibr" rid="B19">Arno Meteling</xref> herausgestellt hat, regt es eine andauernde Auseinandersetzung in Form einer Katalogisierung und Klassifizierung an und verweigert qua seiner Transgressivit&#228;t zugleich die Eingliederung in diese. Dem Philosophen Stephen T. Asma zufolge entspringt die Angst vor Monstern, von der das Horrorgenre zehrt, menschlichen Urinstinkten, die in vorindustriellen Zeiten vor Raubtieren, Schlangen usw. sch&#252;tzen und so das &#220;berleben der Spezies sichern sollten. Angst f&#252;hrt in gef&#228;hrlichen Situationen zu einem Adrenalinaussto&#223; und entweder zu Kampf oder zu Flucht und erweist sich in der Vormoderne als evolution&#228;rer Vorteil (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Asma 16 f.</xref>). Der Filmkritiker Robin Wood verkn&#252;pft Monster auf andere Weise mit unserer Vergangenheit: Er sieht sie zwar ebenso als Reminiszenz an kollektive &#196;ngste und Traumata, allerdings als eine Wiederkehr des aus dem kollektiven Ged&#228;chtnis Verdr&#228;ngten (<xref ref-type="bibr" rid="B28">Wood 113</xref>). So lie&#223;e sich beispielsweise der aus dem fernen Transsilvanien einwandernde Vampir in Bram Stokers Roman <italic><xref ref-type="bibr" rid="B24">Dracula</xref></italic> als Ausdruck der Angst des B&#252;rgertums vor der Wiedererstarkung der Aristokratie lesen oder als die Manifestation der kolonialen Schuld und Xenophobie des britischen Imperiums. Horrornarrative und ihre Monster weisen also <italic>per se</italic> eine Affinit&#228;t zu Speicherung und Wiederholung auf &#8211; seien es vorindustrielle Ur&#228;ngste oder kollektive Traumata im Kost&#252;m metaphorischer Schrecken.</p>
<p>Die in B<sc>T</sc>VS am prominentesten auftretenden Monster sind Vampire &#8211; darauf verweist bereits der Originaltitel der Serie, wohingegen der deutsche Titel, B<sc>UFFY</sc>, I<sc>M</sc> B<sc>ANN DER</sc> D<sc>&#228;MONEN</sc>, sich erlaubt, sie durch &#187;D&#228;monen&#171; zu ersetzen. Vampire als die Untoten mit Bewusstsein (im Unterschied zu Zombies) erweisen sich als Augenzeugen mehrerer Jahrhunderte. Die Vampire in B<sc>T</sc>VS scheinen zwar (anders als beispielsweise in T<sc>RUE</sc> B<sc>LOOD</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B7">US 2008&#8211;2014, Idee: Alan Ball</xref>)) nicht &#228;lter als 300 zu werden, sind aber oft bestens &#252;ber D&#228;monen, Magie und andere okkulte Themen informiert. Dabei sind sie &#8211; wie Angel und Spike &#8211; nicht nur Kenner von Monstern, Artefakten und Ritualen, sie sind zugleich selbst in Giles&#8217; okkulter Bibliothek verzeichnet. Als mythologische Wesen erweisen sich Vampire hier als eine anthropomorphisierte Referenz auf die, insbesondere europ&#228;ische, Vergangenheit. In der s&#252;dosteurop&#228;ischen Folklore treten Vampire zugleich als Fabelwesen und als sozio-anthropologisches Ph&#228;nomen auf, das f&#252;r Krankheiten und Todesf&#228;lle ebenso verantwortlich gemacht wurde wie f&#252;r schlechten Ernteertrag. Zugleich verk&#246;rpern sie Trauerbew&#228;ltigung &#8211; eine wiederkehrende, k&#252;rzlich verstorbene, geliebte Person, die in der Folklore vordergr&#252;ndig die eigene Familie heimsucht. F&#252;r all das steht der Vampir ein, so man ihn als Medium lesen m&#246;chte. Er vermittelt dar&#252;ber hinaus die eigene Geschichte, indem er diese Referenzen abruft.</p>
<p>Im <italic>Buffyverse</italic> erhalten Vampire eine eigene Visualit&#228;t, Geschichte und Mythologie. Hier handelt es sich um Menschen, denen die Seele entzogen wird, wie es hei&#223;t, woraufhin sie von einem D&#228;mon besessen werden. Diese so ihrer Menschlichkeit beraubten Personen werden zu Halbd&#228;monen, die sich an Gewalt und dem Schmerz anderer erfreuen. Der liminale Status dieses Monsters manifestiert sich in der Erscheinung der Vampire, die in B<sc>T</sc>VS die meiste Zeit ihr menschliches Aussehen bewahren &#8211; bis zur Transformation ihres Gesichts zum so genannten <italic>Game Face</italic> unmittelbar vor Angriffen bzw. in Zust&#228;nden emotionaler Erregung. Diese tempor&#228;ren Transformationen sind von T<sc>HE</sc> L<sc>OST</sc> B<sc>OYS</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B3">US 1987, Regie: Joel Schumacher</xref>) inspiriert, wo Vampire auf Beutefang eine &#228;hnliche Gesichtsdeformierung durchlaufen und regten wiederum selbst andere audiovisuelle Erzeugnisse an, beispielswese T<sc>RUE</sc> B<sc>LOOD</sc>, wo Vampire ihre verl&#228;ngerten Eckz&#228;hne willentlich hervorkommen und wieder verschwinden lassen k&#246;nnen. Zugleich referenzieren die Vampire in B<sc>T</sc>VS laufend ihren eigenen, europ&#228;ischen Ursprung, indem viele derjenigen, die eine signifikante Rolle spielen, als Europ&#228;er markiert werden: Angel, Buffys Freund und Hauptgegner in der zweiten Staffel ist Ire; sein Freund, Rivale und Buffys sp&#228;terer Geliebter Spike wird sehr eindeutig als Engl&#228;nder inszeniert; Drusilla und Darla, die beiden weiblichen vampirischen Hauptfiguren, scheinen, auch wenn es nicht explizit wird, ebenfalls aus Gro&#223;britannien zu stammen. Bereits durch ihre Akzente stellen diese Figuren laufend eine Pr&#228;senz der &#187;Alten Welt&#171; in der Serie sicher.</p>
<p>Als Vampire, die mit einer umfangreicheren Geschichte ausgestattet sind, als es bei menschlichen Figuren m&#246;glich w&#228;re, erweisen sie sich als Medien, die eine historische Referenz auf eine Welt vor der Erschlie&#223;ung des amerikanischen Kontinents durch Europ&#228;er zulassen. B<sc>T</sc>VS vermischt die folkloristischen Wurzeln des Vampirismus mit Bez&#252;gen auf europ&#228;ische Adelskultur, der die Hauptfiguren unter den Vampiren zu Lebzeiten angeh&#246;rten, sowie den j&#252;ngeren Repr&#228;sentationen von Vampiren in der popul&#228;ren Kultur zu einer neuen, amerikanisierten, postmodernen Variation des Monsters. Unter anderem deswegen ist Geschichte in der Serie kontinuierlich pr&#228;sent. Nicht nur tritt Europa, vermittelt durch diverse Figuren und Objekte, auf, auch finden sich Referenzen auf die vorkoloniale Vergangenheit des amerikanischen Kontinents (<italic>ante litteram</italic>), beispielsweise in der Episode P<sc>ANGS</sc>,<xref ref-type="fn" rid="n28">28</xref> in der die Scooby Gang an Thanksgiving vom rachs&#252;chtigen Geist eines Chumash heimgesucht wird. Eine weitere im Zusammenhang mit Ged&#228;chtnis und Erinnerung interessante Lesart des Monsters schl&#228;gt der Literatur- und Medienwissenschaftler Arno Meteling vor. F&#252;r ihn stellt das Monster ein Kategorisierungsproblem dar, eine Verweigerung diskursiver Bestimmung. Fiktionale Mischwesen und Wiederg&#228;nger, so Meteling, provozieren eine wiederholte und andauernde Auseinandersetzung mit sich selbst und den Werken, in denen sie auftreten, weil sie ein Bed&#252;rfnis nach Identifizierung und Klassifizierung wecken, zugleich aber Zug&#228;nglichkeit und Eindeutigkeit verweigern. Diese immer wieder durch ihr eigenes Scheitern angestachelten Klassifizierungsbem&#252;hungen bringen ein stetig wachsendes Archiv von Monstern hervor:</p>
<disp-quote>
<p>In der Geschichte des Monsters, das sich immer wieder einer eindeutigen Definition entzieht, werden vor allem zwei Mechanismen der Diskursivierungsbem&#252;hungen offenbar. Zum ersten fordert das Monster immer Akte der Archivierung und Klassifizierung heraus, [&#8230;]. Zum zweiten ergibt sich aus diesem Mechanismus immer eine Logik der Addition. So kommen bei jedem Akt der Archivierung und Klassifizierung als neuerliche Grenzziehungen einer symbolischen Ordnung neue Monster hinzu jeder Versuch der Abschlie&#223;ung eines Monsterarchivs produziert immer wieder neue Monster (<xref ref-type="bibr" rid="B19">Meteling 327 f.</xref>).</p>
</disp-quote>
<p>Ordnungen sollen die Welt &#252;berschaubar machen. Das Monster, das davon aber per definitionem nicht erfasst werden kann, regt nur weitere Ordnungsbem&#252;hungen an, deren Teil es dadurch wird, dass es ihnen entgleitet.</p>
<disp-quote>
<p>Das Monstr&#246;se stellt also die Ordnung der Dinge zugleich in Frage und stabilisiert sie, da es durch sein Hinausweichen &#252;ber die Grenze zum Skandalon und Faszinosum wird, auf das sich alle Arbeit der diskursiven Integrations- und Klassifikationspolizei richtet (328).</p>
</disp-quote>
<p>Als Transgression stellt das Monster eine St&#246;rung der Ordnung dar und provoziert zugleich eine andauernde Katalogisierung und Klassifizierung, in die es immer wieder integriert wird und der es sich zugleich entzieht. Diese erfolgt seit dem 19. Jahrhundert einerseits in Archiven, denn die fiktionalen Monster der Moderne sind Monster zweiter Ordnung: Sie entstammen keiner direkten Erfahrung, sondern entweder den Bibliotheken der Mythologien, der Schauerliteratur, Fantastik usw. oder aber den &#187;Medien der Monstersichtung&#171; (331) wie Traum, Drogenerfahrungen, religi&#246;se Ekstase oder Wahnsinn. Andererseits lassen diese Diskursivierungsbem&#252;hungen Monsterarchive auch innerhalb der Horrorartefakte selbst entstehen, so beispielsweise im Horrorgenre, das sich seit den 1960er-Jahren auf &#187;Dynamiken der St&#246;rung, der Assimilation und der Addition&#171; (ebd.) st&#252;tzt. &#187;Der moderne Horrorfilm&#171;, schreibt Meteling, &#187;kann wie die Bibliothek deshalb als ein Archiv der kontinuierlichen Sammlung und Neuordnung betrachtet werden&#171; (ebd.). In diesem Sinne fungiert auch B<sc>T</sc>VS als ein Archiv, das u. a. auf eine andernorts gespeicherte Genretradition zur&#252;ckgreift, deren Elemente und Motive die Serie adaptiert, modifiziert und neu kontextualisiert.</p>
<p>Damit schreibt sie sich zugleich selbst in diese Horrortradition ein und ver&#228;ndert sie. Zuletzt beinhaltet B<sc>T</sc>VS diegetisch ein solches von fiktiven Konsumierenden, Akademikerinnen und Figuren zusammengetragenes Archiv in Form von Giles&#8217; okkulter Bibliothek, die, besonders in den ersten Staffeln, den wichtigsten Referenzpunkt der Scooby Gang darstellt. Diese nehmen hier innerhalb der Serie alle die Rolle der Ordnenden und Klassifizierenden ein, die, Meteling zufolge, das Monster greifbar und zug&#228;nglich machen wollen. Dieser Prozess der Identifizierung wiederholt sich immer wieder, bis das Archiv in der siebten und letzten Staffel schlie&#223;lich versagt. Nicht nur wird hier die Bibliothek des Rats der W&#228;chter als zentrales Quellenlager vernichtet, der Serienendgegner ist zudem das Erste B&#246;se, quasi das alles durchdringende Prinzip des B&#246;sen selbst, das, so die diegetische Erkl&#228;rung, der Schrift vorg&#228;ngig und deshalb undokumentiert ist.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>3. B<sc>UFFY VS</sc>. D<sc>RACULA</sc></title>
<p>Wie B<sc>T</sc>VS sich auf das extradiegetische Archiv bezieht, beispielsweise durch intertextuelle Referenzen auf Artefakte des Horrorgenres, l&#228;sst sich gut anhand der Episode B<sc>UFFY VS</sc>. D<sc>RACULA</sc> illustrieren. Die Folge wiederholt bruchst&#252;ckhaft den Plot des Horrorklassikers <italic>Dracula</italic>, der einem breiten Publikum aus Bram Stokers Roman oder aus dessen zahllosen Adaptionen bekannt ist. Diesen Umstand nutzt B<sc>T</sc>VS und ruft die zentralen Klischees um den popul&#228;ren Vampir und die Romanhandlung ab: Dracula tritt als extrem blasser, schwarzgekleideter, hochgewachsener Mann mit fremdartigem Akzent und theatralischem Make-Up auf. Schon bei der ersten Begegnung geraten die Scoobies unter seinen Bann. Wie <xref ref-type="bibr" rid="B10">Michelle Callander</xref> gezeigt hat, steht Buffy als Figur in der Tradition der Protagonistinnen der sp&#228;ten Gothic Novel, weshalb sie in die Rolle der weiblichen Hauptfigur schl&#252;pft. Bram Stokers Mina Harker ist f&#252;r ihre Zeit eine ungew&#246;hnliche Frau: als flei&#223;ige Hobby-Stenotypistin interessiert sie sich nicht nur f&#252;r modernste Technik, es ist ihre Arbeit an der Schreibmaschine, die die Gruppe von Vampirj&#228;gern schlie&#223;lich zum Sieg f&#252;hrt (<xref ref-type="bibr" rid="B15">Kittler</xref>). Dabei muss Mina eine Art Doppelexistenz aufrecht erhalten &#8211; ihre Schreibmaschine, das Instrument der Arbeit, die ihr wirklich am Herzen liegt, versteckt sie in einem Korb mit N&#228;hsachen, einem Sinnbild angemessener Freizeitbet&#228;tigung viktorianischer Frauen.<xref ref-type="fn" rid="n29">29</xref> &#196;hnlich wie Mina in der sozialen Rolle der unm&#252;ndigen Frau im 19. Jahrhundert gefangen ist, ist es Buffy in ihrer Rolle als J&#228;gerin. Beide Positionen werden von au&#223;en diktiert, ihre Einhaltung wird von M&#228;nnern sichergestellt &#8211; in Buffys Fall Giles, der sie immer wieder an ihre Verantwortung erinnert, in <italic>Dracula</italic> die Mina umgebenden M&#228;nner, die u. a. den Grad ihrer Beteiligung an der Vampirjagd bestimmen. Wie Buffy ist Mina auf die Zusammenarbeit mit M&#228;nnern angewiesen, die sie mit Informationen &#252;ber das Monster versorgen. Beide w&#228;hlt Dracula als seine Geliebte, beide versuchen, seine Bissspuren am Hals vor ihren Freunden unter Kleidungst&#252;cken zu verstecken.</p>
<p>Xander nimmt indes die Rolle des insektenverschlingenden, von Dracula fremdbestimmten Renfield ein und Giles zeitweise diejenige Jonathan Harkers, der den drei l&#252;sternen Vampirinnen in Draculas Schloss &#187;widerwillig&#171; erliegt. Giles identifiziert sie sofort als &#187;the three sisters&#171; &#8211; ihm ebenso wie den Zuschauenden aus <italic>Dracula</italic> bekannte Figuren. Und indem er sie sofort zu benennen wei&#223;, begibt Giles sich in die Rolle Abraham van Helsings, der in <italic>Dracula</italic> als Verwalter und Verteiler des f&#252;r die Vernichtung des Monsters n&#246;tigen Wissens auftritt. Selbstredend ist Van Helsing ein Vorg&#228;nger Giles&#8217;, wie auch f&#252;r zahlreiche weitere Mentor- und Expertenfiguren im Horrorgenre.<xref ref-type="fn" rid="n30">30</xref> Beide sind Au&#223;enseiter in einer Gruppe von Freunden, beide Ausl&#228;nder &#8211; van Helsing ist Holl&#228;nder in England, Giles Engl&#228;nder in Kalifornien. Sie entsprechen dem Jung&#8217;schen Archetypen des alten Weisen in Mythos und M&#228;rchen und dem Mentor in Joseph Campbells monomythischer Heldenreise. Als Wissenschaftler in einer Gesellschaft, die seit dem 19. Jahrhundert Archive, &#246;ffentliche Bibliotheken, Museen und die moderne Universit&#228;t kennt, spiegeln sie zudem die extradiegetischen Fans, Akademikerinnen und Akademiker, die ebenso Archive zusammentragen, verwalten und die Diskursivierung von B<sc>T</sc>VS und anderer Artefakte vorantreiben.</p>
<p>Durch die Wiederholung des Plots bzw. dessen zentraler Motive und Figuren huldigt B<sc>UFFY VS</sc>. D<sc>RACULA</sc> Stokers prototypischem Vampir und legt durch Reinszenierung und ironischen Kommentar zugleich die Klischees frei, die Dracula ebenso kennzeichnen wie seine vielen popkulturellen Spr&#246;sslinge: Als Spike in seiner Funktion als lebendiges, monstr&#246;ses Speichermedium nach dem Grafen gefragt wird, erkl&#228;rt er, er kenne ihn gut und der alte Rivale schulde ihm noch elf Pfund, aus Zeiten vor seiner Ber&#252;hmtheit. Draculas besondere F&#228;higkeiten seien &#187;nothing but showy gipsy stuff&#171; und zu den ihn begleitenden Stereotypen: &#187;the Count has to have his luxury estate and his bug-eaters and his&#8230; special dirt, doesn&#8217;t he?&#171; Dass Buffy und ihre Freunde Dracula bei ihrer ersten Begegnung verh&#246;hnen, &#252;berrascht nicht, denn mit seiner altmodischen Kleidung, seinem theatralischen Make-Up und ohne das Vampire im Buffyverse markierende <italic>Game Face</italic> wirkt Dracula wie eine Parodie &#8211; wie jemand, der sich als Dracula verkleidet hat. Xander fragt ihn sogar, ob sein Akzent aus der S<sc>ESAMSTRA&#223;E</sc> stamme und bezieht sich damit auf Count von Count (dt. Graf Zahl), der wiederum dem ikonischen 1931 von Bela Lugosi mit ungarischem Akzent gespielten Dracula nachempfunden ist, der eine Tradition von Dracula-Darstellungen mit Akzenten begr&#252;ndete. Diese Nebenbemerkung verweist also auf ein Archiv von <italic>Dracula</italic>-Adaptionen. Allerdings wird Dracula nicht nur als klischeehafte Witzfigur portraitiert, sondern auch als ernstzunehmender Gegner: Die Scoobies geraten bereits bei diesem ersten Treffen unter seinen Bann und nehmen die oben beschriebenen Rollen in Draculas Narrativ ein, das dasjenige des Buffyverse &#252;berschreibt. Der Graf entpuppt sich als geschickter Manipulator &#8211; zwar ein weiteres Klischee, aber eins, das ihn zu einem gef&#228;hrlichen Gegenspieler macht, der die gesamte Scooby Gang, einschlie&#223;lich Buffy, unter seine Kontrolle bringt.</p>
<p>Indem B<sc>T</sc>VS solche und andere Referenzen abruft (der Titel der Episode mit der Gegen&#252;berstellung zweier Gegner erinnert beispielsweise an Pulp-Literatur), offenbart die Serie das selbstreflexive Bewusstsein, in einer popkulturellen Tradition zu stehen. Indem Dracula mit allen seinen stereotypischen Charakteristika ausgestattet wird, die zugleich ironisch in Szene gesetzt werden, kommentiert die Serie diese Tradition. Da sie nicht nur Dracula aufgreift, sondern auch Elemente der Handlung und Charakteristika anderer Hauptfiguren reproduziert, ist B<sc>UFFY VS</sc>. D<sc>RACULA</sc> nicht nur eine Hommage, sondern selbst eine Adaption des Romans. Die Inszenierung als ironischer Kommentar distanziert sich aber sogleich von <italic>Dracula</italic> und verdeutlicht so, dass eine ernsthafte Adaption um 2000 kaum noch m&#246;glich ist, da die Bestandteile des Romans inzwischen zu einer Masse von Klischees geworden sind. An dieser Episode zeigt sich das Bewusstsein der Serie vom extradiegetischen Archiv, aus dem sie ihre Motive, Figuren und Narrative sch&#246;pft. Dieses schreibt sie zugleich fort, indem sie eine neue Adaption von <italic>Dracula</italic> hinzuf&#252;gt.</p>
<p>Andere Folgen von B<sc>T</sc>VS &#252;bernehmen auf &#228;hnliche Weise Figuren, Story-Elemente usw. aus anderen Werken, beispielsweise erinnert der D&#228;mon-Cyborg Adam in Staffel vier an Frankensteins Gesch&#246;pf oder die Fischmonster, in die sich die Schwimmermannschaft der Sunnydale High in &#187;Go Fish&#171;<xref ref-type="fn" rid="n31">31</xref> verwandelt an das Monster aus dem Horrorfilmklassiker C<sc>REATURE FROM THE</sc> B<sc>LACK</sc> L<sc>AGOON</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B2">US 1954, Regie: Jack Arnold</xref>). Umgekehrt schreibt sich aber auch Stokers Roman als B&#252;ndel von Figuren, Motiven und Handlungsstr&#228;ngen in das Archiv aller B<sc>T</sc>VS-Episoden ein. <xref ref-type="bibr" rid="B12">Coralline Dupuy</xref> hat darauf hingewiesen, dass die Episode B<sc>UFFY VS</sc>. D<sc>RACULA</sc> eine Aktualisierung des Dracula-Plots liefert: &#187;If Dracula was indeed a compendium of fin-de-si&#232;cle phobias for the nineteenth century, B<sc>UFFY THE</sc> V<sc>AMPIRE</sc> S<sc>LAYER</sc> cannily articulates the evolution of the vampire film and of the Gothic genre altogether at the start of the twenty-first century.&#171;</p>
<p>Deshalb ist Dracula das einzige Monster in der Serie, das nicht in Giles&#8217; ledergebundenen okkulten B&#228;nden, sondern in der Popkultur recherchiert werden muss. Als Xander Giles fragt, ob Dracula sich in eine Fledermaus verwandeln kann, antwortet der Bibliothekar, der in der Regel auf alles eine Antwort oder eine Referenz zur Recherche bereith&#228;lt, schlicht: &#187;I have no idea!&#171; Es gebe bereits zu viele Berichte &#252;ber den Grafen, erkl&#228;rt er, als dass Fiktion noch von Fakten unterscheidbar w&#228;re. Die Scooby Gang steht also vor einer chaotischen &#220;berf&#252;lle von Texten, die sich kaum noch erfassen lassen &#8211; wie die in der Anfangssequenz gezeigten Textabschnitte. Das Buffyverse ist offenbar eines, in dem es Stokers Roman ebenfalls gibt. Da aber, wie sich in dieser Episode, auch f&#252;r die Scooby Gang, &#252;berraschend herausstellt, auch der reale Vampir neben allen anderen Vampiren existiert, die nicht von einer solchen Legion popkultureller Artefakte umgeben sind, f&#228;llst es umso schwieriger, den diegetisch realen Dracula vom fiktiven zu trennen. Giles&#8217; Archiv versagt, da jede darin enthaltene Information selbst klassifiziert werden muss. Nicht nur ist Dracula also ein Monster, das sich der Eingliederung ins Archiv entzieht, auch macht er das Archiv selbst monstr&#246;s, durch &#252;berbordende Wucherung, wenn die vom Roman inspirierten Artefakte wiederum neue Artefakte und Fiktionen anregen usw. Dracula ist ein nach Metelings Konzeption faszinierendes Monster <italic>par excellence</italic>: Eines, das fortw&#228;hrende Diskursivierungsbem&#252;hungen provoziert, indem es sich der Integration ins System entzieht &#8211; ein Umstand, der in B<sc>UFFY VS</sc>. D<sc>RACULA</sc> thematisiert wird.</p>
</sec>
<sec>
<title>4. Zirkul&#228;re Strukturen</title>
<p>Die siebente und letzte Staffel von B<sc>T</sc>VS kn&#252;pft in vielerlei Hinsicht an den Anfang der Serie an, insbesondere ihre erste Episode L<sc>ESSONS</sc>.<xref ref-type="fn" rid="n32">32</xref> Zu Beginn sehen wir Buffy und ihre j&#252;ngere Schwester Dawn auf dem Friedhof: Buffy trainiert sie im Kampf, was an die zahlreichen Trainingsszenen Buffys mit Giles erinnert, die besonders in den ersten zwei Staffeln h&#228;ufig auftreten. Als Dawn mit dem Holzpflock neben das Vampirherz sticht, kommentiert Buffy mit: &#187;My first time out, I missed the heart, too&#171; &#8211; Ja, wir erinnern uns. Die n&#228;chste Szene f&#252;hrt uns zur Sunnydale High-School, die nach ihrer Zerst&#246;rung am Ende der dritten Staffel wieder aufgebaut wurde und auf demselben Grundst&#252;ck wiederer&#246;ffnet wird und die die Hauptfiguren auf verschiedene Weise anzuziehen scheint: Dawn ist hier Sch&#252;lerin (wie Buffy in der ersten Staffel), Xander arbeitet auf der Baustelle und Buffy wird sp&#228;ter Schulseelsorgerin. Willow, deren Missbrauch ihrer magischen F&#228;higkeiten sie in der sechsten Staffel zur Endgegnerin werden lie&#223;, traut sich unter der Obhut eines Hexenzirkels in England wieder behutsam an die Magie heran &#8211; wie die Anf&#228;ngerin, die sie in fr&#252;heren Staffeln war. Als sie in S<sc>AME</sc> T<sc>IME</sc>, S<sc>AME</sc> P<sc>LACE</sc><xref ref-type="fn" rid="n33">33</xref> nach Sunnydale zur&#252;ckkehrt, wird sie so inszeniert wie zu Beginn der Serie &#8211; als ein sch&#252;chternes M&#228;dchen, das sich von ihrem sozialen Umfeld entfremdet f&#252;hlt. Der Vampir Spike, der in der Zwischenzeit &#187;eine Seele erlangt hat&#171;, wie es hei&#223;t, hat im Schulkeller Unterschlupf gefunden und wird vom Ersten B&#246;sen geplagt, einem immateriellen Gegner, den wir bereits aus Staffel drei kennen. Am Ende der ersten Episode erscheint es ihm in Gestalt der wichtigsten Endgegner Buffys in umgekehrter Reihenfolge und kommentiert: &#187;that&#8217;s where we&#8217;re going &#8230; right back to the beginning. Not the bang, not the word, the true beginning&#171;.<xref ref-type="fn" rid="n34">34</xref></p>
<p>Die siebente Staffel f&#252;hrt uns also zur&#252;ck an den Anfang. Die dadurch etabliert zirkul&#228;re Struktur offenbart das der Serie inh&#228;rente Muster der Wiederholung. Unter anderem werden bekannte Figuren wieder eingef&#252;hrt: Neben dem Ersten B&#246;sen kehrt die J&#228;gerin Faith zur&#252;ck, die in der vierten Staffel zuletzt gesehen wurde, ebenso Buffys Ex-Freund Angel, der Sunnydale nach der dritten Staffel verlassen hat. Nach seiner Abwesenheit kommt auch Giles aus England wieder und nimmt seine v&#228;terliche Rolle gegen&#252;ber Buffy und den jungen, potenziellen J&#228;gerinnen ein, die die Scooby Gang in Sunnydale versammelt. Die gegnerische Macht versucht, die J&#228;gerinnen auszurotten, indem sie zuerst alle k&#252;nftigen J&#228;gerinnen ermordet und danach Buffy und Faith. Jede von diesen potenziellen J&#228;gerinnen erinnert wiederum an Buffys Vergangenheit vor ihrem Ruf, die in B<sc>T</sc>VS durch R&#252;ckblenden erschlossen wurde.</p>
<p>Jede Figur in der Serie ist Tr&#228;gerin von Erinnerung, jede hat ihre eigene Vergangenheit, die die Zuschauenden im Laufe der Serie kennengelernt haben. Wenn Giles&#8217; Monsterb&#252;cher gleichzeitig die Vergangenheit und die Zukunft enthalten, dann verweist die Vergangenheit der Figuren in BtVS jeweils auf ihre eigene Zukunft &#8211; und umgekehrt: Immer wieder kehren sie in ihre alten Rollen zur&#252;ck, als seien sie in einer M&#246;biusschleife der Erinnerung gefangen. Auch darin wird eine Struktur der Wiederholung offenbar: Wenn die Erinnerung an vergangene K&#228;mpfe gegen D&#228;monen in &#187;mnemonic objects&#171; wie Waffen bewahrt und dazu benutzt wird, die gespeicherten Handlungen zu wiederholen, um weitere D&#228;monen zu besiegen, dann ist der Kampf gegen sie ein serieller Prozess, der potenziell unendlich fortgef&#252;hrt bzw. wiederholt werden kann. Damit das geschehen kann, braucht es eine J&#228;gerin und ihren W&#228;chter, die ihre jeweiligen Rollen einnehmen: passiver Experte und Verwalter von Wissen und aktive K&#228;mpferin, die dieses Wissen in die Tat umsetzt. Auch dieses Duo unterliegt einem seriellen Prinzip: Stirbt eine J&#228;gerin, wird die n&#228;chste gerufen und ein neuer W&#228;chter gew&#228;hlt. In jeder Generation seit der Urgeschichte der Menschheit &#8211; in die uns in dieser Staffel eine R&#252;ckblende f&#252;hrt &#8211; gab es J&#228;gerinnen und jede von ihnen hatte einen W&#228;chter. Zusammen traten sie gegen eine Serie von Monstern an. Diese repetitive Geschichte wird wiederum in B<sc>T</sc>VS in serieller Form erz&#228;hlt. Konsequenterweise muss die Wiederholung eliminiert werden, damit die Serie zu Ende kommen kann. Genau darauf zielt der Plan des Ersten B&#246;sen ab, der die Beseitigung aller potenziellen Gegnerinnen vorsieht. Am Ende ist es jedoch die Scooby Gang, die diese Serialit&#228;t abbricht: Indem Willow alle potenziellen J&#228;gerinnen auf der Welt gleichzeitig &#187;aktiviert&#171;, wird deren Serialit&#228;t in eine Simultaneit&#228;t &#252;berf&#252;hrt. Konsequenterweise beendet das nicht nur die seriell angelegte Handlung, sondern auch die Serie selbst.</p>
<p>Die letzte Staffel zielt also darauf ab, das Archiv von B<sc>T</sc>VS selbst in Erinnerung zu rufen und zu ordnen. Sie kn&#252;pft an den Beginn der Serie an, referenziert und zitiert fr&#252;here Episoden, bringt Figuren und Orte zur&#252;ck und entfaltet so das B<sc>T</sc>VS-Archiv vor unseren Augen. Sie reflektiert also ihre eigene Speicherfunktion, bevor sie die serielle Struktur der J&#228;gerinnen, W&#228;chter und Apokalypsen aufhebt. Das f&#252;hrt nicht nur zur vollst&#228;ndigen Vernichtung Sunnydales, sondern auch zum Ende der Serie selbst. Damit geht die Rolle des Archivars endg&#252;ltig auf die Zuschauenden (beide <italic>watcher</italic>) &#252;ber. In Spiegelung und Fortschreibung der vielen J&#228;gerinnen und W&#228;chter des <italic>Buffyverse</italic>, das mit dem Ende der Serie endg&#252;ltig ins Archiv der popul&#228;ren Kultur eingegangen ist, bleibt es uns &#252;berlassen, B<sc>T</sc>VS zu klassifizieren, zu archivieren und interpretieren.</p>
</sec>
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<fn id="n1"><p>Dt. Titel: B<sc>UFFY</sc>. I<sc>M</sc> B<sc>ANN DER</sc> D<sc>&#228;MONEN</sc>. Im Folgenden B<sc>T</sc>VS.</p></fn>
<fn id="n2"><p>W<sc>RECKED</sc>, dt. Titel: D<sc>ER</sc> F<sc>LUCH</sc> D<sc>ER</sc> Z<sc>AUBEREI</sc>, S06E10, US 2001, Regie: David Solomon.</p></fn>
<fn id="n3"><p>Wiene spielt hier auf Buffys Freund Angel an, und vermutlich auf die Episode T<sc>EACHER</sc>&#8217;S P<sc>ET</sc> (dt. Titel D<sc>IE</sc> G<sc>OTTESANBETERIN</sc>, S01E04, Regie: Bruce Seth Green, 1997), in der eine Lehrerin sich als menschengro&#223;e Gottesanbeterin entpuppt, die Xander verf&#252;hren und anschlie&#223;end verspeisen m&#246;chte. In T<sc>ED</sc> (S02E11, US 1997, Regie: Bruce Seth Green) enttarnt Buffy den neuen Freund ihrer Mutter als Roboter.</p></fn>
<fn id="n4"><p>Dt. Titel: D<sc>AS GRO&#223;E</sc> S<sc>CHWEIGEN</sc>, S04E10, US 1999, Regie: Joss Whedon. Zu dieser Episode siehe bspw. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Jenkins und Stuart</xref>, &#187;<xref ref-type="bibr" rid="B23">Shade</xref>&#171;; <xref ref-type="bibr" rid="B27">Wirth</xref>.</p></fn>
<fn id="n5"><p>Dt. Titel: T<sc>OD EINER</sc> M<sc>UTTER</sc>, S05E16, US 2001, Regie: Joss Whedon. Zur Affektvermittlung in T<sc>HE</sc> B<sc>ODY</sc> siehe <xref ref-type="bibr" rid="B13">Fletcher</xref>.</p></fn>
<fn id="n6"><p>Dt. Titel: N<sc>OCH EINMAL MIT</sc> G<sc>EF&#252;HL</sc>, S06E07, US 2001, Regie: Joss Whedon. Zur Musical-Folge siehe <xref ref-type="bibr" rid="B8">Albright</xref>.</p></fn>
<fn id="n7"><p>Dt. Titel: J<sc>EDEM SEINEN</sc> A<sc>LPTRAUM</sc>, S04E22, US 2000, Regie: Joss Whedon. Zu dieser Episode siehe <xref ref-type="bibr" rid="B17">Lecoq</xref> sowie <xref ref-type="bibr" rid="B22">Pateman, &#187;Restless Reading&#171;</xref>.</p></fn>
<fn id="n8"><p>Dt. Titel: D<sc>IE</sc> N<sc>ACHT DER LEBENDEN</sc> L<sc>EICHEN</sc>, S03E13, US 1999, Regie: Dan Vebber. Zur Erz&#228;hlstruktur in T<sc>HE</sc> Z<sc>EPPO</sc> siehe auch <xref ref-type="bibr" rid="B18">McNeilly, Sylka und Fisher</xref>.</p></fn>
<fn id="n9"><p>Dt. Titel: D<sc>ER</sc> G<sc>ESCHICHTENERZ&#228;HLER</sc>, S07E16, US 2003, Regie: Jane Espenson.</p></fn>
<fn id="n10"><p>Der Rat der W&#228;chter feuert Giles in H<sc>ELPLESS</sc> (dt. Titel: D<sc>IE</sc> R<sc>EIFEPR&#252;FUNG</sc>, S03E12, US 1999, Regie: James A. Contner), Buffy &#8250;k&#252;ndigt&#8249; ihm in G<sc>RADUATION</sc> D<sc>AY</sc> (1) (dt. Titel: D<sc>AS</sc> B<sc>LUT DER</sc> J<sc>&#228;GERIN</sc>, S03E21, Regie: David Solomon, 1999). In der 5. Staffel nimmt er seine offizielle Funktion als W&#228;chter wieder ein.</p></fn>
<fn id="n11"><p>S05E01, US 2000, Regie: David Solomon.</p></fn>
<fn id="n12"><p>Die Bezeichnung &#187;Scooby Gang&#171; referenziert die Gruppe junger Ermittler des &#220;bernat&#252;rlichen im S<sc>COOBY</sc>-D<sc>OO</sc>-Franchise. Die animierte TV-Serie wurde erstmals ab 1969 als S<sc>COOBY</sc>-D<sc>OO</sc>, W<sc>HERE ARE</sc> Y<sc>OU</sc>? ausgestrahlt (dt. Titel: S<sc>COOBY</sc> D<sc>OO</sc>, <sc>WO BIST DU</sc>?, <xref ref-type="bibr" rid="B4">US 1969&#8211;1970</xref>, Idee: Joe Ruby und Ken Spears). Seitdem sind mehrere Spin-offs und Follow-ups entstanden, darunter zwei Live-Action-Filme mit Sarah Michelle Gellar: S<sc>COOBY</sc>-D<sc>OO</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B5">US 2002, Regie: Raja Gosnell</xref>) und S<sc>COOBY</sc>-D<sc>OO</sc> 2: M<sc>ONSTERS</sc> U<sc>NLEASHED</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B6">US 2004, Regie: Raja Gosnell</xref>).</p></fn>
<fn id="n13"><p>Bspw. ist die Titelsequenz bei S<sc>UPERSTAR</sc> (dt. Titel: J<sc>ONATHAN</sc>, S04E17, US 2000, Regie: David Grossman) eine andere, weil sie an das in dieser Episode gezeigte, von Jonathan geschaffene Paralleluniversum angepasst ist (siehe dazu <xref ref-type="bibr" rid="B20">Mikosz</xref>/Och). Bei derjenigen f&#252;r S<sc>EEING</sc> R<sc>ED</sc> (dt. Titel: W<sc>ARRENS</sc> R<sc>ACHE</sc>, S06E09, Regie: Michael Gershman, 2001) nimmt Tara eine prominente Stellung ein, was die Dramatik ihres Todes in dieser Episode unterstreicht.</p></fn>
<fn id="n14"><p>Dt. Titel: D<sc>AS</sc> Z<sc>ENTRUM DES</sc> B<sc>&#246;SEN</sc>, S01E01, US 1997, Regie: Joss Whedon.</p></fn>
<fn id="n15"><p>Dt. Titel: D<sc>IE</sc> B<sc>OX VON</sc> G<sc>AVROCK</sc>, S03E19, US 1999, Regie: James A. Contner.</p></fn>
<fn id="n16"><p>Das wird in B<sc>ECOMING</sc> (1) (dt. Titel: W<sc>ENDEPUNKTE</sc>, S02E21, US 1998, Regie: Joss Whedon) deutlich, als Arch&#228;ologen einen Sarkophag ausgraben und Giles zur Untersuchung einladen.</p></fn>
<fn id="n17"><p>T<sc>HE</sc> F<sc>RESHMAN</sc>, dt. Titel: F<sc>RISCHLINGE</sc>, S04E01, US 1999, Regie: Joss Whedon.</p></fn>
<fn id="n18"><p>Vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B18">McNeilly, Sylka und Fisher</xref>.</p></fn>
<fn id="n19"><p>Dt. Titel: D<sc>ER</sc> R<sc>AT DER</sc> W<sc>&#228;CHTER</sc>, S05E12, US 2001, Regie: Nick Marck.</p></fn>
<fn id="n20"><p>Vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B25">Wandless 2</xref>.</p></fn>
<fn id="n21"><p>N<sc>EVER</sc> K<sc>ILL A</sc> B<sc>OY ON THE</sc> F<sc>IRST</sc> D<sc>ATE</sc>, dt. Titel: O<sc>HNE</sc> B<sc>UFFY LEBT SICH&#8217;S L&#228;NGER</sc>, S01E05, US 1997, Regie: David Semel.</p></fn>
<fn id="n22"><p>L<sc>IE</sc> T<sc>O</sc> M<sc>E</sc>, dt. Titel: T<sc>ODESSEHNSUCHT</sc>, S02E07, US 1997, Regie: Joss Whedon.</p></fn>
<fn id="n23"><p>B<sc>ECOMING</sc>.</p></fn>
<fn id="n24"><p>T<sc>HE</sc> Y<sc>OKO</sc> F<sc>ACTOR</sc>, dt. Titel: D<sc>ER</sc> Y<sc>OKO</sc>-F<sc>AKTOR</sc>, S04E20, US 2000, Regie: David Grossman, siehe auch <xref ref-type="bibr" rid="B25">Wandless 5</xref>.</p></fn>
<fn id="n25"><p>A<sc>NGEL</sc>, dt. Titel: A<sc>NGEL</sc> &#8211; B<sc>LUTIGE</sc> K<sc>&#252;SSE</sc>, S01E07, US 1997, Regie: Scott Brazil.</p></fn>
<fn id="n26"><p>B<sc>ECOMING</sc> (1).</p></fn>
<fn id="n27"><p>Vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B29">Z&#252;rcher 10 f</xref>.</p></fn>
<fn id="n28"><p>Dt. Titel: D<sc>ER</sc> G<sc>EIST DER</sc> C<sc>HUMASH</sc>, S04E08, US 1999, Regie: Michael Lange.</p></fn>
<fn id="n29"><p>Stoker, Kap. XIV; vgl. Callander.</p></fn>
<fn id="n30"><p>Zu Giles und van Helsing siehe Dupuy.</p></fn>
<fn id="n31"><p>Dt. Titel: D<sc>AS</sc> G<sc>EHEIMNIS DER</sc> F<sc>ISCHMONSTER</sc>, S02E20, Regie: David Semel, 1998.</p></fn>
<fn id="n32"><p>Dt. Titel: A<sc>LLES AUF</sc> A<sc>NFANG</sc>, S07E01, US 2002, Regie: David Solomon.</p></fn>
<fn id="n33"><p>Dt. Titel: W<sc>ILLOWS</sc> W<sc>ELT</sc>, S07E03, US 2002, Regie: James E. Contner.</p></fn>
<fn id="n34"><p>L<sc>ESSONS</sc>, Min. 37&#8211;39.</p></fn>
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<sec>
<title>Autorin</title>
<p>Katharina Rein studierte Kulturwissenschaft, Alte Geschichte und Philosophie an der Humboldt-Universit&#228;t zu Berlin. Hier verfasste sie anschlie&#223;end auch ihre Dissertation zur Kultur- und Mediengeschichte der B&#252;hnenzauberkunst im sp&#228;ten 19. Jahrhundert, die mit dem Jubil&#228;umspreis f&#252;r Nachwuchswissenschaftler_innen des B&#252;chner Verlags ausgezeichnet wurde. Au&#223;erdem geh&#246;ren Horrorfilm, Gothic und Early Cinema zu ihren Forschungsschwerpunkten. Reins wissenschaftliche Arbeiten sind in vier Sprachen erschienen. Seit 2013 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Internationalen Kolleg f&#252;r Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (IKKM) an der Bauhaus-Universit&#228;t Weimar, zuvor war sie an der Professur f&#252;r Medienphilosophie an derselben Universit&#228;t t&#228;tig. Seit 2015 ist Rein Mitglied im internationalen interdisziplin&#228;ren Forschungsprojekt <italic>Les Arts Trompeurs. Machines, Magie, M&#233;dias</italic> (Paris). 2016 und 2019 war sie Lehrbeauftragte am Institut f&#252;r Theaterwissenschaft der Freien Universit&#228;t Berlin, 2014&#8211;2015 Redaktionsmitglied der <italic>Zeitschrift f&#252;r Medien- und Kulturforschung</italic> (<italic>ZMK</italic>).</p>
</sec>
<sec>
<title>Konkurrierende Interessen</title>
<p>Die Autorin hat keine konkurrierenden Interessen zu erkl&#228;ren.</p>
</sec>
<ref-list>
<title>Filmografie</title>
<ref id="B1"><label>1</label><mixed-citation publication-type="book"><collab>B<sc>UFFY THE</sc> V<sc>AMPIRE</sc> S<sc>LAYER</sc></collab> (US <year>1997&#8211;2003</year>, <publisher-loc>Idee</publisher-loc>: <publisher-name>Joss Whedon</publisher-name>).</mixed-citation></ref>
<ref id="B2"><label>2</label><mixed-citation publication-type="book"><collab>C<sc>REATURE FROM THE</sc> B<sc>LACK</sc> L<sc>AGGOON</sc></collab> (US <year>1954</year>, <publisher-loc>Regie</publisher-loc>: <publisher-name>Jack Arnold</publisher-name>).</mixed-citation></ref>
<ref id="B3"><label>3</label><mixed-citation publication-type="book"><collab>T<sc>HE</sc> L<sc>OST</sc> B<sc>OYS</sc></collab> (US <year>1987</year>, <publisher-loc>Regie</publisher-loc>: <publisher-name>Joel Schumacher</publisher-name>).</mixed-citation></ref>
<ref id="B4"><label>4</label><mixed-citation publication-type="book"><collab>S<sc>COOBY</sc>-D<sc>OO</sc>, W<sc>HERE ARE</sc> Y<sc>OU</sc>?</collab> (US <year>1969&#8211;1970</year>, <publisher-loc>Idee</publisher-loc>: <publisher-name>Joe Ruby und Ken Spears</publisher-name>).</mixed-citation></ref>
<ref id="B5"><label>5</label><mixed-citation publication-type="book"><collab>S<sc>COOBY</sc>-D<sc>OO</sc></collab> (US <year>2002</year>, <publisher-loc>Regie</publisher-loc>: <publisher-name>Raja Gosnell</publisher-name>).</mixed-citation></ref>
<ref id="B6"><label>6</label><mixed-citation publication-type="book"><collab>S<sc>COOBY</sc>-D<sc>OO</sc> 2: M<sc>ONSTERS</sc> U<sc>NLEASHED</sc></collab> (US <year>2004</year>, <publisher-loc>Regie</publisher-loc>: <publisher-name>Raja Gosnell</publisher-name>).</mixed-citation></ref>
<ref id="B7"><label>7</label><mixed-citation publication-type="book"><collab>T<sc>RUE</sc> B<sc>LOOD</sc></collab> (US <year>2008&#8211;2014</year>, <publisher-loc>Idee</publisher-loc>: <publisher-name>Alan Ball</publisher-name>).</mixed-citation></ref>
</ref-list>
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<title>Zitierte Werke</title>
<ref id="B8"><label>8</label><mixed-citation publication-type="webpage"><string-name><surname>Albright</surname>, <given-names>Richard S.</given-names></string-name> <article-title>&#187;&#8250;[B]reakaway pop hit or &#8230; book number?&#8249; &#8250;Once More, with Feeling&#8249; and Genre&#171;</article-title>. <source>Slayage: The International Journal of Buffy Studies</source> <volume>5.1./17</volume> (<issue>2005</issue>). <uri>www.whedonstudies.tv/uploads/2/6/2/8/26288593/albright_slayage_5.1.pdf</uri>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B9"><label>9</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Asma</surname>, <given-names>Stephen T.</given-names></string-name> <source>Monster, M&#246;rder und Mutanten. Eine Geschichte unserer sch&#246;nsten Alptr&#228;ume</source>. <publisher-name>Propyl&#228;en</publisher-name>, <year>2011</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B10"><label>10</label><mixed-citation publication-type="webpage"><string-name><surname>Callander</surname>, <given-names>Michelle</given-names></string-name>. <article-title>&#187;Bram Stoker&#8217;s Buffy. Traditional Gothic and Contemporary Culture&#171;</article-title>. <source>Slayage: The International Journal of Buffy Studies</source> <volume>1/3</volume> (<issue>2001</issue>). <uri>www.whedonstudies.tv/uploads/2/6/2/8/26288593/callander_slayage_1.3.pdf</uri>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B11"><label>11</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Carruthers</surname>, <given-names>Mary J.</given-names></string-name> <source>The Book of Memory. A Study of Memory in Medieval Culture</source>. <publisher-name>Cambridge UP</publisher-name>, <year>2008</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B12"><label>12</label><mixed-citation publication-type="webpage"><string-name><surname>Dupuy</surname>, <given-names>Coralline</given-names></string-name>. <article-title>&#187;Is Giles Simply Another Dr Van Helsing? Continuity &amp; Innovation in the Figure of the Watcher in Buffy the Vampire Slayer&#171;</article-title>. <source>Refractory: A Journal of Entertainment Media</source> <volume>2</volume> (<issue>2003</issue>). <uri>www.refractory.unimelb.edu.au/2003/03/18/is-giles-simply-another-dr-van-helsing-continuity-innovation-in-the-figure-of-the-watcher-in-buffy-the-vampire-slayer-coralline-dupuy</uri>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B13"><label>13</label><mixed-citation publication-type="webpage"><string-name><surname>Fletcher</surname>, <given-names>Lawson</given-names></string-name>. <article-title>&#187;&#8250;Is She Cold?&#8249; Telaesthetic Horror and Embodied Textuality in &#8250;The Body&#8249;&#171;</article-title>. <source>Slayage: The International Journal of Buffy Studies</source> <volume>9.1./33</volume> (<issue>2001</issue>). <uri>www.whedonstudies.tv/uploads/2/6/2/8/26288593/fletcher_slayage_9.1.pdf</uri>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B14"><label>14</label><mixed-citation publication-type="webpage"><string-name><surname>Jenkins</surname>, <given-names>Alice</given-names></string-name> und <string-name><given-names>Susan</given-names> <surname>Stuart</surname></string-name>. <article-title>&#187;Extending Your Mind. Non-Standard Perlocutionary Acts in &#8250;Hush&#8249;&#171;</article-title>. <source>Slayage: The International Journal of Buffy Studies</source> <volume>3.1./9</volume> (<issue>2003</issue>). <uri>www.whedonstudies.tv/uploads/2/6/2/8/26288593/jenkins_stuart_slayage_3.1.pdf</uri>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B15"><label>15</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Kittler</surname>, <given-names>Friedrich A.</given-names></string-name> <chapter-title>&#187;Draculas Verm&#228;chtnis&#171;</chapter-title>. <source>Draculas Verm&#228;chtnis. Technische Schriften</source>. <publisher-name>Reclam</publisher-name>, <year>1993</year>. <fpage>11</fpage>&#8211;<lpage>57</lpage>.</mixed-citation></ref>
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