<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Publishing DTD v1.2 20120330//EN" "http://jats.nlm.nih.gov/publishing/1.2/JATS-journalpublishing1.dtd">
<!--<?xml-stylesheet type="text/xsl" href="article.xsl"?>-->
<article article-type="research-article" dtd-version="1.2" xml:lang="de" xmlns:mml="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance">
<front>
<journal-meta>
<journal-id journal-id-type="issn">2753-8494</journal-id>
<journal-title-group>
<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Fantastikforschung</journal-title>
</journal-title-group>
<issn pub-type="epub">2753-8494</issn>
<publisher>
<publisher-name>Open Library of Humanities</publisher-name>
</publisher>
</journal-meta>
<article-meta>
<article-id pub-id-type="doi">10.16995/zff.16307</article-id>
<article-categories>
<subj-group>
<subject>Rezensionen</subject>
</subj-group>
</article-categories>
<title-group>
<article-title>Die unsichtbaren neunzig Prozent hervorholen. Thomas Honeggers <italic>Tweaking Things a Little: Essays on the Epic Fantasy of J.R.R. Tolkien and George R.R. Martin</italic></article-title>
</title-group>
<contrib-group>
<contrib contrib-type="author">
<name>
<surname>Weinreich</surname>
<given-names>Frank</given-names>
</name>
<email>fw@textarbeiten.com</email>
<xref ref-type="aff" rid="aff-1">1</xref>
</contrib>
</contrib-group>
<aff id="aff-1"><label>1</label>Independent Scholar, DE</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2024-04-26">
<day>26</day>
<month>04</month>
<year>2024</year>
</pub-date>
<pub-date pub-type="collection">
<year>2024</year>
</pub-date>
<volume>12</volume>
<issue>1</issue>
<fpage>1</fpage>
<lpage>11</lpage>
<permissions>
<copyright-statement>Copyright: &#x00A9; 2024 The Author(s)</copyright-statement>
<copyright-year>2024</copyright-year>
<license license-type="open-access" xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
<license-p>Die Zeitschrift f&#252;r Fantastikforschung ist eine Open-Access-Zeitschrift mit Peer-Review-Verfahren der Open Library of Humanities. &#169; 2024 Der/die Autor*innen. Dieser Open-Access-Beitrag ist lizensiert durch die Creative-Commons-Grundlizenzen in der Version 4.0 (Creative Commons Namensnennung 4.0 International, welche die unbeschr&#228;nkte Nutzung, Verbreitung und Vervielf&#228;ltigung erlaubt, solange der/die Autor*in und die Quelle genannt werden). Vgl. <uri>https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de</uri>.</license-p>
</license>
</permissions>
<self-uri xlink:href="https://zff.openlibhums.org/articles/10.16995/zff.16307/"/>
<abstract>
<p>Review essay of <italic>Tweaking Things a Little</italic> by Thomas Honegger.</p>
</abstract>
</article-meta>
</front>
<body>
<disp-quote>
<p>For Fantasy is true, of course. It isn&#8217;t factual, but it is true.</p>
<p>(Ursula K. Le Guin: &#187;Why Are Americans Afraid of Dragons?&#171;)</p>
</disp-quote>
<p>Der Weltenbau ist vielleicht das wichtigste Element aller Fantasyliteratur. Die Stoffe &#8211; wie Liebe, Hass, Freundschaft, Intrigen, Loyalit&#228;t, Heldentum, Pers&#246;nlichkeitsentwicklung und Politik &#8211; k&#246;nnen in aller Art von Literatur, ja aller Art von Kunst und Musik behandelt werden. Und man kann sagen, dass diese Themen einfacher zu entwickeln sind, wenn sie sich auf realem Terrain abspielen, denn Erz&#228;hlerinnen und Erz&#228;hler wie auch das Publikum bewegen sich dort in einem vertrauteren Umfeld, das vielen Genres eine Heimat gibt. Im Krimi, der Liebesgeschichte, dem Milit&#228;repos, der Satire und &#252;berhaupt realistischer Literatur finden sich wohlbekannte, weil mit der eigenen Erfahrungswelt korrespondierende B&#252;hnen f&#252;r die genannten Inhalte. Fantasy erz&#228;hlt von all dem auch, hat aber zudem eine deutlich h&#246;here H&#252;rde zu &#252;berwinden, um Samuel T. Coledriges &#187;willing suspension of disbelief&#171; zu erreichen (<xref ref-type="bibr" rid="B3">Coleridge 169</xref>). Nicht nur ist die Geschichte &#8211; wie alle Fiktion &#8211; erlogen, sie spielt auch noch auf einer B&#252;hne, die es nicht gibt. Tolkien nannte als Erfordernis f&#252;r eine &#252;berzeugende &#187;fairy-story&#171;<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> die Darstellung einer Welt &#187;which the mind can enter&#171; (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Tolkien 52</xref>). Erst wenn eine erfundene Welt so nachvollziehbar konstruiert, atmosph&#228;risch &#252;berzeugend und detailreich ausgestaltet ist, dass das Publikum sich in sie hineinziehen lassen kann, ist es m&#246;glich, die offensichtliche L&#252;ge einer Erz&#228;hlung &#252;ber Drachen, D&#228;monen und Magie zu akzeptieren und den Unglauben<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref> tempor&#228;r fahren zu lassen, der die emotionale Beteiligung am Erz&#228;hlerlebnis und damit den Genuss der Geschichte gef&#228;hrdet. Die erz&#228;hlten Stoffe, die sind wahr, wie man mit Ursula Le Guin nicht umhin kommt festzustellen: &#187;Fantasy is true, of course&#171; (<xref ref-type="bibr" rid="B6">Le Guin 44</xref>). Aber weil die erz&#228;hlten Fakten L&#252;gen sind, m&#252;ssen sie &#252;berzeugend erlogen sein. Das wiederum f&#252;hrt zwangsl&#228;ufig zur Realit&#228;t zur&#252;ck, zu echten historischen Ereignissen und jener vorg&#228;ngigen Literatur, die die kulturellen Weltbilder der Publika bestimmen. Diese Vorbilder seziert und analysiert der Medi&#228;vist Thomas Honegger in seiner Doppelstudie der Werke der beiden einflussreichsten Erz&#228;hler der Fantasy J. R. R. Tolkien und George R. R. Martin und der Welten ihrer Hauptwerke Mittelerde und Westeros. Damit erkl&#228;rt er einen Gro&#223;teil der Faszination dieser beiden Erz&#228;hlph&#228;nomene anhand ihrer Wurzeln.</p>
<fig id="F1">
<label>Abb. 1</label>
<caption>
<p>Cover von <italic>Tweaking Things a Little</italic></p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zff-11-1-16307-g1.png"/>
</fig>
<p>Die eigens erfundene Welt ist sozusagen das Markenzeichen des Fantasygenres, auch wenn es nat&#252;rlich viele Beispiele von in der realen Welt spielenden Fantasygeschichten und deren phantastischer Protagonistinnen und Protagonisten gibt; man denke nur an die Proliferation von Vampir- und Werwesen-Romanen in den letzten f&#252;nfundzwanzig Jahren. Klassisch ist aber seit den Anf&#228;ngen der genretypischen Werke bei William Morris und dem sp&#228;ten 19. Jahrhundert die von unserer Realit&#228;t abgetrennte Welt mit eigener Geografie, Geschichte, sie bev&#246;lkernder Lebewesen und mehr oder weniger ausgearbeiteter Kosmogonie. Sowohl was die Verkaufszahlen von B&#252;chern als auch die Adaption in andere Medien angeht und nicht zuletzt in punkto wissenschaftlicher Aufmerksamkeit sind Mittelerde und Westeros &#8211; oder die &#187;Known World&#171;, wie die Gesamtheit der erz&#228;hlten Welt bei Martin hei&#223;t &#8211; als Vertreter der High Fantasy die hervorstechendsten Beispiele von Weltsch&#246;pfung. Und der Weltenbau ist auch der Aspekt, auf den Honegger mit <italic>Tweaking Things a Little: Essays on the Epic Fantasy of J. R. R. Tolkien and George R. R. Martin</italic> sein Hauptaugenmerk legt; anders etwa als eine wenige Jahre vor Honegger erschienene Analyse von George R. R. Martins <italic>A Song of Ice and Fire</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B7">1996</xref>), in der sich <xref ref-type="bibr" rid="B17">Joseph R. Young</xref> haupts&#228;chlich mit der Textanalyse im Rahmen formaler f&#252;r das Genre typischer Merkmale besch&#228;ftigt.<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref></p>
<p>Dementsprechend geht es auch nur in eher geringem Umfang um Analysen von Inhalt und Dramaturgie der jeweils mehrb&#228;ndigen und &#228;u&#223;erst komplexen Geschichten, die Tolkien und Martin erz&#228;hlen, als vielmehr um die Welten, in denen sie spielen, und zwar mit dem Fokus auf ihre Entstehung und die realweltlichen wie literarischen Wurzeln, denen sie entspringen. Und auch wenn Honeggers Buch als aus einem Guss erscheint, besteht es doch aus f&#252;nf Teilen, die zuvor schon in reduzierter Form unabh&#228;ngig voneinander publiziert wurden. Die Originalaufs&#228;tze und Essays wurden komplett &#252;berarbeitet und spiegeln somit auch den aktuellen Forschungsstand wider. Dazu wurden sie um frische Aspekte erg&#228;nzt und um Verbindungen und eine inhaltliche Klammer erweitert. Nichtsdestotrotz empfiehlt der Autor, das Buch nicht als traditionelle Monographie zu lesen, sondern eher als &#187;a collection of essays on shared themes which can, in theory, also be read independently from each other&#171;, was er zudem in einem architektonischen Vergleich als &#187;a Gothic castle in the tradition of Gormenghast rather than a classicist townhouse&#171; beschreibt (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Honegger XIV</xref>). Dem m&#246;chte der Rezensent widersprechen, der das Buch als argumentativ zusammenh&#228;ngende Analyse der untersuchten Werke empfand, an deren Ende sich ein umfassendes Bild der Hauptwerke Martins und Tolkiens hinsichtlich der behandelten Fragen ergibt.</p>
<p>Die f&#252;nf Teile des Vergleichs umfassen erstens den Umfang der Historie der erfundenen Welten, zweitens die Namensgebung als Hilfsmittel des Weltenbaus, darauf aufbauend drittens die Rolle der in Westeros und Mittelerde aufzufindenden Sprachen, viertens die g&#228;nzlich unterschiedliche Rolle von Ritterschaft bei beiden Autoren und schlie&#223;lich die ihren Welten, ja Universen (zumindest im Falle Tolkiens) unterliegende Ethik und was daraus f&#252;r die Moralit&#228;t der Handlungen der Protagonistinnen und Protagonisten folgt. Letztlich lassen sich die genannten f&#252;nf Teile jeweils als Baustein der Fantasywelten beschreiben, die zusammengenommen das B&#252;hnenbild der epischen Geschichten erkl&#228;ren. Besonders mit dem Abschnitt &#252;ber die Ethik beweist Honegger aber, dass das &#252;beraus komplexe B&#252;hnenbild beider Autoren viel mehr als eine mehr oder weniger sichtbare Kulisse ist, vor der Wesen aller Art agieren, sondern als grundlegende Erkl&#228;rung f&#252;r die Handlung und die Motive der Handelnden dient. In einer Abwandlung des Marxschen Diktums lie&#223;e sich forsch sagen: Das Sein bestimmt das Geschehen. Und diese Erkenntnis gibt einen Hinweis darauf, dass Worldbuilding in der Fantasy bedeutend mehr sein kann, als nur ein exotisches Setting zu skizzieren.</p>
<p>Eine mehr oder weniger, jedenfalls nie v&#246;llig sichtbare Kulisse ist laut Honegger der bewusst gew&#228;hlte Kern der Historie von Westeros und Mittelerde. Unter Bezug auf Hemingways Erkenntnis &#8211; &#187;If you leave out important things or events that you know about, the story is strengthened&#171; (<xref ref-type="bibr" rid="B4">Hemingway 3</xref>) &#8211; f&#252;hrt Honegger das &#187;Iceberg Model&#171; ein (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Honegger 4</xref>); als Bild von einer der Erz&#228;hlung unterliegenden Inhalten, von denen wie bei dem im Salzwasser schwimmenden nat&#252;rlichen Eisberg gerade einmal zehn Prozent sichtbar sind. Die fehlenden neunzig Prozent ans Licht zu holen und in ihrer Signifikanz zu erkl&#228;ren, dem widmet der Autor im Folgenden die sich anschlie&#223;enden Analysen. &#220;berhaupt ist die Darstellung des historischen Unterbaus der Welten Tolkiens und Martins als Eisberge beispielgebend f&#252;r das Vorgehen auch in den Kapiteln &#252;ber Namen, Sprachen, Ritterschaft und Ethik.</p>
<p>Die Geschichte Mittelerdes ist demzufolge komponiert aus den zu Lebenszeiten unver&#246;ffentlichten Materialien, die der Professor &#252;ber die Dauer seines Lebens hinweg erdichtet hat, sowie aus archetypischen, mythischen und Volkssagen-Elementen vorg&#228;ngiger Autoren und Erz&#228;hlerinnen. Sichtbar (zu Lebzeiten Tolkiens<xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref>) waren von Mittelerde nur <italic>The Hobbit</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B9">1937</xref>) und <italic>The Lord of the Rings</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B10">1954&#8211;55</xref>), beide gr&#252;nden aber auf einem reichen Mythen- und Erz&#228;hlteppich sowohl aus des Autors Hand wie aus dem Erz&#228;hlerbe der Menschheit. Dieser Erz&#228;hlteppich verleiht den beiden Mittelerde-Romanen ein Gef&#252;hl von enormer Tiefe und den Anschein echter Geschichte, den Honegger als &#187;Beowulfian depth&#171; (8) bezeichnet und damit auf Tolkiens eigene Analyse des Beowulf-Gedichts verweist, dessen dichterische &#220;berzeugungskraft auch darauf beruht, &#187;because the author uses encyclopeadic [&#8230;] information&#171; (8), und zwar wohldosiert und im Dienste des Fortgangs der Erz&#228;hlung. Ein Rezept, das Tolkien sehr erfolgreich f&#252;r seine Romane genutzt hat, die an dramaturgisch passenden Stellen ebenfalls pseudohistorisches Material bereitstellen, das Leitplanken f&#252;r die Entwicklung der Geschichte zur Verf&#252;gung stellt.</p>
<p>F&#252;r Martin konstatiert Honegger ebenfalls einen mythologischen und vor allem motivgeschichtlich archetypischen Hintergrund, der sich aus verschiedensten Quellen speist. Ebenfalls wie bei Tolkien gibt es auch einen selbst- beziehungsweise eigens erdichteten Hintergrund Westeros&#8217;, der allerdings im Entstehungsprozess der ersten vier B&#252;cher des Zyklus nicht als Basis von <italic>Ice and Fire</italic> diente, sondern zu gr&#246;&#223;eren Teilen im Nachhinein verfasst wurde und zus&#228;tzliche Informationen auch f&#252;r die mediale Weiterverwertung in G<sc>ame of</sc> T<sc>hrones</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B1">US 2011&#8211;2019, Idee: David Benioff, D. B. Weiss</xref>) und dem Spin-off H<sc>ouse of the</sc> D<sc>ragon</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B2">US 2022&#8211;, Idee: Ryan Condal, George R. R. Martin</xref>) sowie eventueller noch kommender Erweiterungen des Martinversums liefert. Anders als bei Tolkien ist ein Ansatz zu konstatieren, der sich haupts&#228;chlich auf Gedichte und Lieder st&#252;tzt, also einer vorgeblich oralen Tradition folgt, und, wie erw&#228;hnt, im Nachhinein entwickelt wurde. Vor allem greift Martin aber auf die realweltliche Geschichte und Literatur zur&#252;ck &#8211; es seien beispielhaft die Tudors und das Werk Shakespeares genannt, Honegger f&#252;hrt jedoch viel mehr Vorlagen auf &#8211;, um seiner Welt Tiefe und Relevanz zu verleihen. Honegger spricht von &#187;a plethora of parallels and analogues from different eras of primary-world history&#171; (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Honegger 26</xref>). Was jedoch nicht hei&#223;t, dass Martin nicht auch auf Mythen und Sagen zur&#252;ckgreift, etwa das Motiv des Goldenen Zeitalters oder Troja, nur eben nicht in dem Ausma&#223;, wie Tolkien es tut, der sogar die Genese seines Universums letztlich auf den christlichen Ursprungsmythos gr&#252;ndet.</p>
<p>Die Eisberge sind zu gro&#223; und der &#187;ocean of archetypes&#171; (25) ist zu weitl&#228;ufig, um alle literarischen wie historischen Bez&#252;ge bei Tolkien und Martin zu ber&#252;cksichtigen, und so stellt Honegger einige Kernpunkte heraus, die beleuchten, wie das hemingwaysche <italic>strengthening</italic> in beiden Geschichten respektive Welten funktioniert. Dabei werden in der nicht nur akademischen Diskussion der Werke oft genannte Ankn&#252;pfungspunkte wie beispielsweise der Einfluss Shakespeares auf Martin und der nordischer Mythen auf Tolkien zwar erw&#228;hnt, aber haupts&#228;chlich st&#252;tzt Honegger sich auf weniger bekannte Exempel, an denen sich die Expertise des Anglisten und Lehrstuhlinhabers f&#252;r englische Medi&#228;vistik an der Friedrich-Schiller-Universit&#228;t zu Jena klar zeigt. Ob es sich um den Aufweis von Motiven alt- und mittelenglischer Epen und Dichtung bei beiden Autoren handelt, um realweltlich fundierte Heraldik, die &#220;bernahme des Motivs der Translatio imperii<xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref> als Rechtfertigung des Eroberungszugs der Targaryens, eine Amalgamierung des Atlantis-Mythos in der Nachfolge Platos und Vergils als Erkl&#228;rung des Falls von N&#250;menor oder um andere Quellen handelt &#8211; der R&#252;ckgriff auf klassische Motive und damit der Einsatz von Tolkiens &#187;cauldron of story&#171;<xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref> wird evident: &#187;Martin skillfully imparts all this information indirectly and refrains from spelling out their connections&#171;, schreibt Honegger explizit (35), meint damit aber Tolkien sicherlich mit.</p>
<p>In der gleichen komparativen Art und Weise stellt Honegger Namen und Sprachen, die besondere, bei beiden vom klassisch kolportierten Bild des edlen Ritters abweichende Rolle von Ritterschaft und schlie&#223;lich die Ethik bei Tolkien und Martin in den Mittelpunkt der folgenden ausf&#252;hrlichen Kapitel. Dabei zeigt sich erstens ein deutliches Muster der Zusammenh&#228;nge zwischen Mittelerde und Westeros. Zweitens wird aber auch erkennbar, welche Rolle solcherart sorgf&#228;ltig eingebundene Elemente f&#252;r die Glaubw&#252;rdigkeit einer erfundenen Welt und damit f&#252;r das Worldbuilding einnehmen.</p>
<p>In Bezug auf die Namensgebung arbeitet Honegger die kulturellen Assoziationen sowie die &#228;sthetischen Qualit&#228;ten beider Autoren heraus. Dabei betont er die generative Rolle von Namen und Namensgebung f&#252;r Tolkien als Startpunkt f&#252;r Mittelerde (vgl. das Unterkapitel &#187;Inspiration By Names&#171;, 110 ff.). Die findet sich so bei Martin nicht, f&#252;r den die Vision einer Geschichte in die sp&#228;ter so breit ausgearbeitete Story und Weltentwicklung m&#252;ndete, die letztlich mit Blick auf beide Autoren zu einer &#187;difference between the logocentric and the imagocentric <italic>genesis of the works</italic>&#171; f&#252;hrt (130, meine Hervorhebung). In Verbindung mit der Rolle von Sprache &#8211; dies nat&#252;rlich besonders bei dem Philologen Tolkien<xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref> &#8211; ergibt sich als Zusammenfassung beider Kapitel, das sie &#187;vital to the secondary worlds&#171; (166) beider Autoren dahingehend sind, dass sie ein Ger&#252;st bilden, anhand dessen sich Denken und Empfinden der Protagonistinnen und Protagonisten beider Geschichten nachvollziehen l&#228;sst, auch wenn das zu identifizieren ein ger&#252;tteltes Ma&#223; an linguistischer Bildung auf Seiten des Publikums voraussetzt.</p>
<p>Ritterschaft (&#187;chivalry&#171;; 167) und Ethik h&#228;ngen eng miteinander zusammen, schon weil sich Ritterschaft ohne Ethik (oder eben deren Missachtung, das aber haupts&#228;chlich bei Martin) nicht verstehen l&#228;sst. Ritterschaft in ihrer tats&#228;chlichen realweltlichen Erscheinung &#8211; ob nun der europ&#228;ische Begriff von Ritterschaft, den sich Tolkien und Martin zum Vorbild nehmen oder deren au&#223;ereurop&#228;ische &#196;quivalente wie etwa die Samurai Japans &#8211; ist untrennbar mit einem ehrenhaften Verhaltenskodex verbunden, der in der literarisch-romantischen Fiktionalisierung meist nochmals stark &#252;berh&#246;ht wird. Weder Martin noch Tolkien h&#228;ngen jedoch dem Bild des klassischen Ritters in strahlender R&#252;stung bruchlos an, wie Honegger im vierten Kapitel von <italic>Tweaking</italic> &#252;berzeugend herausarbeitet.</p>
<p>Die Ablehnung des klassischen Ritterbildes, das uns heute etwa aus der Artussage bekannt ist, hat erstens damit zu tun, dass Tolkien sein &#187;fundamentally religious and Catholic work&#171;, von offensichtlicher christlicher Symbolik freihalten wollte, denn &#187;the religious element is absorbed into the story&#171; (<xref ref-type="bibr" rid="B11">Tolkien, <italic>Letters</italic> 172</xref>). Christliche Symbolik ist aber nun einmal ein kennzeichnendes, ja wahrscheinlich das bezeichnendste Element europ&#228;ischer Ritterschaft &#252;berhaupt. Zweitens sind das Ehrgef&#252;hl und die Art von Ritterlichkeit, die zu portr&#228;tieren Tolkien wichtig waren, eher in fr&#252;hmittelalterlicher Zeit und in den K&#228;mpfen der Angelsachsen und nicht im Hochmittelalter zu finden, wie beispielsweise Tom Shippey in <italic>The Road to Middle-earth</italic> ausf&#252;hrt.<xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref></p>
<p>Martins Ritter entsprechen in Beschreibung und Auftreten zwar sehr viel mehr dem bekannten Ritter des Hochmittelalters und Minnegesangs, ihr Verhalten deckt jedoch von verr&#228;terisch &#252;ber grausam, feige, strategisch bis zu heldenhaft und vorbildlich alles ab, was mittelalterliche K&#228;mpfer in der realen Welt wahrscheinlich auch zeigten, weicht damit jedoch ebenfalls vom &#252;berh&#246;hten klassischen Bild der Sagen und Ritterromanzen deutlich ab. Honegger identifiziert &#187;flawed&#171;, &#187;ideal&#171; und &#187;new knights&#171; (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Honegger 204 f.</xref>). Anhand des Rittertums bei Martin zeigt sich die besondere N&#228;he seiner Erz&#228;hlung zu unserer Realit&#228;t. Martins ethisch ambivalente Ritter sieht Honegger als &#187;equivalent to the political elite in our world&#171; an (242), und seine Welt &#187;shares [&#8230;] the problems of our world&#171; und &#187;provides a contemporary mirror to our problems to a much greater degree than Tolkien&#8217;s timeless classic&#171; (285). Das ist eine interessante Beobachtung dahingehend, dass es eben nicht nur die Quellen sind, die Fantasy mit der Realit&#228;t verbinden, sondern dass ihre Geschichten eben diese unsere Realit&#228;t auch kommentieren, ungeachtet aller m&#246;glicherweise auftretenden Magie und D&#228;monen.</p>
<p>Das abschlie&#223;ende Kapitel bietet einen Parforceritt durch die Ethik beider Weltentw&#252;rfe, der ein eigenes Buch gerechtfertigt h&#228;tte &#8211; allerdings ist die Basis des Kapitels ja auch ein vorg&#228;ngig publizierter, in sich abgeschlossener Aufsatz. Im Wesentlichen l&#228;uft die Analyse der Ethiken auf eine Gegen&#252;berstellung der teleologischen Verfasstheit Mittelerdes mit der moralisch offenen, weil von keinem Gott oder Schicksal regierten Welt von Westeros hinaus. Der Weltenlauf bei Tolkien ist in Stein gemei&#223;elt, nach Sch&#246;pfung und vier Zeitaltern wird die Welt &#8211; ganz christlich &#8211; in der Erl&#246;sung durch Gott/Il&#250;vatar enden. Dementsprechend konzentriert sich Ethik bei Tolkien auf den als gegeben angenommenen freien Willen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B13">Weinreich &#187;It was&#171;, &#187;Ethos&#171;</xref>) und l&#228;sst sich in zwei Fragen zusammenfassen: &#187;How shall I behave? What shall I do?&#171; (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Honegger 333</xref>). Honegger zieht sich aber nicht auf diese Punkte zur&#252;ck, sondern entwickelt sie in detaillierter Weise und textgetreu, so dass sich ein &#228;u&#223;erst ausf&#252;hrliches Kapitel &#252;ber Ethik ergibt. Denn auch die Ethik bei Martin wird auf komplexe Weise hergeleitet. Dabei offenbart sich eine grundlegende Tragik, die wiederum sehr an die soeben erw&#228;hnten &#187;problems of our world&#171; erinnert: &#187;This is what Martin shows to his readers in different variations: the tragedy of (mostly good) men and women failing to be good rulers&#171; (364).</p>
<p>W&#228;hrend Honegger in seiner Konklusion des Buches noch einmal eng an die beiden untersuchten Werke anschlie&#223;t, dr&#228;ngt sich dem Rezensenten der &#8211; ich denke zumindest in Teilen intendierte &#8211; Eindruck auf, dass diese wertvolle Studie der beiden wichtigsten Werke der Fantasyliteratur besonders darauf abzielt, den engen Zusammenhang der Realit&#228;t mit den vermeintlichen Wolkenkuckucksheimen des Genres hervorzuheben. Die Wurzeln des Weltenbaus und die ganz besondere Wahl von Namen und Sprachen stellen Mittelerde und die &#187;Known World&#171; in die Erz&#228;hltradition seit Anbeginn der ersten oral tradierten Geschichten und damit &#8211; denn fiktionale Geschichten waren und sind stets ein Ausfluss der Conditio humana &#8211; in direkten Bezug zu unserem echten Leben. &#187;Secondary worlds&#171; stellen damit immer auch eine Verhandlung der Realit&#228;t dar, und in manchen F&#228;llen sind die so &#252;berzeugend gebaut, dass sie Millionen von Menschen ansprechen. Bei der Darstellung der Moralit&#228;t in <italic>The Lord of the Rings</italic> und <italic>A Song of Ice and Fire</italic> zeigt sich, dass beide Ans&#228;tze von unverminderter Aktualit&#228;t und ebenfalls fest in der Realit&#228;t verwurzelt sind. Sowohl die Frage, was man mit seinem freien Willen anstellen soll, wie auch das Mitdenken bei der Beobachtung des Verhaltens von Menschen in einer Welt, in der wirklich fast jeder des anderen Wolf ist, aber nur sehr wenige des anderen Gott sind, sind geeignet, das Publikum zum Beziehen pers&#246;nlicher Stellungen anzuregen. Und auch das wird einen Teil des Erfolgs der Werke erkl&#228;ren, auch wenn einem manches Detail vielleicht erst durch Honegger klar vor Augen gef&#252;hrt wird.</p>
<p>Doch der Rezensent ist nicht nur Kritiker, sondern in seinem Hauptberuf Lektor und schaut deshalb auch mit diesem Auge auf <italic>Tweaking Things a Little</italic>. Und da ist der vielfach und geschmackvoll illustrierten Studie &#8211; fast unabh&#228;ngig &#8211; von ihrem wissenschaftlichen Wert zu konstatieren, dass sie eine exzellente Analyse von Worldbuilding darstellt, die jeder Genreautorin und jedem Genreregisseur schon deshalb ans Herz gelegt werden sollte, weil man bei Honegger lernen kann, wie und warum Weltenbau funktioniert (oder nicht funktioniert); n&#228;mlich vor allem, weil es auf das richtige Gleichgewicht an Realit&#228;t und Phantasie ankommt.</p>
</body>
<back>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>Das Zitat entstammt dem f&#252;r das Genre Fantasy grundlegenden Essay &#187;On Fairy-stories&#171;, den Tolkien 1947 zu einer Zeit ver&#246;ffentlichte, als der Genrebegriff Fantasy noch nicht existierte (vgl. zur <xref ref-type="bibr" rid="B15">Einf&#252;hrung des Genrebegriffs Fantasy in den Sechziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts Weinreich 63</xref>), sonst h&#228;tte der Professor seinen Essay m&#246;glicherweise <italic>On Fantasy</italic> genannt, weshalb ich &#187;fairy-story&#171; und Fantasy in diesem Text gleichsetzen m&#246;chte (denn das klassische Volks- oder Kunstm&#228;rchen meint er damit nicht).</p></fn>
<fn id="n2"><p>An das Erz&#228;hlte/Erdichtete glauben zu k&#246;nnen ist f&#252;r Coleridge das Ziel der willentlichen Aussetzung des Unglaubens, wie das vervollst&#228;ndigte Zitat aus <italic>Biographia Literaria</italic> zeigt, in dem er den Zweck von <xref ref-type="bibr" rid="B16">William Wordworths</xref> <italic>Lyrical Ballads</italic> wie folgt beschreibt: &#187;as to transfer from our inward nature an human interest and <italic>a semblance of truth</italic> sufficient to procure from these shadows of imagination that willing suspension of diebelief for the moment, which constitues <italic>poetic faith</italic>&#171; (<xref ref-type="bibr" rid="B3">Coleridge 169</xref>; meine Hervorhebungen).</p></fn>
<fn id="n3"><p>Wie schon Youngs programmatischer Titel aussagt: <italic>George R. R. Martin and the Fantasy Form</italic>.</p></fn>
<fn id="n4"><p>S&#228;mtliche &#252;ber den <italic>Hobbit</italic> und die <italic>Ring</italic>-Geschichte hinausgehenden Erz&#228;hlungen und sonstige Fragmente Mittelerdes &#8211; das sogenannte &#187;Legendarium&#171; &#8211; wurden posthum ver&#246;ffentlicht, waren also ehedem nicht &#8250;sichtbar&#8249;.</p></fn>
<fn id="n5"><p>Die Annahme einer Translatio imperii legitimierte den &#220;bergang von Herrschaft bis hin zur Abfolge ganzer Reiche &#8211; etwa der Sukzession des R&#246;mischen Imperiums durch das Karolingerreich (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Honegger 55 ff.</xref>).</p></fn>
<fn id="n6"><p>Der &#187;cauldron of story&#171; (<xref ref-type="bibr" rid="B12">Tolkien 2008, 44</xref>) ist eine Metapher Tolkiens aus &#187;<italic>On Fairy-stories&#171;</italic>, die beschreibt, dass phantastische Geschichten ihre Inhalte einer oft nicht eindeutig zu identifizierenden Melange von Motiven und vorg&#228;ngigen Erz&#228;hlungen, Sagen und M&#228;rchen entnehmen (vgl. die Ausf&#252;hrungen dazu ebd. 44 ff.)</p></fn>
<fn id="n7"><p>Honegger zitiert zu diesem Aspekt ein illustratives Bonmot Martins: Bei Tolkien, so Martin, habe es sich schlie&#223;lich um einen Sprachwissenschaftler und Professor gehandelt, der sich &#252;ber Jahrzehnte mit Sprachentwicklung habe besch&#228;ftigen k&#246;nnen. Er aber &#187;alas, am only a hardworking SF and Fantasy novel[ist]&#171; (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Honegger 159</xref>).</p></fn>
<fn id="n8"><p>Vgl. die Unterkapitel &#187;The Horses of the Mark&#171; und &#187;The Edges of the Mark&#171; in <xref ref-type="bibr" rid="B8">Shippey 122&#8211;131</xref>.</p></fn>
</fn-group>
<sec>
<title>Autor</title>
<p><xref ref-type="bibr" rid="B14">Frank Weinreich</xref> studierte Philosophie, Politikwissenschaften und Publizistik an der Ruhr-Universit&#228;t Bochum, promovierte in Philosophie an der Universit&#228;t Vechta und arbeitete als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an den Universit&#228;ten Bochum, Dortmund und Vechta. Er lebt als freier Lektor und Publizist in Bochum und ver&#246;ffentlichte &#252;ber einhundert B&#252;cher und Artikel zu verschiedensten Themen der Phantastik. Seit 2023 ist er auch als Mitherausgeber der <italic>Zeitschrift f&#252;r Fantastikforschung</italic> t&#228;tig. Berufliche Homepage: <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="www.textarbeiten.com">www.textarbeiten.com</ext-link>, private Homepage (inkl. einiger Artikel): <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="http://www.polyoinos.de">www.polyoinos.de</ext-link>.</p>
</sec>
<sec>
<title>Konkurrierende Interessen</title>
<p>Frank Weinreich ist Mitherausgeber der <italic>Zeitschrift f&#252;r Fantastikforschung</italic>.</p>
</sec>
<ref-list>
<title>Filmografie</title>
<ref id="B1"><label>1</label><mixed-citation publication-type="journal">G<sc>ame of</sc> T<sc>hrones</sc>. Idee: D. Benioff, D. B. Weiss. US, 2011&#8211;2019.</mixed-citation></ref>
<ref id="B2"><label>2</label><mixed-citation publication-type="journal">H<sc>ouse of the</sc> D<sc>ragon</sc>. Idee: Ryan Condal, George R. R. Martin. US, 2022&#8211; .</mixed-citation></ref>
</ref-list>
<ref-list>
<title>Zitierte Werke</title>
<ref id="B3"><label>3</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Coleridge</surname>, <given-names>Samuel T</given-names></string-name>. <source>Biographia Literaria</source>. <publisher-name>J. M. Dent &amp; Sons</publisher-name>, <year>1975</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B4"><label>4</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Hemingway</surname>, <given-names>Ernest</given-names></string-name>. <chapter-title>&#187;The Art of the Story&#171;</chapter-title>. <source>New Critical Approaches to the Short Stories of Ernest Hemingway</source>, Hg. <string-name><given-names>Jackson J.</given-names> <surname>Benson</surname></string-name>. <publisher-name>Duke University Press</publisher-name>, <year>1990</year>. <fpage>1</fpage>&#8211;<lpage>13</lpage>. DOI: <pub-id pub-id-type="doi">10.2307/j.ctv123x676.5</pub-id>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B5"><label>5</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Honegger</surname>, <given-names>Thomas</given-names></string-name>. <source>Tweaking Things a Little. Essays on the Epic Fantasy of J. R. R. Tolkien and George R.R. Martin</source>. <publisher-name>Walking Tree Publishers</publisher-name>, <year>2023</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B6"><label>6</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Le Guin</surname>, <given-names>Ursula K</given-names></string-name>. <chapter-title>&#187;Why Are Americans Afraid of Dragons?&#171;</chapter-title>. <source>The Language of the Night. Essays on Fantasy and Science Fiction by Ursula Le Guin</source>, Hg. <string-name><given-names>Susan</given-names> <surname>Wood</surname></string-name>. <publisher-name>G.P. Putnam&#8217;s Sons</publisher-name>, <year>1979</year>. <fpage>39</fpage>&#8211;<lpage>45</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B7"><label>7</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Martin</surname>, <given-names>George R. R.</given-names></string-name> <source>A Song of Ice and Fire</source>. <publisher-name>Bantam Books</publisher-name>, <year>1996</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B8"><label>8</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Shippey</surname>, <given-names>Tom</given-names></string-name>. <source>The Road to Middle-earth. How J. R. R. Tolkien Created a New Mythology</source>. <publisher-name>Houghton Mifflin</publisher-name>, <year>2003</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B9"><label>9</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Tolkien</surname>, <given-names>J. R. R.</given-names></string-name> <source>The Hobbit or There and Back Again</source>. <publisher-name>George Allen &amp; Unwin</publisher-name>, <year>1937</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B10"><label>10</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Tolkien</surname>, <given-names>J. R. R.</given-names></string-name> <source>The Lord of the Rings</source>. <publisher-name>George Allen &amp; Unwin</publisher-name>, <year>1954&#8211;55</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B11"><label>11</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Tolkien</surname>, <given-names>J. R. R.</given-names></string-name>. <source>The Letters of J. R. R. Tolkien</source>, Hg. <string-name><given-names>Humphrey</given-names> <surname>Carpenter</surname></string-name>. <publisher-name>HarperCollins</publisher-name>, <year>1995</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B12"><label>12</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Tolkien</surname>, <given-names>J. R. R.</given-names></string-name>. <source>On Fairy Stories</source>. Expanded Edition with Commentary and Notes by <string-name><given-names>Verlyn</given-names> <surname>Flieger</surname></string-name> &amp; <string-name><given-names>Douglas A.</given-names> <surname>Anderson</surname></string-name>. <publisher-name>HarperCollins</publisher-name>, <year>2008</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B13"><label>13</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Weinreich</surname>, <given-names>Frank</given-names></string-name>. <article-title>&#187;&#8250;It was always open to one to reject.&#8249; Zur M&#246;glichkeit philosophischer Interpretationen Tolkiens fiktionaler Werke am Beispiel der Willensfreiheit&#171;</article-title>. <source>Hither Shore</source> <volume>1</volume> (<year>2004</year>): <fpage>71</fpage>&#8211;<lpage>83</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B14"><label>14</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Weinreich</surname>, <given-names>Frank</given-names></string-name>. <chapter-title>&#187;Ethos in Arda. Charakteristika der Ethik in Mittelerde&#171;</chapter-title>. <source>Eine Grammatik der Ethik</source>, Hg. <string-name><given-names>Thomas</given-names> <surname>Honegger</surname></string-name> et al. <publisher-name>Edition Stein und Baum</publisher-name>, <year>2005</year>. <fpage>111</fpage>&#8211;<lpage>134</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B15"><label>15</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Weinreich</surname>, <given-names>Frank</given-names></string-name>. <source>Fantasy. Einf&#252;hrung</source>. <publisher-name>Essen</publisher-name> <year>2007</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B16"><label>16</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Wordsworth</surname>, <given-names>William</given-names></string-name>. <source>Lyrical Ballads with Pastoral and Other Poems</source>. Vol <volume>I</volume>. <publisher-loc>London</publisher-loc>, <year>1802</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B17"><label>17</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Young</surname>, <given-names>Joseph Rex</given-names></string-name>. <source>George R. R. Martin and the Fantasy Form</source>. <publisher-loc>London</publisher-loc>, <year>2019</year>. DOI: <pub-id pub-id-type="doi">10.4324/9781315144795</pub-id>.</mixed-citation></ref>
</ref-list>
</back>
</article>
