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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Fantastikforschung</journal-title>
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<publisher-name>Open Library of Humanities</publisher-name>
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<article-id pub-id-type="doi">10.16995/zff.23550</article-id>
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<subject>Rezensionen</subject>
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<article-title>Velten, Hans Rudolf und Joseph Imorde, Hg. <italic>Fantasy Aesthetics. Visualizing Myth and Middle Ages, 1880&#8211;2020</italic>. Transcript 2024.</article-title>
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<surname>Brandenburg</surname>
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<email>aurelia.brandenburg@hkb.bfh.ch</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Hochschule der K&#252;nste Bern</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2025-08-05">
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<license-p>Die Zeitschrift f&#252;r Fantastikforschung ist eine Open-Access-Zeitschrift mit Peer-Review-Verfahren der Open Library of Humanities. &#169; 2025 Der/die Autor*innen. Dieser Open-Access-Beitrag ist lizensiert durch die Creative-Commons-Grundlizenzen in der Version 4.0 (Creative Commons Namensnennung 4.0 International, welche die unbeschr&#228;nkte Nutzung, Verbreitung und Vervielf&#228;ltigung erlaubt, solange der/die Autor*in und die Quelle genannt werden). Vgl. <uri xlink:href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de">https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de</uri>.</license-p>
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<p>Review of <italic>Fantasy Aesthetics. Visualizing Myth and Middle Ages, 1880&#8211;2020</italic> edited by Hans Rudolf and Joseph Imorde.</p>
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<fig><graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zff-13-1-23550-g1.png"/></fig>
<p>Der 2024 erschienene Sammelband <italic>Fantasy &#173;Aesthetics. Visualizing Myth and Middle Ages</italic>, herausgegeben von Hans Rudolf Velten und Joseph Imorde, versammelt insgesamt elf Beitr&#228;ge in englischer Sprache, die sich der Visualisierung des Mittelalters im Kontext von Fantasy-&#196;sthetiken ann&#228;hern. Der Band ist interdisziplin&#228;r angelegt, um &#187;exchange between approaches in literary studies, art history, and book studies&#171; (15) anzuregen. Ebenso formuliert Velten den Anspruch &#187;to expand and differentiate these observations, to relate them to the iconographic traditions of the fantastic, and thus to better explore and understand the visual aesthetics of Fantasy&#171; (ebd.). Dieser Anspruch, so valide er grunds&#228;tzlich ist, deutet dabei bereits schon den versuchten, aber nicht immer gelungenen Spagat des Buchs an, dessen Titel einen recht allgemeinen Ansatz verspricht, das in der Ausf&#252;hrung aber in verschiedener Hinsicht sehr spezialisiert ist.</p>
<p>So beziehen sich die &#187;Fantasy Aesthetics&#171;, die der Band untersucht, nahezu vollst&#228;ndig auf unterschiedliche Formen der Illustrationen von Fantasy-Romanen in einem historisierenden Setting, wobei sich die Leser*innen leider selbst aus dem Zusammenhang erschlie&#223;en m&#252;ssen, welches Verst&#228;ndnis von Fantasy und Mittelalter hier jeweils bedient wird, bzw. vor allem, welches nicht bedient wird. Dem Band liegt offensichtlich ein klar europ&#228;isch-nordamerikanisch gepr&#228;gtes Bild von Fantastik und Mittelalterrezeption mit starkem Fokus auf ein paar wenige Autoren wie Tolkien zugrunde. Das w&#228;re f&#252;r sich genommen nicht automatisch zu kritisieren, allerdings ist es dennoch eine verpasste Chance, diesen Zuschnitt nicht entsprechend sichtbar zu machen, statt ihn als Allgemeinplatz von &#187;Myth and Middle Ages&#171; zu behandeln, wodurch auch der oben bereits angesprochene Spagat nur bedingt gelingt. Ebenso mutet es wie eine etwas merkw&#252;rdige Leerstelle an, dass im Kontext von Fantasy-&#196;sthetiken und ihrem Verh&#228;ltnis zu Imaginationen des Mittelalters seit dem 19. Jahrhundert einflussreiche visuelle Kulturen wie Comics, Magazine/Fanzines, Filme, aber auch analoge wie digitale (Rollen-)Spiele trotz der mit ihnen verbundenen Buchkulturen keinen eigenen Platz in einem Band gefunden haben, der auf den ersten Blick einen allgemeinen Zugang zum Thema verspricht. Dieser gew&#228;hlte Zuschnitt ist grunds&#228;tzlich legitim und zeigt im Kern auf, wie fruchtbar weiterf&#252;hrende, interdisziplin&#228;re Forschung f&#252;r das Feld sein k&#246;nnte, aber auch hier w&#228;re eine konkretere Thematisierung oder wenigstens eine st&#228;rkere Betonung des offensichtlich existierenden thematischen und disziplin&#228;ren Zuschnitts z. B. durch einen pr&#228;ziseren Titel oder eine klarere Begr&#252;ndung des Konzepts in der Einleitung sinnvoll gewesen.</p>
<p>&#196;hnliches gilt f&#252;r grundlegende Begrifflichkeiten des Bandes. So operieren die Beitr&#228;ge immer wieder mit dem Begriff des <italic>(neo-)medieval</italic> zur Beschreibung von Elementen, die das Mittelalterliche des Untersuchungsgegenstandes erz&#228;hlen sollen. Dieser Begriff und seine eventuellen Doppelbedeutungen im Rahmen von unterschiedlichen Ann&#228;herungen durch die Autor*innen wird allerdings nicht einmal in der Einleitung kritisch eingeordnet und es ist nicht immer klar, ob und welche (Teil-)Definitionen hierzu von Beitrag zu Beitrag deckungsgleich sind. Das mutet angesichts eines Buchs in englischer Sprache zumindest etwas merkw&#252;rdig an, da nicht nur, aber auch die englischsprachige Forschung zu Mittelalterrezeption in der Regel recht klar zwischen Begrifflichkeiten wie <italic>medieval</italic> und <italic>medievalist</italic> oder sogar <italic>neomedievalist</italic> unterscheidet<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> und sie nicht synonym oder mehr oder weniger austauschbar verwendet. Diese begriffliche Trennung existiert nicht grundlos, sondern soll die n&#246;tige analytische Sch&#228;rfe in der Unterscheidung zwischen der historischen Epoche des Mittelalters und seiner schon seit der Renaissance stark aufgeladenen Rezeption und damit verbundene (pop-)kulturelle Zuschreibungen gew&#228;hrleisten. Der fehlende Anschluss an diese Diskurse bzw. schon das Fehlen einer Positionierung des Bandkonzeptes zu ihnen im Allgemeinen bleibt so leider eine manchmal mehr, manchmal weniger deutliche Leerstelle, die zu schlie&#223;en dem Band als Ganzes vermutlich gutgetan h&#228;tte.</p>
<p>Diese grunds&#228;tzlichen Punkte tun allerdings den einzelnen Beitr&#228;gen nicht automatisch einen Abbruch, sondern betreffen h&#228;ufig prim&#228;r ihre Rahmung und Positionierung zueinander und damit des Bandes als Ganzes. Positiv hervorzuheben sind Beitr&#228;ge wie der von Thomas Honegger zur historischen Entwicklung der Visualisierung von Elfen oder der von Judith Klinger zur Kartographie des &#187;Never-Seen&#171; (81) von Fantasy-Welten, die trotz ihrer rein fiktiven Settings durch Karten dennoch immer wieder auf eine Art und Weise aufbereitet werden, die an realhistorische Karten (oder Vorstellungen davon) angelehnt sind. Beide Beitr&#228;ge betten ihren Untersuchungsgegenstand auf &#252;berzeugende Weise in gr&#246;&#223;ere kunst- und kulturhistorische Traditionen ein und zeigen so die in mehrfacher Hinsicht historische Verflechtung der Kategorien von Fantasy und Mittelalter auf sehr konkrete Weise auf. Ebenso sind auch Beitr&#228;ge wie der von Miriam Strieder zu begr&#252;&#223;en, die die Spannung aus Imaginationen von Mittelalter und Marketingstrategien aufgreift und so dazu beitr&#228;gt, das Thema des Bandes ganz konkret in den Produktionsbedingungen und &#220;berlegungen von Verlagen zu verankern, die wiederum viele der untersuchten &#196;sthetiken historisch wie aktuell bedingen.</p>
<p>Somit lesen sich die einzelnen Beitr&#228;ge insgesamt interessant und bilden unterschiedliche Forschungsinteressen ab, die von ihren Autor*innen teils sehr &#252;berzeugend untersucht werden. Eine etwas klarere Rahmung des Bandes als Ganzes mit einer pr&#228;ziseren Positionierung der Sammlung der Einzelbeitr&#228;ge in den Forschungsfeldern, an die der Band anschlie&#223;en will, w&#228;re dennoch w&#252;nschenswert gewesen, auch um die bewusst gew&#228;hlte interdisziplin&#228;re und international ausgerichtete Ann&#228;herung ans Thema besser zu gew&#228;hrleisten. Auch vor diesem Hintergrund w&#228;re es vermutlich fruchtbar f&#252;r das Feld, wenn <italic>Fantasy Aesthetics</italic> weitere interdisziplin&#228;re B&#228;nde mit unterschiedlichen medialen und geographischen Zug&#228;ngen folgen, die diese L&#252;cken langfristig auch f&#252;r die Forschung im Allgemeinen zu schlie&#223;en versuchen.</p>
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<fn id="n1"><p>Siehe z. B. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Matthews</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B1">Alvestad und Houghton</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B3">Young</xref> <xref ref-type="bibr" rid="B4">u. v. m.</xref></p></fn>
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<title>Autorin</title>
<p>Aurelia Brandenburg hat Geschichte, Digital Humanities und Cultural Landscapes in W&#252;rzburg studiert und arbeitet inzwischen als Doktorandin im SNF-Forschungsprojekt <italic>Confoederatio Ludens</italic> an der Hochschule der K&#252;nste Bern. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen besonders in den geschichtswissenschaftlichen Game Studies und der Geschichte digitaler Spiele, meist mit Schwerpunkt auf Gender und Queerness; ihre Dissertation besch&#228;ftigt sich mit M&#228;nnlichkeit im deutschsprachigen Spielejournalismus 1980&#8211;2000.</p>
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<title>Konkurrierende Interessen</title>
<p>Die Autorin hat keine konkurrierenden Interessen zu erkl&#228;ren.</p>
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<title>Zitierte Werke</title>
<ref id="B1"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Alvestad</surname>, <given-names>Karl C.</given-names></string-name> und <string-name><given-names>Robert</given-names> <surname>Houghton</surname></string-name>, Hg. <source>The Middle Ages in Modern Culture: History and Authenticity in Contemporary Medievalism</source>. <publisher-name>Bloomsbury Academic</publisher-name>, <year>2020</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B2"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Matthews</surname>, <given-names>David</given-names></string-name>. <source>Medievalism: A Critical History</source>. <publisher-name>D. S. Brewer</publisher-name>, <year>2017</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B3"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Young</surname>, <given-names>Helen</given-names></string-name>. <chapter-title>&#187;Race and historical authenticity: Kingdom Come: Deliverance&#171;</chapter-title>. <source>The Middle Ages in Modern Culture: History and Authenticity in Contemporary Medievalism</source>, Hg. <string-name><given-names>Karl C.</given-names> <surname>Alvestad</surname></string-name> und <string-name><given-names>Robert</given-names> <surname>Houghton</surname></string-name>. <publisher-name>Bloomsbury Academic</publisher-name>, <year>2020</year>, <fpage>28</fpage>&#8211;<lpage>39</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B4"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Young</surname>, <given-names>Helen</given-names></string-name> und <string-name><given-names>Kavita Mudan</given-names> <surname>Finn</surname></string-name>. <source>Global Medievalism: An Introduction</source>. <publisher-name>Cambridge University Press</publisher-name>, <year>2022</year>, DOI: <pub-id pub-id-type="doi">10.1017/9781009119658</pub-id>.</mixed-citation></ref>
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