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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Fantastikforschung</journal-title>
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<subject>Rezensionen</subject>
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<article-title>Vignold, Peter. <italic>Superhelden im Film: Zur post-patriarchalen Utopie des Marvel Cinematic Universe</italic>. transcript, 2023</article-title>
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<contrib-id contrib-id-type="orcid">https://orcid.org/0000-0002-5731-9544</contrib-id>
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<surname>Aubel</surname>
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<email>kristin.aubel@univie.ac.at</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Universit&#228;t Wien</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2026-01-30">
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<license-p>Die Zeitschrift f&#252;r Fantastikforschung ist eine Open-Access-Zeitschrift mit Peer-Review-Verfahren der Open Library of Humanities. &#169; 2026 Der/die Autor*innen. Dieser Open-Access-Beitrag ist lizensiert durch die Creative-Commons-Grundlizenzen in der Version 4.0 (Creative Commons Namensnennung 4.0 International, welche die unbeschr&#228;nkte Nutzung, Verbreitung und Vervielf&#228;ltigung erlaubt, solange der/die Autor*in und die Quelle genannt werden). Vgl. <uri xlink:href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de">https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de</uri>.</license-p>
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<p>Review of <italic>Superhelden im Film: Zur post-patriarchalen Utopie des Marvel Cinematic Universe</italic> by Peter Vignold.</p>
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<label>Abb. 1</label>
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<p><italic>Superhelden im Film</italic></p>
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<p><italic>Superhelden im Film</italic> ist die &#187;geringf&#252;gig aktualisierte Fassung&#171; (301) von Peter Vignolds Dissertationsschrift von 2022 und nach <italic>Das Marvel Cinematic Universe: Anatomie einer Hyperserie</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B14">2017</xref>) bereits seine zweite Analyse des Marvel Cinematic Universe (MCU) in Buchl&#228;nge.</p>
<p>In der Monografie untersucht Vignold die Superheldenfilme (bzw. &#187;<italic>Superheld:innenfilme</italic>&#171;) des MCU von I<sc>ron</sc> M<sc>an</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B6">US 2008, Regie: Jon Favreau</xref>) bis B<sc>lack</sc> W<sc>idow</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B3">US 2021, Regie: Cate Shortland</xref>). Sein Fokus liegt dabei auf der Figur Tony Stark/Iron Man als Verk&#246;rperung hegemonialer M&#228;nnlichkeiten und somit als Patriarch. In Anlehnung an <xref ref-type="bibr" rid="B12">Amanda Lotz</xref> verwendet der Autor &#8250;M&#228;nnlichkeiten&#8249; bewusst im Plural, um das Aufeinandertreffen verschiedener M&#228;nnlichkeitsentw&#252;rfe zu thematisieren. Ein zentrales Konzept f&#252;r die Publikation ist das &#187;Men&#8217;s Cinema&#171; von <xref ref-type="bibr" rid="B11">Stella Bruzzi</xref>, das die Analyse von filmischen &#196;sthetiken anstelle von Repr&#228;sentationen in den Vordergrund stellt.</p>
<p>Vignold interessiert sich in seinen Analysen vor allem f&#252;r Formen der Remediation: szenische Anspielungen auf fr&#252;here visuelle M&#228;nnlichkeitsdarstellungen wie zum Beispiel in C<sc>itizen</sc> K<sc>ane</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B5">US 1941, Regie: Orson Welles</xref>), die Verwendung von Rockmusik, insbesondere der australischen Hard-Rock-Band AC/DC, sowie hypermediale Montagen und Filme im Film. Der Autor bezieht dabei auch Produktionskontexte und politisch-philosophische Str&#246;mungen in den USA in seine Untersuchungen mit ein. Das Buch geht daher &#252;ber eine Genreanalyse weit hinaus und ordnet das MCU rund um Tony Stark sowohl in die weitere Filmgeschichte als auch audio-visuelle M&#228;nnlichkeitsdiskurse des 20. und 21. Jahrhunderts ein.</p>
<p>Das Buch ist in vier &#228;hnlich lange Teile gegliedert. Die Einleitung besteht aus einer klassischen Einf&#252;hrung sowie einem Theorieteil, in dem zentrale Konzepte und Begriffe wie die oben erw&#228;hnten kritisch diskutiert und etabliert werden. &#187;Teil I: Die maskuline A&#776;sthetik des <italic>Marvel Cinematic Universe</italic>&#171; setzt sich intensiv mit den Film- und Musikzitaten in dem Gr&#252;ndungsfilm des MCU, I<sc>ron</sc> M<sc>an</sc>, und seiner Fortsetzung, <xref ref-type="bibr" rid="B7">I<sc>ron</sc> M<sc>an</sc> 2</xref> (US 2009, Regie: Jon Favreau), auseinander. &#187;Teil II: Der Tod des Patriarchats&#171; kontrastiert Tony Stark in seiner Doppelrolle als Sohn/Vater mit dem als Rivale fungierenden Superhelden Steve Rogers/Captain America und dem film&#252;bergreifenden Superb&#246;sewicht Thanos in den Filmen C<sc>aptain</sc> A<sc>merica:</sc> C<sc>ivil</sc> W<sc>ar</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B4">US 2016, Regie: Joe Russo, Anthony Russo</xref>), A<sc>vengers</sc>: I<sc>nfinity</sc> W<sc>ar</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B1">US 2018, Regie: Joe Russo, Anthony Russo</xref>) und A<sc>vengers</sc>: E<sc>ndgame</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B2">US 2019, Regie: Joe Russo, Anthony Russo</xref>). Beide Teile dienen somit der Sichtbarmachung von patriarchalen &#196;sthetiken und Motiven in der sogenannten Infinity Saga des MCU. &#187;Teil III: Die post-patriarchale Utopie des <italic>Marvel Cinematic Universe</italic>&#171; zeigt anhand von S<sc>pider</sc>-M<sc>an</sc>: F<sc>ar</sc> F<sc>rom</sc> H<sc>ome</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B8">US 2019, Regie: Jon Watts</xref>) und B<sc>lack</sc> W<sc>idow</sc> das Potenzial der Reihe auf, sich nach dem Tod der Patriarchen Tony Stark und Thanos von eben diesen &#196;sthetiken zu l&#246;sen beziehungsweise diese neu zu definieren. Die Filmanalysen m&#252;nden in einem &#187;Ausblick&#171; mit einer Auflistung von sieben allgemeineren Thesen zum gegenw&#228;rtigen Superheld:innenfilm, die unter anderem auch Filme des Konkurrenten DC in ihre Schlussfolgerungen integriert.</p>
<p>Der in der Einleitung etablierte differenzierte Umgang vor allem mit Identit&#228;tsbegriffen wie M&#228;nnlichkeit oder <italic>wei&#223;</italic>, der von Vignold bewusst kursiviert wird, um auf seine soziale Konstruktion hinzuweisen, setzt sich in den Analysekapiteln gewinnbringend fort und erm&#246;glicht ihm eine tiefgehende Auseinandersetzung. Eine Ausnahme bildet die vergleichsweise unkritische Verwendung des psychoanalytischen Konzepts des &#214;dipus-Komplex in Teil II: Der Text folgt auf der Analysebene Bruzzis Konzept des &#8250;O&#776;dipalen Dramas&#8249; (<xref ref-type="bibr" rid="B10"><italic>Bringing up Daddy</italic></xref>), wonach &#187;Vater-Sohn-Narrative [&#8230;] zu dieser Zeit [1950er] regelm&#228;&#223;ig von Freuds Interpretation der O&#776;dipus-Sage informiert&#171; seien (152), und geht damit nicht &#252;ber dieses restriktive heteronormative Modell hinaus. Insgesamt setzt sich Vignold mit seinem &#187;transdisziplin&#228;re[n] Zugriff auf Film unter Anleitung einer gender-medienkulturwissenschaftlich situierten Fragestellung&#171; (24) ein hohes Ziel und wird diesem auch gr&#246;&#223;tenteils gerecht.</p>
<p>Der Autor kombiniert gekonnt detaillierte handwerklich solide Analysen einzelner Szenen mit Herleitungen von &#228;sthetischen Referenzen, die stellenweise leicht assoziativ geraten, aber stets von beeindruckendem Hintergrundwissen gest&#252;tzt werden. Durch seine breit aufgestellte Sekund&#228;rliteratur, die sowohl einschl&#228;gige Autor:innen und Werke (f&#252;r die filmische Superheldenforschung zum Beispiel <xref ref-type="bibr" rid="B13">McSweeney</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B9">Brown</xref>) als auch relevante nichtakademische Quellen beinhaltet, baut sich Vignold ein ordentliches Fundament auf. Besonders positiv hervorzuheben ist hierbei die kritische Reflexion vorangegangener Analysen der gew&#228;hlten Filme, die genauestens auf ihre Differenzen und Implikationen untersucht werden. Vignold leistet hier zudem einen wichtigen Beitrag, anglophone Diskurse einer deutschsprachigen Leserschaft zug&#228;nglich zu machen, auch wenn englische Grundkenntnisse aufgrund der &#252;berwiegend englischsprachigen Zitate f&#252;r die Lekt&#252;re sicherlich n&#252;tzlich sind.</p>
<p>Vignold macht in seinem Ausblick deutlich, dass es sich bei den vorliegenden Ergebnissen um &#187;Momentaufnahmen ohne Anspruch auf langfristige G&#252;ltigkeit&#171; (257) handelt und antizipiert im Schlusswort die Fl&#252;chtigkeit und Zerbrechlichkeit der postulierten post-patriarchalen Utopie. Seinem Ansatz folgend hat sich dieser &#8250;Backlash&#8249; bereits mit der 2024 angek&#252;ndigten R&#252;ckkehr von Tony-Stark-Schauspieler Robert Downey Jr. in das MCU bewahrheitet. Die vorliegende Publikation ist somit ein wichtiges Zeitdokument, dem es gelingt, genau diesen kurzen utopischen Moment einzufangen und (film-)geschichtlich zu kontextualisieren, als auch eine beispielhafte Charakterstudie, die Analysewerkzeuge zur Verf&#252;gung stellt, weitere Figuren des MCU unter dem Gesichtspunkt ihrer (post-)patriarchalen &#196;sthetiken zu betrachten.</p>
<p>Auf redaktioneller Ebene ist auf die reichliche und treffende Auswahl des detailliert analysierten Bildmaterials hinzuweisen, das sowohl in der als Open Access verf&#252;gbaren E-Book-Version wie auch in der Printausgabe eine gute Farbqualit&#228;t aufweist. Der Ursprung des Werkes als Dissertationsschrift ist unter anderem an den ausf&#252;hrlichen Fu&#223;noten noch deutlich erkennbar. Hier h&#228;tte eine st&#228;rkere redaktionelle &#220;berarbeitung die Lesefreundlichkeit dieser spannenden und wichtigen Monografie erh&#246;hen k&#246;nnen.</p>
<p>Insgesamt empfiehlt sich die Ver&#246;ffentlichung durch ihre Transdisziplinarit&#228;t einem breiten Publikum von Forschenden in den Bereichen der Superheldenstudien &#252;ber Film- und Medienwissenschaften zu &#8250;critical masculinity studies&#8249;. F&#252;r Studierende kann der Gesamtansatz des Werkes einerseits zu komplex sein, andererseits durch seine popkulturelle Thematik einen ansprechenden Einstieg bieten. Vor allem die einzelnen Unterkapitel eignen sich gut als Fallbeispiele, um medienwissenschaftliches Vokabular einzu&#252;ben.</p>
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<title>Autorin</title>
<p>Kristin Aubel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f&#252;r Anglistik und Amerikanistik der Universit&#228;t Wien. Sie ver&#246;ffentlichte bereits zu Fantastik (<italic>Spaces and Places in the Fantastic: Exploring Fantastic Geographies</italic>, Cambridge Scholars, 2025, mit Sarah Edwards und Christian Lenz) und Superhelden (&#187;Christliche Narrative in Superheldencomics: Nightcrawler als praktizierender Christ, Antichrist und Erl&#246;ser&#171;. In: <italic>Religi&#246;se Helden: Glaube, Religion und Moralit&#228;t in der superheroischen Popkultur</italic>, transcript, 2023). Seit 2023 ist sie Herausgeberin des Inklings-Jahrbuchs. In ihrer Dissertation widmet sie sich mythischen Transformationen in zeitgen&#246;ssischer Fantasy.</p>
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<title>Konkurrierende Interessen</title>
<p>Die Autorin hat keine konkurrierenden Interessen zu erkl&#228;ren.</p>
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<title>Filmografie</title>
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<ref id="B2"><mixed-citation publication-type="book"><collab>A<sc>vengers</sc>: E<sc>ndgame</sc></collab>. Regie: <string-name><given-names>Joe</given-names> <surname>Russo</surname></string-name>, <string-name><given-names>Anthony</given-names> <surname>Russo</surname></string-name>. <publisher-loc>US</publisher-loc> <year>2019</year>.</mixed-citation></ref>
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<title>Zitierte Werke</title>
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