<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Publishing DTD v1.1 20120330//EN" "http://jats.nlm.nih.gov/publishing/1.1/JATS-journalpublishing1.dtd">
<!--<?xml-stylesheet type="text/xsl" href="article.xsl"?>-->
<article article-type="research-article" dtd-version="1.1" xml:lang="de" xmlns:mml="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance">
<front>
<journal-meta>
<journal-id journal-id-type="issn">2192-0885</journal-id>
<journal-title-group>
<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Fantastikforschung</journal-title>
</journal-title-group>
<issn pub-type="epub">2192-0885</issn>
<publisher>
<publisher-name>Open Library of Humanities</publisher-name>
</publisher>
</journal-meta>
<article-meta>
<article-id pub-id-type="doi">10.16995/zff.824</article-id>
<article-categories>
<subj-group>
<subject>Artikel</subject>
</subj-group>
</article-categories>
<title-group>
<article-title>Eine andere Welt? Cyrano de Bergerac zwischen Philosophie und Fantastik</article-title>
</title-group>
<contrib-group>
<contrib contrib-type="author">
<name>
<surname>Mehrbrey</surname>
<given-names>Sophia</given-names>
</name>
<email>Sophia.mehrbrey@gmx.de</email>
<xref ref-type="aff" rid="aff-1">1</xref>
</contrib>
</contrib-group>
<aff id="aff-1"><label>1</label>Universit&#228;t des Saarlandes, DE</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2020-10-14">
<day>14</day>
<month>10</month>
<year>2020</year>
</pub-date>
<pub-date pub-type="collection">
<year>2020</year>
</pub-date>
<volume>8</volume>
<issue>1</issue>
<fpage>1</fpage>
<lpage>22</lpage>
<permissions>
<copyright-statement>Copyright: &#x00A9; 2020 The Author(s)</copyright-statement>
<copyright-year>2020</copyright-year>
<license license-type="open-access" xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
<license-p>This is an open-access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC-BY 4.0), which permits unrestricted use, distribution, and reproduction in any medium, provided the original author and source are credited. See <uri xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/</uri>.</license-p>
</license>
</permissions>
<self-uri xlink:href="https://zff.openlibhums.org/articles/10.16995/zff.824/"/>
<abstract>
<p>Cyrano de Bergerac&#8217;s comic novel <italic>L&#8217;Autre Monde</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B13">1657</xref>) is known for its innovative philosophical discourse. Threatened by the catholic inquisition and in order to avoid the censorship of 17<sup>th</sup> century France, Cyrano de Bergerac had to imagine a way to present his text as less provocative. In order to achieve this, he integrates his philosophical ideas in a fictional journey to the empires of the moon and of the sun where everything appears to be the opposite of the human civilisation on Earth. However, the fiction is more than a framework for the philosophical discourse. It appears that the fantastic and futuristic aspects of the civilisation on the moon &#8211; that Cyrano de Bergerac imagines long before the invention of these two genres &#8211; are a component part of Cyrano&#8217;s main philosophical theses.</p>
</abstract>
</article-meta>
</front>
<body>
<p>Beim Namen <xref ref-type="bibr" rid="B15">Cyrano de Bergerac</xref> werden die meisten Leser*innen zuerst einen damals noch recht stattlichen Gerard Depardieu vor sich sehen &#8211; &#252;ber seine ohnehin schon beachtliche Nase eine noch beachtlichere Prothese geklebt. Einige werden sich vielleicht erinnern, dass der Spielfilm C<sc>YRANO DE</sc> B<sc>ERGERAC</sc> (<xref ref-type="bibr" rid="B1">FR 1990, Regie: Jean-Paul Rappeneau</xref>) ein Theaterst&#252;ck aus dem 19. Jahrhundert als Vorlage hat, Edmond Rostands <italic>Cyrano de Bergerac</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B40">1897</xref>). Dass dieses Theaterst&#252;ck wiederum eine historische Pers&#246;nlichkeit aus dem 17. Jahrhundert, den Philosophen und Autor Savinien Cyrano de Bergerac,<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> zum Vorbild hat, wissen au&#223;erhalb der Literaturwissenschaft selbst in Frankreich nur wenige. Kein Wunder, denn um Rostands St&#252;ck folgen zu k&#246;nnen, bedarf es keiner historischen Kenntnisse, scheint doch die einzige wirkliche &#196;hnlichkeit zwischen historischer Person und Dramenfigur die Gr&#246;&#223;e ihrer Nase zu sein. Auf der anderen Seite wurde das Werk Cyranos damals wie heute oft verkannt. Damals, weil es &#8211; dem Gedankengut der <italic>Libertinage</italic> zugeordnet &#8211; weitgehend zensiert wurde;<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref> heute, weil es h&#228;ufig durch das Raster akademischer Kategorisierung f&#228;llt. Doch gerade das macht die Texte Cyranos so vielschichtig und interessant. Von der Inquisition argw&#246;hnisch be&#228;ugt und in der freien Entfaltung seiner Thesen durch die franz&#246;sische Zensur gehindert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B31">N&#233;d&#233;lec 193&#8211;203</xref>), entwirft Cyrano, wie viele seiner Zeitgenossen, aufwendige Strategien, um sich und seine Werke der Gefahr des Scheiterhaufens zu entziehen. Eine verbreitete Methode ist die der heute als <italic>auteurs comiques</italic> bezeichneten Autoren, ihre Thesen lieber in romanesken Fiktionen als in theoretischen Abhandlungen zum Ausdruck zu bringen, um sich so der Verantwortung f&#252;r kritische oder blasphemische Ideen zumindest teilweise zu entledigen. Auch wenn die Fiktion hier erst einmal nur als Mittel zum Zweck erscheint, verhelfen die <italic>auteurs comiques</italic> dem Roman damit zu einem unerwarteten Erfolg und pr&#228;gen die Moderne ma&#223;geblich mit. Dabei entwickeln sie narrative Muster sowie literarische Motive und Topoi, deren Bedeutung f&#252;r die Entstehung des modernen Romans oft verkannt wurden, die bei genauerer Betrachtung jedoch viele literaturgeschichtlich etablierte Kategorisierungen ins Wanken bringen.<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref> Die von den <italic>auteurs comiques</italic> eingef&#252;hrten romanesken Strukturen und Motive finden so, auch unabh&#228;ngig von philosophischen Diskursen, bei vielen Leser*innen Anklang. Im Falle Cyranos kann man nicht nur &#252;ber den &#228;u&#223;erst modernen Aufbau seines Hauptwerks staunen, sondern auch &#252;ber dessen fantastisch-futuristischen Charakter, der, zweihundert Jahre vor der Etablierung der Science Fiction als eigenst&#228;ndiges Genre, unbestreitbar ins Auge sticht.<xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref></p>
<p>Cyranos Hauptwerk ist der zweiteilige Roman, <italic>L&#8217;Autre Monde</italic> (dt. <italic><xref ref-type="bibr" rid="B15">Reise zum Mond und Reise zur Sonne. Zwei Romane Die andere Welt</xref></italic>), der zuerst eine Reise auf einen bev&#246;lkerten Mond &#8211; <italic>L&#8217;Autre Monde ou Les &#201;tats et Empires de la Lune</italic> (1657) &#8211; und dann in einem zweiten Teil auf eine ebenfalls bev&#246;lkerte Sonne &#8211; <italic>Les &#201;tats et Empires du Soleil</italic> (1662) &#8211; beschreibt. Im Folgenden werde ich mich auf die &#201;tats et Empires de la Lune konzentrieren, da es mir schwierig erscheint, im Rahmen eines Artikels beiden Werken gerecht zu werden, und der erste Teil einen gr&#246;&#223;eren Schatz an unterschiedlichen &#252;bernat&#252;rlichen Motiven aufweist. W&#228;hrend Cyranos philosophischer Diskurs schon Objekt eingehender kritischer Untersuchungen war, wurde das dezidiert romaneske Moment seines Werks bislang sehr viel weniger in den Fokus wissenschaftlicher Analysen ger&#252;ckt.<xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref> Ziel meiner Untersuchung ist es daher, die romaneske Ausarbeitung der Mondwelt sowie deren Verstrebungen zur werkimmanenten Darstellung der Erde zu untersuchen. Hierbei soll ein besonderes Augenmerk auf die fantastisch anmutenden Elemente gelegt werden. Trotzdem ist es entscheidend, im Blick zu behalten, wie die romanesken Strukturen mit dem philosophischen Diskurs verwoben sind. Im Folgenden m&#246;chte ich daher zeigen, dass die Fiktion in Cyranos Roman ein zentrales Moment f&#252;r die Ausarbeitung eines philosophischen Diskurses darstellt, der die Vorstellungskraft als eine der wichtigsten intellektuellen F&#228;higkeiten des Menschen versteht. Denn gerade durch die zentrale Bedeutung der Vorstellungskraft erweisen sich Cyranos philosophische Ideen als pr&#228;destiniert daf&#252;r, mit der Fiktion, und insbesondere dem Roman, eine fruchtbare Verbindung einzugehen. Denn zur Artikulierung des philosophischen Diskurses verwebt Cyrano zahlreiche Motive, die heutzutage v&#246;llig verschiedenen Genres zugeordnet werden k&#246;nnen &#8211; Fantastik, Fantasy, M&#228;rchen, (Retro-)Futurismus, Science Fiction &#8211;, wie selbstverst&#228;ndlich zu einem homogenen Universum. Da Cyrano seine philosophischen Gedankenexperimente bis zum &#196;u&#223;ersten ausreizt, entwirft er auch als binnen-fiktionales Substrat eine Welt, die weit &#252;ber das &#8250;Realistische&#8249; hinausgeht und somit fantastische und futuristische Anwandlungen aufweist.</p>
<p>Zun&#228;chst sollen die &#252;bernat&#252;rlichen Elemente des Romans genauer betrachtet und einem Definitionsversuch unterzogen werden. Darauf aufbauend werde ich deren Funktionen untersuchen, insbesondere, wie die fantastische Fiktion ein Gedankenexperiment erm&#246;glicht, das die Relativit&#228;t allen Seins zum Ausdruck bringt. Dabei soll auch Cyranos Haltung zum Einsatz und dem Status des &#220;bernat&#252;rlichen in der Fiktion diskutiert werden.</p>
<sec>
<title>1 Das &#220;bernat&#252;rliche in Cyranos Werk</title>
<p>Beginnen wir mit den &#252;bernat&#252;rlichen Motiven und fantastischen Strukturen in Cyranos Werk. Es l&#228;sst sich zun&#228;chst feststellen, dass der Ansto&#223; f&#252;r die Reise des Protagonisten auf den Mond in eine fantastische Konstruktion eingebettet ist, die der Definition nach <xref ref-type="bibr" rid="B45">Tzvetan Todorov</xref> gleicht. Gem&#228;&#223; der Theorie Todorovs ist das Fantastische ein Grenzph&#228;nomen; fantastisch ist ein Text demnach dann, wenn f&#252;r die Lesenden unklar bleibt, ob das beschriebene &#252;bernat&#252;rliche Ereignis wirklich stattgefunden hat oder ob es blo&#223;e Einbildung war. Todorov erkl&#228;rt weiterhin:</p>
<disp-quote>
<p>Das Fantastische liegt im Moment dieser Ungewissheit; sobald man sich f&#252;r die eine oder andere Antwort entscheidet, verl&#228;sst man das Fantastische und tritt in ein benachbartes Genre ein, in das des Unheimlichen oder das des Wunderbaren. Das Fantastische ist die Unschl&#252;ssigkeit, die ein Mensch empfindet, der nur die nat&#252;rlichen Gesetze kennt und sich einem Ereignis gegen&#252;bersieht, das den Anschein des &#220;bernat&#252;rlichen hat. (26)</p>
</disp-quote>
<p><italic>L&#8217;Autre Monde</italic> beginnt im Frankreich des 17. Jahrhunderts mit einer Diskussion zwischen dem Ich-Erz&#228;hler Dyrcano<xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref> und einem seiner Freunde &#252;ber die Frage, ob der Mond eine &#8250;Welt&#8249;, also ein bewohnter Raum, sei. Von Anfang an ist diese Frage in die globalere Problematik der Relativit&#228;t allen Seins und der menschlichen Perspektive eingebettet. Als der Protagonist sieht, dass sein Gespr&#228;chspartner die M&#246;glichkeit eines bewohnten Mondes ablehnt und sich dar&#252;ber hinaus seiner lustig macht, kontert er mit der totalen Umkehrung der Perspektiven: &#187;<italic>So mag es sein</italic>, sagte ich ihnen, <italic>dass man sich auf dem Mond gerade jemandes anderen belustigt, der behauptet, dass dieser, unser Planet eine Welt sei</italic>&#171; (<xref ref-type="bibr" rid="B12">de Bergerac, <italic>L&#8217;Autre Monde</italic> (1968) 6</xref>).<xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref> F&#252;r den Augenblick nimmt die Diskussion an diesem Punkt ein Ende. Zu Hause angekommen, findet Dyrcano jedoch zu seinem gro&#223;en Staunen ein Buch, in dem von einer Reise zum Mond die Rede ist. Genauer gesagt handelt es sich um die Werke Cardanos.<xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref> Das Buch ist genau auf der Seite aufgeschlagen, an welcher der Philosoph berichtet, ihm seien zwei Bewohner des Mondes erschienen, die ihn zu einer Reise in ihre Heimat eingeladen h&#228;tten. F&#252;r die Lesenden wie den Protagonisten stellt sich die Frage, ob das mysteri&#246;se Erscheinen des Buches im Kabinett Dyrcanos ein Zufall oder eine erneute Manifestation der Mondmenschen ist. Der Ich-Erz&#228;hler bringt diesbez&#252;glich die Unschl&#252;ssigkeit zum Ausdruck, die das Fantastische nach Todorov ausmacht. Sicher, dieses Buch nicht selbst ge&#246;ffnet zu haben, sucht er vergeblich eine Erkl&#228;rung f&#252;r den merkw&#252;rdigen Tatbestand. Wie kam es dazu? &#187;Wunder, Unfall, Vorhersehung&#171; oder gar &#187;Vision, Fiktion, Chim&#228;re, oder Verr&#252;cktheit&#171; (39)?<xref ref-type="fn" rid="n9">9</xref> Dyrcano kann es nicht sagen. Als Mann des 17. Jahrhunderts, der wenig empf&#228;nglich f&#252;r das Fantastische ist, h&#228;lt er sich aber auch nicht l&#228;nger mit der Frage auf, sondern widmet sich lieber den philosophischen &#220;berlegungen, die das Werk f&#252;r ihn bereith&#228;lt.</p>
<p>Im Laufe der Erz&#228;hlung macht das Fantastische immer mehr dem Wunderbaren Platz. Inspiriert durch die Schriften Cardanos entwirft der Protagonist mehrere Flugger&#228;te, die ihm schlie&#223;lich eine tats&#228;chliche Reise auf den Mond erm&#246;glichen. F&#252;r moderne Leser*innen erweckt die mechanische Flugmaschine unweigerlich die Assoziation mit den zwar sp&#228;ter erschienenen, jedoch deutlich bekannteren Fiktionen Jules Vernes. So ruft die Flugmaschine, deren Beschreibung auf ausf&#252;hrlichen physikalischen Erl&#228;uterungen beruht, einen Science-Fiction-Aspekt auf, der aus heutiger Sicht retro-futuristisch behaftet ist. Auf dem Mond angekommen, erwartet die Leser*innen hingegen eher eine legendenbehaftete Atmosph&#228;re. Zu Beginn seines Aufenthaltes findet sich Dyrcano beispielsweise im Paradies wieder, wo der Baum der Erkenntnis und des Vergessens w&#228;chst &#8211; die recht freiz&#252;gige Allusion an die christliche Mythologie ist un&#252;bersehbar (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B36">Racault 225&#8211;24</xref>). Weil Dyrcano, anders als Eva, nicht von der Frucht der Erkenntnis, sondern von der des Vergessens kostet, taucht er tiefer in die fantastische Immersion ein. Das Verspeisen der Frucht l&#246;st n&#228;mlich eine Art Vergessensschlaf aus. Als der Protagonist aus diesem erwacht, findet er sich zu seinem eigenen Erstaunen in einem ihm vollkommen unbekannten Landstrich wieder (<xref ref-type="bibr" rid="B12">de Bergerac. <italic>L&#8217;Autre Monde</italic> (1968) 51</xref>).<xref ref-type="fn" rid="n10">10</xref> Au&#223;erdem stellt die/der Leser*in fest, dass der Protagonist von besagter Frucht so viel gegessen hat, dass er sich zwar noch daran erinnert, wer er ist, aber nicht mehr genau, wie er auf den Mond kam. Mit dem Erwachen im Unbekannten nimmt der Autor eine Art Z&#228;sur zwischen der bekannten Welt und der neuen vor. F&#252;r den Ich-Erz&#228;hler wie auch die/den Leser*in wird dadurch die sich vor ihm erstreckende Welt greifbarer, da der Referenzpunkt Erde und die daran gebundene Realit&#228;t immer undeutlicher werden. Das zun&#228;chst fantastisch wirkende Moment weicht so mehr und mehr dem Wunderbaren. Biblische Figuren wie die Erzengel mischen sich mit mythologischen Kreaturen und Personen aus der Vergangenheit der Erde wie Sokrates, dessen Geist den Protagonisten auf seiner Reise begleitet, aber auch selbsterfundene Gestalten. Die Mondbewohner*innen zum Beispiel, die den Menschen in vielen Punkten &#228;hneln, unterscheiden sich jedoch von diesen durch ihre beachtliche Gr&#246;&#223;e, ihren vierbeinigen Gang, ein dichtes Fell und eine auf Musik und Gesten basierende Sprache. Das erste Zusammentreffen mit diesen Au&#223;erirdischen geschieht v&#246;llig unerwartet nur kurze Zeit nach Dyrcanos Erwachen aus dem Vergessensschlaf. Die Beschreibung dieses ersten Aufeinandertreffens erinnert an die Narrative der ersten Kontaktaufnahme der Wei&#223;en mit den amerikanischen Ureinwohner*innen:</p>
<disp-quote>
<p>Nach einer halben Viertelmeile begegnete ich zwei sehr gro&#223;en Tieren [&#8230;]. Als ich sie genau betrachten konnte, erkannte ich, dass sie uns in Gr&#246;&#223;e, Gestalt und Gesicht &#228;hnelten. Dieses Abenteuer erinnerte mich an das, was ich einmal meine Amme &#252;ber Meerjungfrauen, Faune und Satyrn hatte erz&#228;hlen h&#246;ren. Von Zeit zu Zeit erhoben sie w&#252;tende Rufe, zweifellos verursacht durch die Verwunderung, mich zu sehen. (51)<xref ref-type="fn" rid="n11">11</xref></p>
</disp-quote>
<p>F&#252;r beide Seiten steht hier das Betrachten des anderen im Mittelpunkt, welches gepr&#228;gt ist durch eine doppelte Verwunderung aufgrund der Unterschiede und der &#196;hnlichkeiten mit dem unbekannten Gegen&#252;ber. Der Ausdruck des gegenseitigen Erstaunens, welches f&#252;r diesen Moment entscheidend ist, st&#252;tzt sich im Fall der Mondmenschen auf ihre Schreie, im Fall Dyrcanos hingegen auf den Vergleich mit &#252;bernat&#252;rlichen Wesen. Der dem <italic>Roman comique</italic> wie auch Cyranos Denken inh&#228;rente Materialismus beg&#252;nstigt im Folgenden eine sehr detailreiche und plastische Darstellung der Mondgesellschaft.<xref ref-type="fn" rid="n12">12</xref> Eben diese narrativen Strategien werden dazu genutzt eine fantastisch anmutende Welt auszuarbeiten. Waren die Erlebnisse des Protagonisten von Beginn an jenseits des M&#246;glichen oder Glaubhaften angesiedelt, so kommt es durch den Baum des Vergessens zu einer Verdichtung der &#252;bernat&#252;rlichen Erfahrung, da diese fortan als authentischer erlebt wird. Spannend ist hierbei auch zu beobachten, wie Cyrano heterogene, ja sogar dissonante, Elemente, wie christliche Symbolbilder, antike Sagengestalten und futuristische Maschinen, zu einem in sich stimmigen Universum verwebt, das als solches einen fantastischen Reiz ausstrahlt, welcher die/den Leser*in immer tiefer in die Erfahrungswelt Mond hineinzieht.</p>
</sec>
<sec>
<title>2 Funktionen des &#220;bernat&#252;rlichen</title>
<p><italic>L&#8217;Autre Monde</italic> bietet seinen Leser*innen also eine Vielzahl &#252;bernat&#252;rlicher Momente, die teils dem Fantastischen teils dem Wunderbaren zugeordnet werden k&#246;nnen. Es bleibt jedoch zu erkunden, welche Rolle das &#220;bernat&#252;rliche f&#252;r den Roman spielt. Seine Bedeutung f&#252;r die burlesk anmutende Fiktion scheint in diesem Zusammenhang offenkundig. Dyrcano erkundet die ihm unbekannte Welt, wird von ihren Bewohner*innen gefangen genommen, trifft im Geist Sokrates&#8217; einen Verb&#252;ndeten und f&#252;hrt eine Vielzahl philosophischer Gespr&#228;che, bevor ihm letztendlich die Flucht und die R&#252;ckreise auf die Erde gelingt. Auf die ein oder andere Weise bleibt das Fantastische in seiner maximalistischen Definition<xref ref-type="fn" rid="n13">13</xref> die ganze Zeit &#252;ber pr&#228;sent. So stellt sich die Frage, welche Rolle das fantastische Moment f&#252;r die rationalistisch-libertine Erz&#228;hlung Cyranos spielt. Zuerst einmal findet man eine Vielzahl von Episoden, die den Titel <italic>Histoire comique</italic>, unter dem das Werk erstmals ver&#246;ffentlicht wurde, rechtfertigen. In diesem Zusammenhang muss bedacht werden, dass eine <italic>Histoire comique</italic> nicht immer komisch, im Sinne von erheiternd oder die Rezipient*innen zum Lachen bringend, sein muss. Vielmehr beschreibt das Etikett <italic>comique</italic> eine allgemeine Haltung des Erz&#228;hlers wie auch des Modell-Lesers (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B22">Eco</xref>). Diese postuliert eine gewisse ironische, bisweilen zynische Distanz gegen&#252;ber den beschriebenen Ereignissen. Nichtsdestotrotz findet man in den meisten Werken der <italic>auteurs comiques</italic> humoristische Passagen, die zur Erheiterung der Leser*innen beitragen sollen. So erf&#228;hrt Dyrcano beispielsweise, dass der Einsiedler Enoch, den er auf dem Mond trifft, sich die Zeit oft durchs Spinnen und Weben verk&#252;rzt. Die Faserabf&#228;lle, die dabei entstehen, seien die Ursache f&#252;r die charakteristischen Spinnennetze des Altweibersommers, wird dem Protagonisten erkl&#228;rt. Eine skurrile wie erheiternde Anekdote, die ein &#8250;nat&#252;rliches&#8249; Ereignis durch eine doch recht wunderbare Erkl&#228;rung rechtfertigt. In Cyranos Fall sollte allerdings erw&#228;hnt werden, dass das zuerst wunderbar Erscheinende oft durch eine mehr oder weniger rationelle Erkl&#228;rung aufgeweicht und dadurch als nur au&#223;ergew&#246;hnlich empfunden wird.</p>
<p>Manche dieser Episoden suggerieren dabei eine weitergehende philosophische Fragestellung. In der Gesellschaft des Mondes dient zum Beispiel ein Phallus anstelle des im Frankreich des 17. Jahrhunderts &#252;blichen Schwerts als Symbol des Rittertums. Das Ersetzen des Phallus durch ein Schwert als Emblem ritterlicher M&#228;nnlichkeit stellt die Macht, Leben zu schenken, &#252;ber die, Leben zu nehmen, und kommt dadurch einem impliziten Bekenntnis zum Epikureismus gleich.<xref ref-type="fn" rid="n14">14</xref> Dennoch steht in der Schilderung der Passage erst einmal das satirische, geradezu burleske Moment im Vordergrund (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Bar</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B5">Bertrand</xref>), was von Cyrano sicherlich so gedacht ist, um von seinen philosophischen Gedanken abzulenken. Derartige Vorgehensweisen sind unter den <italic>auteurs comiques</italic> nicht selten. In diesem speziellen Fall ist es jedoch interessant zu beobachten, dass sich der intradiegetische Verweis auf den Epikureismus durch die Bejahung der menschlichen Sexualit&#228;t auf der Metaebene widerspiegelt. Denn durch die Betonung des burlesken und &#8250;komischen&#8249; Moments, pl&#228;diert der Autor nicht nur f&#252;r die Horaz&#8217;sche Maxime des &#187;delectare et prodesse&#171; (&#187;n&#252;tzen und erfreuen&#171;), sondern impliziert ebenso, dass er den philosophischen Diskurs selbst als besonders fruchtbar empfindet, wenn dieser, in Form einer romanesken Fiktion, auch zum Vergn&#252;gen der Rezipient*innen beitr&#228;gt. Der philosophische Diskurs erh&#228;lt so eine gewisse Leichtigkeit und wird zu einem <italic>Divertissement</italic> im pascalianischen Sinne.<xref ref-type="fn" rid="n15">15</xref></p>
<p>Diese dezidiert der Zerstreuung des Geistes zugewandte Autorenhaltung beg&#252;nstigt wiederum das Vorkommen von Episoden, die augenscheinlich nur dem Am&#252;sement des/der Lesers*in dienen, indem sie die burleske F&#228;rbung des Werkes noch verst&#228;rken. So zum Beispiel eine Hommage an die schon zu Lebzeiten des Autors behandelte Gr&#246;&#223;e seiner Nase. Der Geist Sokrates&#8217; erkl&#228;rt Dyrcato n&#228;mlich, dass die Mondbewohner*innen alle extrem gro&#223;e Nasen haben, die ihnen gegenseitig als Sonnenuhr dienen. Kinder aber, die mit zu kleiner Nase geboren werden, werden sofort kastriert, um das Einschleichen falschen Erbgutes zu verhindern. F&#252;r sich sind weder das Phallus-Symbol noch die als Sonnenuhr dienenden Nasen ein fantastisches Element. Die Anh&#228;ufung solcher skurrilen Momente jedoch tr&#228;gt erheblich zur Verfremdung des Mondes bei, der sich dadurch deutlicher als surreal-wunderbare Welt konstituiert. Auch die pittoreske Beschreibung der St&#228;dte des Mondes verst&#228;rkt diesen Eindruck und verleiht dem &#8250;Planeten Mond&#8249; aus Sicht moderner Leser*innen dar&#252;ber hinaus eine deutliche Steampunk-F&#228;rbung:</p>
<disp-quote>
<p>Der Architekt baut jeden Palast, wie Ihr seht, aus einem leichten Holz und befestigt darunter vier R&#228;der; in eine der Mauern baut er Blaseb&#228;lge ein [&#8230;]. M&#246;chte man die St&#228;dte woanders hinziehen [&#8230;] entfaltet ein jeder an einer der Seiten seiner Wohnung, vor den Blaseb&#228;lgen, eine betr&#228;chtliche Anzahl an Segeln [&#8230;]. Die Architektur der anderen [St&#228;dte], die wir sesshaft nennen, sieht folgenderma&#223;en aus. Die Wohnungen sind fast identisch mit euren T&#252;rmen, nur dass sie aus Holz sind, und in der Mitte von einer gro&#223;en und starken Schraube durchbohrt [&#8230;]. Das Ganze ist so gebaut, damit [die Bewohner], sobald der Frost beginnt die Luft zu qu&#228;len, ihre H&#228;user in die Erde absenken k&#246;nnen. (121 f.)<xref ref-type="fn" rid="n16">16</xref></p>
</disp-quote>
<p>Detailgenaue Beschreibungen sind keine Verpflichtung oder Konvention des franz&#246;sischen Romans des 17. Jahrhunderts. In Cyrano de Bergeracs Werk verst&#228;rken sie dank der genauen Ausgestaltung der Mond-Zivilisation aber den Eindruck der Verfremdung.</p>
</sec>
<sec>
<title>3 Cyranos Relativit&#228;tsdiskurs und dessen Bezug zur Fantastik</title>
<p>Weit komplexer ist das Verh&#228;ltnis der &#252;bernat&#252;rlichen Momente und des dem Werk zugrunde liegenden Relativit&#228;tsdiskurses. Vorrangig ist der Roman keine Ansammlung erheiternder, fantastischer Anekdoten, sondern bildet die Grundlage f&#252;r eine philosophische Debatte &#252;ber, im wahrsten Sinne des Wortes, Gott und die Welt. Der Mond erscheint erst einmal als utopisches Konstrukt, als eine perfekte Variante der Erde, so perfekt, dass er wunderbar wirkt.<xref ref-type="fn" rid="n17">17</xref> Die Menschen kommunizieren durch gepfiffene und gesummte Melodien, ern&#228;hren sich nur von Ger&#252;chen, das Jagen funktioniert wie im Schlaraffenland, man schl&#228;ft auf Blumen gebettet und zahlt ausschlie&#223;lich mit Gedichten, so dass &#187;jemand, der den Hungertod stirbt [&#8230;] zwangsl&#228;ufig ein Hornochse [ist], und Menschen mit Verstand [&#8230;] immer in Saus und Braus [leben]&#171; (73).<xref ref-type="fn" rid="n18">18</xref> F&#252;r einen Denker und Autor, der auf der Erde nur schwer von seiner Feder leben kann, muss dieses W&#228;hrungssystem einer utopischen Ideall&#246;sung gleichkommen. &#220;bertriebener materieller Reichtum oder Stolz hingegen sind verp&#246;nt, so gilt es zum Beispiel als Strafe, in prachtvoller Gewandung von vier Prinzen reinen Blutes in einer vergoldeten S&#228;nfte durch die Stra&#223;en getragen zu werden, da dies einer &#246;ffentlichen Dem&#252;tigung entspricht. Diese scheinbare Idylle des Lebens auf dem Mond, die dem/der Leser*in durch die Umkehrung der auf der Erde etablierten Konventionen eine perfekte Version menschlichen Lebens vor Augen zu f&#252;hren scheint, tr&#252;gt jedoch. Bald schon stellt sich heraus, dass die Mondbewohner*innen dem gleichen Laster verfallen sind wie die Erdbewohner*innen: dem Aberglauben oder Falschglauben, und schlimmer noch, der verbissenen &#220;berzeugung, ihr Aberglaube sei das einzig wahre Wissen. Wie Dyrcanos menschliche Freunde zu Beginn des Romans so glauben auch die Mondbewohner*innen, dass sie die einzigen vernunftbegabten Wesen im Universum sind, von der Sch&#246;pfung auserw&#228;hlt. Und nicht nur das, sie halten ihren Mond f&#252;r einen Planeten, die Erde aber f&#252;r deren Mond. Sich selbst nennen sie Menschen, Dyrcano hingegen halten sie f&#252;r einen Affen, den sie in einen K&#228;fig stecken. F&#252;r seine Behauptung, er k&#228;me von der Erde, die bev&#246;lkert sei und auf der man glaube, der Wohnort der Vierbeiner sei nur ein karger Mond, wird er alsbald der Ketzerei beschuldigt. Auf dieser grundlegenden Verkehrung ins Gegenteil bauen auch alle nachfolgenden Umkehrungen auf. Ziel dieses Gedankenspiels ist es, den Leser*innen einen Spiegel vorzuhalten, sie mit der Relativit&#228;t allen Seins zu konfrontieren, und folglich auch der Dummheit vieler ihrer festgefahrenen Denkstrukturen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Lafond</xref>). So wundert es auch nicht, dass die Maxime, die der Geist Sokrates&#8217; Dyrcano mit auf den Weg gibt, lautet: &#187;Songez &#224; librement vivre&#171; (136) &#8211; &#187;Denkt daran, frei zu leben&#171;. Im Zentrum des Lebens steht aber f&#252;r die zwei Philosophen selbstverst&#228;ndlich das Denken, frei leben bedeutet daher vor allem frei denken, befreit von allen Zw&#228;ngen und Aberglauben, so wie die <italic>Libertins</italic> es sich zum Vorsatz machen.<xref ref-type="fn" rid="n19">19</xref> Es bleibt nun zu kl&#228;ren, welcher Bezug zwischen der Frage nach der Relativit&#228;t und dem fantastischen Moment in Cyranos Werk hergestellt werden kann. Tats&#228;chlich kann man in einigen der Denkprozesse, die durch das Ph&#228;nomen der Umkehrung angesto&#223;en werden, auch eine &#220;berlegung &#252;ber die Entstehung des Fantastischen sehen. Im Kontext des 17. Jahrhundert entstammt Fantastisches, in seiner maximalistischen Definition, meist der Welt der M&#228;rchen und des Aberglaubens. Genau diese Macht des Aberglaubens aber will Cyrano durch die kurative Reise auf den Mond dekonstruieren. So findet man zum Beispiel an mehreren Stellen des Textes sehr interessante &#220;berlegungen &#252;ber das Konzept des Monsters, und so, in weiterem Sinne, der fantastischen Kreatur. Vom ersten Moment an als der Ich-Erz&#228;hler bei den Mondmenschen landet, wird sich dieser der Tatsache bewusst, dass er in ihren Augen wie ein Monster erscheint. Und der Blick dieses <italic>Anderen</italic> stellt sich als so stark heraus, dass Dyrcano schlie&#223;lich selbst beginnt zu &#187;glaub[en], ein Monster geworden zu sein&#171; (51).<xref ref-type="fn" rid="n20">20</xref> Und dies, obwohl er Augenblicke zuvor noch die Mondbewohner*innen mit den Fabelwesen der Ammenm&#228;rchen seiner Kindheit verglichen hatte (vgl. 51). In der Folge wird Dyrcano f&#252;r einen Affen gehalten, als er jedoch beginnt die Sprache der Mondbewohner*innen zu erlernen, werden Stimmen laut, die in Betracht ziehen, er k&#246;nnte auch ein Wilder, ein &#187;homme sauvage&#171; (88), sein. Doch wie so oft in Cyranos Werk ist auch hier auf die Engstirnigkeit der Geistlichkeit Verlass, die in dieser M&#246;glichkeit eine noch gr&#246;&#223;ere Gefahr sieht und deswegen erkl&#228;rt, es zeuge von &#187;abscheulicher Gottesl&#228;sterung zu glauben, dass nicht etwa Tiere, sondern gar Monster zu ihrer Art geh&#246;rten&#171; (88).<xref ref-type="fn" rid="n21">21</xref> Die schwankende Definition des Begriffs &#187;Monster&#171; zeigt ganz eindeutig, dass neben der Realit&#228;t im Allgemeinen auch das Fantastische im Auge des Betrachters liegt. Und tats&#228;chlich bringt Cyrano an ganz anderer Stelle eine &#220;berlegung an, die den zentralen Fragestellungen &#252;ber das Fantastische in <xref ref-type="bibr" rid="B17">Guy de Maupassants</xref> <xref ref-type="bibr" rid="B18">&#187;Horla&#171;</xref> (1887) erstaunlich &#228;hneln. In dieser Erz&#228;hlung wird der Ich-Erz&#228;hler Opfer einer fantastischen Erscheinung. Lange kann er sich nicht entscheiden, ob die Kreatur, die zwar Spuren hinterl&#228;sst, die aber niemand tats&#228;chlich zu Gesicht bekommt, nur in seinen Halluzinationen existiert oder Wirklichkeit ist. In diesem Zusammenhang philosophiert er auch &#252;ber die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung, die uns manche Dinge als &#252;bernat&#252;rlich einordnen lassen, nur weil wir sie mit unseren Sinnen nicht richtig erfassen k&#246;nnen. Genau diese Hypothese der begrenzten Wahrnehmung stellt auch Cyrano auf, wenn er erkl&#228;rt, dass es keinen Beweis f&#252;r die Unempfindsamkeit der Pflanzen- und Tierwelt g&#228;be. So wagt er die Behauptung, dass ein Kohlkopf &#187;nur weil er kein Wort von sich gibt, nicht weniger denkt&#171; (114).<xref ref-type="fn" rid="n22">22</xref> Im Gegenteil ist er wom&#246;glich sogar mit einigen Vorteilen gegen&#252;ber dem Menschen ausgestattet, &#187;vielleicht mit einer universellen Intelligenz, einer perfekten Kenntnis aller ihn betreffenden Dinge&#171; (114).<xref ref-type="fn" rid="n23">23</xref> In der weiteren Ausf&#252;hrung dieser Theorie wird vor allen Dingen klar, wie begrenzt das menschliche Wissen ist, was aber nicht hei&#223;en darf, dass dieser alles f&#252;r unwahr oder &#252;bernat&#252;rlich erkl&#228;rt, was er mit seinen eigenen Sinnen nicht fassen kann. In diesem Sinne gilt es auch, in den fantastisch anmutenden Anekdoten &#252;ber den Mond vorrangig eine Karikatur des irdischen Aberglaubens zu erkennen. Das philosophische Ideal, welches den gemeinsamen Nenner f&#252;r die vielschichtige Debatte zwischen Dyrcano und dem Geist Sokrates&#8217;, aber auch zwischen Cyrano und seinem Modell-Leser bildet, strebt es daher an, durch freies Denken alles Sein zu hinterfragen. Scheint dies der Grundtenor der Philosophie an sich zu sein, so darf man doch den historischen Kontext des Werkes nicht au&#223;er Acht lassen, in dem es keineswegs gel&#228;ufig ist, durch das Anzweifeln gewisser Aberglauben direkt die Interpretationshoheit der katholischen Kirche in Frage zu stellen. Genau dies jedoch tut Cyrano, wenn er schreibt:</p>
<disp-quote>
<p>Der Weise sieht nichts auf der Welt, das er nicht erfasst und von dem er nicht urteilt, dass es erfasst werden kann, er muss all diese Erscheinungen von Wundern, Unglaublichem und widernat&#252;rlichen Ereignissen verachten, die die Dummen erfunden haben, um die Schw&#228;chen ihres Verstandes zu rechtfertigen. (147 f.)<xref ref-type="fn" rid="n24">24</xref></p>
</disp-quote>
<p>Wenn Cyrano von Wundern und Aberglaube spricht, dann attackiert er n&#228;mlich meist die von Rom oktroyierten Weltansichten. Der Weise jedoch entspricht einem intellektuellen Ideal, das die*der freie Denker*in zwar nie g&#228;nzlich erreichen wird, aber doch immer anstreben muss. Die Reise zum Mond entspricht so einem Denkausflug, dem ein entschiedenes Pl&#228;doyer f&#252;r die Vernunft innewohnt. Die hier postulierte Vernunft, die alles in Frage stellt und dadurch auch alles f&#252;r m&#246;glich h&#228;lt, &#228;hnelt der der Skeptiker*innen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B43">Spoerhase</xref>). In diesem Zusammenhang wird eine zweite menschliche Eigenschaft zentral: die <italic>imagination</italic>, also die Vorstellungskraft. F&#252;r einen Denker wie <xref ref-type="bibr" rid="B33">Blaise Pascal</xref>, Koryph&#228;e der moralistischen Philosophie des 17. Jahrhunderts, steht die Vorstellungskraft meist der Vernunft entgegen, da sie eine Gefahr f&#252;r die Integrit&#228;t des menschlichen Geistes darstellt, ist sie doch &#187;ma&#238;tresse de l&#8250;erreur et de la fausset&#233;&#171; (<xref ref-type="bibr" rid="B32">Pascal 333</xref>), also &#187;Herrin des Irrtums und der Falschheit&#171;. F&#252;r die Libertins jedoch, zu denen Cyrano gez&#228;hlt wird, ist sie die h&#246;chste aller Tugenden, deren Allegorie auch in <italic>L&#8216;Autre Monde</italic> seinen Platz findet. Die Libertins w&#228;hlen den Roman ja gerade deswegen als ihr pr&#228;feriertes Genre, weil sie hier ihr literarisches Genie frei von den Zw&#228;ngen der allgemein anerkannten Doxa ausleben k&#246;nnen.<xref ref-type="fn" rid="n25">25</xref> In diesem Sinne bem&#252;ht sich Cyrano zwar, alles &#220;bernat&#252;rliche als angeblich nat&#252;rlichen Bestandteil des Universums rational zu dekonstruieren, gleichzeitig bekennt er aber auch, dass dem Fantastischen als Erschaffung k&#252;nstlerischer Kreation, also im Rahmen der Fiktion, keine Grenzen gesetzt sind. Anders ausgedr&#252;ckt l&#228;sst der angestrebte Idealzustand der Weisheit durch seine Unerreichbarkeit immer Raum f&#252;r die Existenz fantastisch anmutender Elemente, die jedoch nie als solche akzeptiert werden sollten. Schlie&#223;lich bleibt Cyranos Werk dem anf&#228;nglichen Postulat des Skeptizismus also treu, versucht sein Protagonist doch unerm&#252;dlich, alle Ph&#228;nomene zu hinterfragen, um sie zu durchdringen. Dabei ist er sich jedoch immer der Tatsache bewusst, dass die endg&#252;ltige Erkenntnis in weiter Ferne liegt: Vielleicht, weil er nicht mit den ausreichenden Sinnen ausgestattet ist, um die Realit&#228;t um ihn herum richtig zu erfassen, vielleicht, weil sein Verstand noch nicht ausreichend geschult ist. Was aber bleibt von der anf&#228;nglichen Fantastik, wenn das Wunderbare immer weiter dekonstruiert wird? Bei der Ankunft Dyrcanos auf dem Mond steht sein Erstaunen, das schnell zum zentralen Motiv der Gespr&#228;chsdynamik wird, im Mittelpunkt. Denn dank der sokratischen Dialoge, die er mit dem Geist Sokrates&#8217; in Person f&#252;hren kann, weicht seine anf&#228;ngliche Verwunderung meist dem Verst&#228;ndnis. Dennoch entpuppt sich die Welt als weit facettenreicher als gedacht und f&#252;r den Menschen, der er ist, nicht &#8211; oder noch nicht &#8211; in jeder Hinsicht erfassbar. So gesehen macht das Fantastische eher der Science Fiction als dem klassisch Wunderbaren Platz.</p>
<p>Aus moderner Sicht wirkt diese Science Fiction nat&#252;rlich eher retro-futuristisch, aber genau das verleiht dem Werk f&#252;r heutige Leser*innen zus&#228;tzlichen Charme, auch und gerade, wenn er sich nicht erst den kompletten philosophisch-theologischen Diskurs des 17. Jahrhunderts aneignen m&#246;chte. In diesem Sinne bietet es sich an, eine letzte Passage zu zitieren, die f&#252;r die damaligen Leser*innen absolut vision&#228;r gewirkt haben muss, die aus heutiger Sicht aber eindeutig eine Steampunk-&#196;sthetik aufweist. Es geht um ein von Cyrano erdachtes H&#246;rbuch, das man wie einen Walkman mit sich herumtragen kann: In einer kleinen Box findet der Protagonist &#187;ein ich wei&#223; nicht genau was aus Metall, fast vergleichbar mit unseren Uhren, voll mit unz&#228;hligen Federn und kaum erkennbaren Maschinen&#171; (136).<xref ref-type="fn" rid="n26">26</xref> Trotz dieser aus der zeitgen&#246;ssischen Perspektive pittoresk-erheiternden F&#228;rbung, sollte man nicht au&#223;er Acht lassen, dass das Fantastische f&#252;r Cyrano &#8211; nicht immer, aber doch meist &#8211; ein Mittel zum Zweck ist. Besonders deutlich wird dies im zweiten Teil. Dieser beginnt damit, dass der Ich-Erz&#228;hler erkl&#228;rt, er habe seine Reise zum Mond niedergeschrieben und als Buch ver&#246;ffentlicht. Durch die binnenfiktionale Publikation der Reise wird diese als Fiktion entlarvt. Gleichwohl es sich hierbei aus Sicht Dyrcanos um einen authentischen Reisebericht handelt, r&#252;ckt der fiktionale wie fantastische Charakter des Werks wieder in den Vordergrund, da einige seiner binnenfiktionalen Leser nicht an die Wahrhaftigkeit seiner Erfahrung glauben. Und selbst der zum Autor gewordene Ich-Erz&#228;hler gibt zu, wie wir zu Beginn des ersten Teils lesen konnten, Momente der Geistesumnebelung durchlebt zu haben. Gerade f&#252;r die zeitgen&#246;ssischen Leser*innen ist in dieser narrativen Konstruktion leicht eine Anlehnung an das Don-Quichotte-Schema zu erkennen.<xref ref-type="fn" rid="n27">27</xref> So wird die Reise Dyrcanos, wie auch das niedergeschriebene Werk, eindeutig als fiktionale Konstruktion entlarvt. W&#228;hrend der erste Teil des Werks dazu einlud, der Hauptfigur folgend, immer mehr in die Fiktion einzutauchen, kehrt der zweite Teil bewusst zur&#252;ck zu der distanzierten Position des Philosophen. Die Erz&#228;hlung wird dadurch als so konstruiert erkennbar, dass dem mitdenkenden Leser klar wird, dass das Entscheidende nicht die Fiktion ist und auch nicht die binnenfiktionale Faktizit&#228;t der Ereignisse, sondern die durch die Erz&#228;hlung angesto&#223;enen Denkanst&#246;&#223;e. Auf der anderen Seite bleibt so im Rahmen der unendlichen Freiheit der Vorstellungskraft ein Hauch des Zweifels, ob der tats&#228;chlich durchlebten Erfahrung dieser wundersamen Reise auf den Mond bestehen.</p>
</sec>
</body>
<back>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>Hector Savinien de Bergerac (*6. M&#228;rz 1619 in Paris; &#8224; 28. Juli 1655 in Sannois, Val d&#8217;Oise).</p></fn>
<fn id="n2"><p>Aufgrund seiner satirischen und kirchenkritischen Feder wird Cyrano oft der Libertinage zugerechnet wird, auch wenn die Glanzzeit der philosophischen Libertinage des 17. Jahrhunderts schon 1625 mit dem Prozess gegen Th&#233;ophile de Viau ein Ende nimmt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B44">Stiehler</xref>). Zur franz&#246;sischen Libertinage vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B35">Pintard</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B30">Muslow</xref>. Zur Weltanschauung Cyrano de Bergeracs vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B46">Torero-Ibad</xref>. Bez&#252;glich der Zensur von Cyranos Werk vgl. de Bergerac, <italic>L&#8217;Autre Monde</italic> (2004) 7&#8211;39.</p></fn>
<fn id="n3"><p>Cyranos Beitrag zur Moderne wurde zwar schon fr&#252;h von der Kritik erkannt, aber aufgrund der schwierigen Genre-Einordnung nicht ersch&#246;pfend behandelt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B7">Campbell 171&#8211;181</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B25">Harth</xref>).</p></fn>
<fn id="n4"><p>Zur &#196;sthetik der Fantastik und der Science Fiction bei Cyrano vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B34">Pinhas-Delpuech</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B26">Jacquart 185&#8211;191</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B20">Del Prete</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B8">Chelebourg</xref>.</p></fn>
<fn id="n5"><p>Ein entscheidendes Werk zu Cyranos philosophischen und wissenschaftlichen <xref ref-type="bibr" rid="B2">Ans&#228;tzen stammt von Alcover</xref>. Spannende Ans&#228;tze zum Zusammenwirken von Fiktion und Philosophie im Werk Cyranos findet man in <xref ref-type="bibr" rid="B28">Lanius</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B41">Sankey</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B3">Armand 137&#8211;162 und 208&#8211;241</xref>.</p></fn>
<fn id="n6"><p>Der Ich-Erz&#228;hler tr&#228;gt als Namen dieses unverkennbare Anagramm von Cyrano.</p></fn>
<fn id="n7"><p>&#171; Ainsi peut-&#234;tre, leur dis-je, se moque-t-on maintenant dans la lune, de quelque autre, qui soutient que ce globe-ci est un monde &#187;, &#220;bersetzung der Verfasserin.</p></fn>
<fn id="n8"><p>Gerolamo Cardano (* 24. September 1501 in Pavia; &#8224; 21. September 1576 in Rom) war ein italienischer Philosoph und Mathematiker (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B24">Grafton</xref>).</p></fn>
<fn id="n9"><p>&#171; le miracle ou l&#8217;accident, la Providence, la fortune, ou peut-&#234;tre ce qu&#8217;on nommera vision, fiction, chim&#232;re ou folie [&#8230;] &#187;. Dieses Zitat stammt aus einer fr&#252;heren Ausgabe, welche die posthumen und zensierten Fassungen von <xref ref-type="bibr" rid="B14">1657 und 1662</xref> durch zwei wiedergefundene Manuskripte untermauert, um so das ganze Ausma&#223; Cyranos aufgekl&#228;rten Denkens vor Augen zu f&#252;hren (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B12">de Bergerac, <italic>L&#8217;Autre Monde</italic> (1968) 39</xref>).</p></fn>
<fn id="n10"><p>&#187;Ich war sehr &#252;berrascht dar&#252;ber, mich v&#246;llig allein inmitten eines mir v&#246;llig unbekannten Landes wiederzufinden&#171; (&#171; Je restai bien surpris de me voir tout seul au milieu d&#8216;un pays que je ne connaissais point &#187;).</p></fn>
<fn id="n11"><p>&#171; Au bout d&#8217;un demi-quart de lieue je rencontrai deux forts grands animaux [&#8230;] Quand je les pus discerner de pr&#232;s, je connus qu&#8217;ils avaient la taille, la figure et le visage comme nous. Cette aventure me fit souvenir de ce que jadis j&#8217;avais ou&#239; conter &#224; ma nourrice des sir&#232;nes, des faunes et des satyres. De temps en temps ils &#233;levaient des hu&#233;es [&#8230;] furieuses, caus&#233;es sans doute par l&#8217;admiration de me voir [&#8230;] &#187;.</p></fn>
<fn id="n12"><p>Das Etikett <italic>Histoire</italic> oder <italic>Roman comique</italic> kommt in der franz&#246;sischen Literatur des 17. Jahrhunderts einer Genrezuordnung gleich. Der <italic>Roman comique</italic> bedient sich Strukturen des Burlesken, tritt aber auch f&#252;r eine realistische Darstellung in der Fiktion ein. Realistisch bezieht sich hierbei vorrangig auf detailgetreue, mitunter obsz&#246;n oder vulg&#228;re anmutende Beschreibungen, sehr viel weniger auf die Glaubhaftigkeit oder den Wahrheitsgehalt der dargestellten Ereignisse. Gleichzeitig siedelt er sich meist nahe dem Gedankengut der Libertinage an (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B19">DeJean</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B42">Serroy</xref>).</p></fn>
<fn id="n13"><p>Maximalistische Definitionen der Fantastik umfassen alle narrativen Texte, in deren fiktiver Welt die Naturgesetze verletzt werden, gleichg&#252;ltig, ob hierbei ein Zweifel bez&#252;glich der binnenfiktionalen Tats&#228;chlichkeit der &#252;bernat&#252;rlichen Elemente entsteht (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B21">Durst</xref>).</p></fn>
<fn id="n14"><p>Zum Epikureismus in der franz&#246;sischen Literatur des 17. Jahrhunderts und insbesondere dem Werk Cyranos vgl. Darmon, <xref ref-type="bibr" rid="B11">&#187;<italic>Philosophie &#233;picurienne</italic>&#171; 211&#8211;232</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B9">&#187;Cyrano et les &#8250;Figures&#8249;&#171; 65&#8211;90</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B10">&#187;L&#8217;&#233;picurisme&#171; 87&#8211;125</xref>.</p></fn>
<fn id="n15"><p><italic>Divertissement</italic> kann im 17. Jahrhundert mit &#187;Unterhaltung&#171;, &#187;Besch&#228;ftigung&#171;, &#187;Zerstreuung&#171; oder &#187;Ablenkung&#171; &#252;bersetzt werden. Im streng theologischen Sinne kommt es einer Ablenkung von Gott gleich (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Fureti&#232;re</xref>). Die Moralisten des 17. Jahrhunderts, allen voran Blaise Pascal, schreiben dem Begriff eine negative Bedeutung zu. Pascal beschreibt mit &#187;divertissement&#171; nicht nur gew&#246;hnliche Spiele und Freizeitbesch&#228;ftigungen, sondern auch die &#246;ffentlichen und politischen Angelegenheiten, denen vor allem der Adel viel Zeit widmet, und sieht in diesen T&#228;tigkeiten die Hauptursache f&#252;r die Ablenkung von sich selbst und von Gott (<xref ref-type="bibr" rid="B33">Pascal 124</xref>). Dem dennoch ambivalenten Verst&#228;ndnis des &#187;divertissement&#171; bei Pascal widmet sich <xref ref-type="bibr" rid="B29">McKenna</xref>.</p></fn>
<fn id="n16"><p>&#171; L&#8217;architecte construit chaque palais, ainsi que vous voyez, d&#8217;un bois fort l&#233;ger ; il pratique dessous quatre roues ; dans l&#8217;&#233;paisseur de l&#8217;un des murs, il place des soufflets [&#8230;]. Quand on veut tra&#238;ner les villes autre part [&#8230;] chacun d&#233;plie sur l&#8217;un des c&#244;t&#233;s de son logis quantit&#233; de larges voiles au-devant des soufflets [&#8230;] Voici l&#8217;architecture des secondes que nous appelons s&#233;dentaires. Les logis sont presque semblables &#224; vos tours, hormis qu&#8217;ils sont de bois, et qu&#8217;ils sont perc&#233;s au centre d&#8217;une grosse et forte vis [&#8230;]. Le tout est construit de cette sorte, afin qu&#8217;aussit&#244;t que les gel&#233;es commencent &#224; morfondre le ciel, [les habitants] descendent leurs maisons &#187;.</p></fn>
<fn id="n17"><p>Zur Utopie im Werk Cyranos, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Calle-Gruber</xref>; Racault <xref ref-type="bibr" rid="B37">&#187;Les ailleurs&#171;</xref>; <italic><xref ref-type="bibr" rid="B38">L&#8217;Utopie narrative</xref></italic>; <italic><xref ref-type="bibr" rid="B39">Nulle part</xref></italic>.</p></fn>
<fn id="n18"><p>&#171; Quand quelqu&#8217;un meurt de faim, ce n&#8217;est jamais qu&#8217;un buffle, et les personnes d&#8217;esprit font toujours grande ch&#232;re &#187;.</p></fn>
<fn id="n19"><p>Der Begriff &#8250;libertin&#8249; entstammt dem lateinischen Wort <italic>libertinus</italic>, das urspr&#252;nglich einen in die Freiheit entlassenen Sklaven bezeichnete. In der franz&#246;sischen Libertinage wird die Idee einer Befreiung von den Fesseln der Unterdr&#252;ckung anfangs bezogen auf die Doktrin der katholischen Kirche. Das Etikett &#8250;libertin&#8249; geht somit oft mit einem Bekenntnis zum Atheismus einher.</p></fn>
<fn id="n20"><p>&#171; je croyais quasi &#234;tre devenu un monstre &#187;.</p></fn>
<fn id="n21"><p>&#171; une impi&#233;t&#233; &#233;pouvantable de croire que non seulement des b&#234;tes, mais des monstres fussent de leur esp&#232;ce &#187;.</p></fn>
<fn id="n22"><p>&#171; encore qu&#8217;un chou [&#8230;] ne dise mot, il n&#8217;en pense pas moins &#187;.</p></fn>
<fn id="n23"><p>&#171; c&#8217;est peut-&#234;tre un intellect universel, une connaissance parfaite de toutes les choses de sa cause [&#8230;] &#187;.</p></fn>
<fn id="n24"><p>&#171; le sage ne voit rien au monde qu&#8217;il ne con&#231;oive et qu&#8217;il ne juge pouvoir &#234;tre con&#231;u, il doit abominer toutes ces expressions de miracles, de prodiges et d&#8217;&#233;v&#233;nements contre nature, qu&#8217;ont invent&#233;s les stupides pour excuser les faiblesses de leur entendement &#187;.</p></fn>
<fn id="n25"><p>Im Gegensatz zu den klassischen Genres, wie der Poesie, dem Epos und vor allem dem Theater, die durch die antiken Vorbilder und Theorien, zum Beispiel von Aristoteles, stark kodiert sind, verf&#252;gt der Roman &#252;ber eine sehr viel gr&#246;&#223;ere Schaffensfreiheit. Es wundert daher nicht, dass die Libertins, deren erstes Gebot ist, sich von jedweden Zw&#228;ngen zu befreien, sich oftmals dem Roman zuwenden.</p></fn>
<fn id="n26"><p>&#171; un je ne sais quoi de m&#233;tal quasi tout semblable &#224; nos horloges, plein d&#8217;un nombre infini de petits ressorts et de machines imperceptibles &#187;. Die Wendung &#171; je-ne-sais-quoi &#187; ist ein weit verbreitetes &#228;sthetisches Konzept des 17. Jahrhunderts, das die Essenz des Unbeschreibbaren sprachlich zum Ausdruck bringen soll.</p></fn>
<fn id="n27"><p>Don Quijote, der sich auf der Basis der Lekt&#252;re von &#252;berkommenen Ritterromanen eine fiktive und v&#246;llig extravagante Existenz ertr&#228;umt, wird so ber&#252;hmt, dass er im zweiten Teil des monumentalen Romans Cervantes&#8217; &#8211; <italic>Segunda parte del ingenioso</italic> caballero <italic>don Quixote de la Mancha</italic> (1615; dt. <italic><xref ref-type="bibr" rid="B16">Der geistvolle Hidalgo Don Quijote von der Mancha</xref></italic>) &#8211; mit seiner eigenen Fiktion konfrontiert wird, da seine Abenteuer in Form eines Romans ver&#246;ffentlicht wurden. Dieser fiktive Roman beschreibt haarklein die Ereignisse, die der fiktive Charakter im ersten Band des realen Werks durchlebt hat.</p></fn>
</fn-group>
<sec>
<title>Autorin</title>
<p>Sophia Mehrbrey schloss 2012 einen Bachelor in European Studies an der Universit&#228;t Passau ab. Nach einem Master an der Universit&#228;t Rouen im Fachbereich Lettres Modernes mit einer Arbeit zur Darstellung Russlands in franz&#246;sischen Schriften des 18. Jahrhunderts trat sie dort 2014 eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin an. 2019 wurde sie bei Prof. Dr. Claudine Poulouin promoviert (Titel der Arbeit: <italic>Figures d&#8217;enfance &#8211; la repr&#233;sentation de l&#8217;enfant dans la litt&#233;rature fran&#231;aise des XVIIe et XVIIIe si&#232;cles</italic>). Seit Oktober 2019 besch&#228;ftigt sie sich im Rahmen einer Postdoc-Stelle im Graduiertenkolleg &#187;Europ&#228;ische Traumkulturen&#171; mit der &#228;sthetischen Darstellung kindlicher Traumwelten, sowie kollektiven und subjektiven Identit&#228;tsdiskursen in den Alpenregionen.</p>
</sec>
<sec>
<title>Konkurrierende Interessen</title>
<p>Die Autorin hat keine konkurrierenden Interessen zu erkl&#228;ren.</p>
</sec>
<ref-list>
<title>Filmografie</title>
<ref id="B1"><label>1</label><mixed-citation publication-type="book"><collab>C<sc>YRANO DE</sc> B<sc>ERGERAC</sc></collab>. <chapter-title>Regie: Jean-Paul Rappeneau</chapter-title>. <publisher-loc>FR</publisher-loc> <year>1990</year>.</mixed-citation></ref>
</ref-list>
<ref-list>
<title>Zitierte Werke</title>
<ref id="B2"><label>2</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Alcover</surname>, <given-names>Madeleine</given-names></string-name>. <source>La pens&#233;e philosophique et scientifique de Cyrano de Bergerac</source>. <publisher-name>Droz</publisher-name>, <year>1970</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B3"><label>3</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Armand</surname>, <given-names>Guillaume</given-names></string-name>. <source>Les fictions &#224; vocation scientifique de Cyrano de Bergerac &#224; Diderot. Vers une po&#233;tique hybride</source>. <publisher-name>Presses universitaires de Bordeaux</publisher-name>, <year>2013</year></mixed-citation></ref>
<ref id="B4"><label>4</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Bar</surname>, <given-names>Francis</given-names></string-name>. <source>Le genre burlesque en France au <sc>XVII</sc><sup>e</sup> si&#232;cle</source>. <publisher-name>d&#8217;Artrey</publisher-name>, <year>1960</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B5"><label>5</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Bertrand</surname>, <given-names>Dominique</given-names></string-name>. <chapter-title>&#187;Science et litt&#233;rature: polyphonies burlesques ou de la Lune &#224; la Terre&#171;</chapter-title>. <source>De la science en litt&#233;rature &#224; la science-fiction</source>, Hg. <string-name><given-names>Danielle</given-names> <surname>Jacquart</surname></string-name>. &#201;ditions du <publisher-loc>CTHS</publisher-loc>, <year>1996</year>. <fpage>39</fpage>&#8211;<lpage>50</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B6"><label>6</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Calle-Gruber</surname>, <given-names>Mireille</given-names></string-name>. <article-title>&#187;Au non-lieu du texte: l&#8217;utopie de Cyrano de Bergerac&#171;</article-title>. <source><sc>XVII</sc><sup>e</sup> si&#232;cle</source> <volume>125</volume> (<year>1979</year>): <fpage>349</fpage>&#8211;<lpage>357</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B7"><label>7</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Campbell</surname>, <given-names>Mary Baine</given-names></string-name>. <source>Wonder &amp; Science. Imagining Worlds in Early Modern Europe</source>. <publisher-name>Cornell University Press</publisher-name>, <year>1954</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B8"><label>8</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Chelebourg</surname>, <given-names>Christian</given-names></string-name>. <source>Le surnaturel, po&#233;tique et &#233;criture</source>. <publisher-name>Armand Colin</publisher-name>, <year>2006</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B9"><label>9</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Darmon</surname>, <given-names>Jean-Charles</given-names></string-name>. <article-title>&#187;Cyrano et les &#8250;Figures&#8249; de l&#8217;&#233;picurisme: les &#8250;clinamen&#8249; de la fiction&#171;</article-title>. <source>Corpus</source> <volume>20/21</volume> (<year>1992</year>): <fpage>65</fpage>&#8211;<lpage>90</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B10"><label>10</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Darmon</surname>, <given-names>Jean-Charles</given-names></string-name>. <article-title>&#187;L&#8217;&#233;picurisme et les fables du monde: remarques sur Gassendi et Cyrano&#171;</article-title>. <source>Litt&#233;ratures classiaues</source> <volume>22</volume> (<year>1994</year>): <fpage>87</fpage>&#8211;<lpage>125</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B11"><label>11</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Darmon</surname>, <given-names>Jean-Charles</given-names></string-name>. <source>Philosophie &#233;picurienne et litt&#233;rature au <sc>XVII</sc><sup>e</sup> si&#232;cle</source>. <publisher-name>P.U.F.</publisher-name>, <year>1998</year>. DOI: <pub-id pub-id-type="doi">10.3406/licla.1994.2192</pub-id></mixed-citation></ref>
<ref id="B12"><label>12</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>de Bergerac</surname>, <given-names>Cyrano</given-names></string-name>. <source>L&#8217;Autre Monde. Les &#201;tats et Empires de la Lune. Les &#201;tats et Empires du Soleil</source>, Hg. <string-name><given-names>Henri</given-names> <surname>Weber</surname></string-name>. <publisher-name>Editions Sociales</publisher-name>, <year>1968</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B13"><label>13</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>de Bergerac</surname>, <given-names>Cyrano</given-names></string-name>. <source>L&#8217;Autre Monde ou Les &#201;tats et Empires de la Lune</source> (1657). <italic>Les &#201;tats et Empires du Soleil</italic> (1662). <italic>&#338;uvres compl&#232;tes</italic>, Hg. <string-name><given-names>Madeleine</given-names> <surname>Alcover</surname></string-name>. <publisher-name>Honor&#233; Champion</publisher-name>, <year>2000</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B14"><label>14</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>de Bergerac</surname>, <given-names>Cyrano</given-names></string-name>. <source>L&#8217;Autre Monde ou Les &#201;tats et Empires de la Lune</source> (<year>1657</year>). <italic>Les &#201;tats et Empires du Soleil</italic> (1662), Hg. <string-name><given-names>Jacques</given-names> <surname>Pr&#233;vost</surname></string-name>. <publisher-name>Gallimard</publisher-name>, 2004. <fpage>7</fpage>&#8211;<lpage>39</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B15"><label>15</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>de Bergerac</surname>, <given-names>Cyrano</given-names></string-name>. <source>Reise zum Mond und Reise zur Sonne. Zwei Romane</source>, Hg. und &#252;bers. <publisher-name>Wolfgang Tsch&#246;ke. dtv</publisher-name>, <year>2009</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B16"><label>16</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>de Cervantes Saavedra</surname>, <given-names>Miguel</given-names></string-name>. <source>Der geistvolle Hidalgo Don Quijote von der Mancha</source>, Hg. und &#252;bers. <string-name><given-names>Susanne</given-names> <surname>Lange</surname></string-name>. <publisher-name>Wiss. Buchgesellschaft</publisher-name>, <year>2008</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B17"><label>17</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>de Maupassant</surname>, <given-names>Guy</given-names></string-name>. <source>Le Horla</source>, Hg. <string-name><given-names>Antonia</given-names> <surname>Fonyi</surname></string-name>. <publisher-name>Flammarion</publisher-name>, <year>1984</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B18"><label>18</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>de Maupassant</surname>, <given-names>Guy</given-names></string-name>. <chapter-title>&#187;Der Horla&#171;</chapter-title>. <source>Der Horla und andere Novellen</source>, Hg. <string-name><given-names>Karl-Maria</given-names> <surname>Guth</surname></string-name>, <publisher-name>Hofenberg</publisher-name>, <year>2015</year>. <fpage>4</fpage>&#8211;<lpage>29</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B19"><label>19</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>DeJean</surname>, <given-names>Joan</given-names></string-name>. <source>Scarron&#8217;s &#187;Roman comique&#171;: A Comedy of the Novel, a Novel of Comedy</source>. <publisher-name>Lang</publisher-name>, <year>1977</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B20"><label>20</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Del Prete</surname>, <given-names>Antonella</given-names></string-name>. <article-title>&#187;Anges, b&#234;tes, hommes: les inqui&#233;tants d&#233;bats sur les extraterrestres &#224; l&#8217;&#194;ge classique&#171;</article-title>. <source>Libertinage et Philosophie au xviie si&#232;cle</source> <volume>9</volume> (<year>2005</year>). <fpage>47</fpage>&#8211;<lpage>60</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B21"><label>21</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Durst</surname>, <given-names>Uwe</given-names></string-name>. <source>Theorie der phantastischen Literatur</source>. <publisher-name>LIT-Verlag</publisher-name>, <year>2001</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B22"><label>22</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Eco</surname>, <given-names>Umberto</given-names></string-name>. <source>Lector in fabula. La cooperazione interpretative nei testi narrativi</source>. <publisher-name>Bompiani</publisher-name>, <year>2002</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B23"><label>23</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Fureti&#232;re</surname>, <given-names>Antoine</given-names></string-name>. <chapter-title>&#187;divertissement&#171;</chapter-title>. <source>Dictionnaire universel de la langue fran&#231;aise</source>. <publisher-name>S.N.L &#8211; Le Robert</publisher-name>, <year>1978</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B24"><label>24</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Grafton</surname>, <given-names>Anthony</given-names></string-name>. <source>Cardanos Kosmos. Die Welten und Werke eines Renaissance-Astrologen</source>. <publisher-name>Berlin-Verlag</publisher-name>, <year>1999</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B25"><label>25</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Harth</surname>, <given-names>Erica</given-names></string-name>. <source>Cyrano de Bergerac and the Polemics of Modernity</source>. <publisher-name>Columbia University Press</publisher-name>, <year>1970</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B26"><label>26</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Jacquart</surname>, <given-names>Danielle</given-names></string-name>, Hg. <source>De la science en litt&#233;rature &#224; la science-fiction</source>. &#201;ditions du <publisher-name>CTHS</publisher-name>, <year>1996</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B27"><label>27</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Lafond</surname>, <given-names>Jean</given-names></string-name>. <chapter-title>&#187;Le monde &#224; l&#8217;envers dans les &#201;tats et Empires de la Lune de Cyrano de Bergerac&#171;</chapter-title>. <source>L&#8217;Image du monde renvers&#233; et ses repr&#233;sentations litt&#233;raires et para-litt&#233;raires de la fin du <sc>XVI</sc><sup>2</sup>au milieu du <sc>XVII</sc><sup>e</sup> si&#232;cle</source>. <publisher-name>PFSCL</publisher-name> <volume>17</volume>.<issue>33</issue> (<year>1987</year>): <fpage>89</fpage>&#8211;<lpage>99</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B28"><label>28</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Lanius</surname>, <given-names>Edward</given-names></string-name>. <source>Cyrano de Bergerac and the Universe of Imagination</source>. <publisher-name>Droz</publisher-name>, <year>1967</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B29"><label>29</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>McKenna</surname>, <given-names>Antony</given-names></string-name>. <source>Pascal et son libertin</source>. <publisher-name>Classiques Garnier</publisher-name>, <year>2017</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B30"><label>30</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Muslow</surname>, <given-names>Martin</given-names></string-name>. <source>Die unanst&#228;ndige Gelehrtenrepublik: Wissen, Libertinage und Kommunikation in der Fr&#252;hen Neuzeit</source>. <publisher-name>Metzler</publisher-name>, <year>2007</year>. DOI: <pub-id pub-id-type="doi">10.1007/978-3-476-05261-2</pub-id></mixed-citation></ref>
<ref id="B31"><label>31</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>N&#233;d&#233;lec</surname>, <given-names>Claudine</given-names></string-name>. <article-title>&#187;Cyrano et la censure, dans ce monde-ci et dans l&#8217;autre&#171;</article-title>. <source>Cahiers Diderot</source> <volume>9</volume> (<year>1996</year>): <fpage>193</fpage>&#8211;<lpage>203</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B32"><label>32</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Pascal</surname>, <given-names>Blaise</given-names></string-name>. <source>Les Pens&#233;es. Moralistes du <sc>XVII</sc><sup>e</sup> si&#232;cle</source>, Hg. <string-name><given-names>Jean</given-names> <surname>Lafond</surname></string-name>. <publisher-name>Robert Lafont</publisher-name>, <year>1992</year>. <fpage>321</fpage>&#8211;<lpage>607</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B33"><label>33</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Pascal</surname>, <given-names>Blaise</given-names></string-name>. <source>Pens&#233;es</source>, Hg. <string-name><given-names>Michel</given-names> <surname>Le Guern</surname></string-name>. <publisher-name>Gallimard</publisher-name>, <year>2004</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B34"><label>34</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Pinhas-Delpuech</surname>, <given-names>Rosy</given-names></string-name>. <article-title>&#187;Les machines cyraniennes: de la parodie au fantasme&#171;</article-title>. <source>Revue des Sciences Humaines</source> <volume>186/187</volume> (<year>1982</year>): <fpage>67</fpage>&#8211;<lpage>74</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B35"><label>35</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Pintard</surname>, <given-names>Ren&#233;</given-names></string-name>. <source>Le Libertinage &#233;rudit dans la premi&#232;re moiti&#233; du <sc>XVII</sc><sup>e</sup> si&#232;cle</source>. <publisher-name>Slatkine</publisher-name>. <year>1983</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B36"><label>36</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Racault</surname>, <given-names>Jean-Michel</given-names></string-name>. <chapter-title>&#187;La Bible travestie. Libertinage et parodie antichr&#233;tienne dans les litt&#233;ratures de l&#8217;ailleurs &#224; l&#8217;&#226;ge classique&#171;</chapter-title>. <source>Actes du colloque &#171; Rire des Dieux &#187;</source>, Hg. <string-name><given-names>Dominique</given-names> <surname>Bertrand</surname></string-name> und <string-name><given-names>V&#233;ronique</given-names> <surname>G&#233;ly</surname></string-name>. <publisher-name>Universit&#233; de Clermont-Ferrand</publisher-name>, <year>1998</year>. <fpage>225</fpage>&#8211;<lpage>241</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B37"><label>37</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Racault</surname>, <given-names>Jean-Michel</given-names></string-name>. <chapter-title>&#187;Les ailleurs de Cyrano&#171;</chapter-title>. <source>Cahiers C.E.L.H.-C.I.R.A.O.I</source>., Hg. <string-name><given-names>Jean-Michel</given-names> <surname>Racault</surname></string-name>. <publisher-name>Didier &#201;rudition</publisher-name>, <year>1990</year>. <fpage>9</fpage>&#8211;<lpage>19</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B38"><label>38</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Racault</surname>, <given-names>Jean-Michel</given-names></string-name>. <source>L&#8217;Utopie narrative en France et en Angleterre, 1675&#8211;1761</source>, <publisher-name>Voltaire Foundation, SVEC</publisher-name> <fpage>280</fpage>, <year>1991</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B39"><label>39</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Racault</surname>, <given-names>Jean-Michel</given-names></string-name>. <source>Nulle part et ses environs. Voyage aux confins de l&#8217;utopie litt&#233;raire classique (1657-1802)</source>, <publisher-name>PUPS</publisher-name>, <year>2003</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B40"><label>40</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Rostand</surname>, <given-names>Edmond</given-names></string-name>. <source>Cyrano de Bergerac</source> (<year>1897</year>), Hg. <string-name><given-names>Magali</given-names> <surname>Wi&#233;ner</surname></string-name>. <publisher-name>Gallimard</publisher-name>, 2006.</mixed-citation></ref>
<ref id="B41"><label>41</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Sankey</surname>, <given-names>Margaret</given-names></string-name>. <chapter-title>&#187;Cyrano de Bergerac: romancier philosophe&#171;</chapter-title>. <source>Libertinage et Philosophie au <sc>XVII</sc><sup>e</sup> si&#232;cle 1</source>, Hg. <string-name><given-names>Antony</given-names> <surname>McKenna</surname></string-name> und <string-name><given-names>Pierre-Fran&#231;ois</given-names> <surname>Moreau</surname></string-name>. <publisher-name>Publications de l&#8217;Universit&#233; de Saint-&#201;tienne</publisher-name>, <year>1996</year>. <fpage>95</fpage>&#8211;<lpage>111</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B42"><label>42</label><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Serroy</surname>, <given-names>Jean</given-names></string-name>. <source>Roman et r&#233;alit&#233;. Les histoires comiques au <sc>XVII</sc><sup>e</sup> si&#232;cle</source>. Minard, <year>1981</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B43"><label>43</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Spoerhase</surname>, <given-names>Carlos et al.</given-names></string-name>, Hg. <source>Unsicheres Wissen: Skeptizismus und Wahrscheinlichkeit 1550&#8211;1850</source>. <publisher-name>De Gruyter</publisher-name>, <year>2009</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B44"><label>44</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Stiehler</surname>, <given-names>Angelika</given-names></string-name>. <source>&#220;ber Cyrano de Bergerac und seine Utopie L&#8217;histoire comique contenant les &#233;tats et empires de la lune</source>. <publisher-name>GRIN Verlag</publisher-name>, <year>2001</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B45"><label>45</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Todorov</surname>, <given-names>Tzvetan</given-names></string-name>. <source>Einf&#252;hrung in die fantastische Literatur</source>. <publisher-name>Fischer Taschenbuchverlag</publisher-name>, <year>1992</year>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B46"><label>46</label><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Torero-Ibad</surname>, <given-names>Alexandra</given-names></string-name>. <source>Libertinage, science et philosophie dans le mat&#233;rialisme de Cyrano de Bergerac</source>. <publisher-name>H. Champion</publisher-name>, <year>2009</year>.</mixed-citation></ref>
</ref-list>
</back>
</article>